Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 3 (12.1.1885)
- Date
- 1885-01-12
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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46 Nickert mit kurzer Ansprache einen Kranz mit der Inschrift: „Ihrem unvergeßlichen Freunde Eduard Laster seine politischen Gesinnungsgenossen" auf das Grab; Abgeordneter Baumbach widmete einen .Kranz im Namen und Aufträge der Freunde aus dem zweiten Meininger Wahlkreise, Direktor Goldschmidt einen solchen' im -kamen des Berliner Haudwerkervereins, dessen beide Fahnen am Grabe ausgestellt waren. Ein Schlußgesaug beendete die kurze, eindrucksvolle Feier. Posen, im Januar. Unserm Glaubensgenossen, dem Stadtrathe Herrn Eduard Kay von hier, wurde die Verwaltung des Oberbürgermeisteramtes provisorisch übertragen. Tie Negierung hat diese Uebcrtragung genehmigt. (kvlberg. Dem elften Jahresbericht über die Verwaltung dev jüdischen Kurhospitals nmO'i rvz im See-, Sool- und Moorbade Eolberg 1884 entnehmen wir: Das ablaufende elfte Verwaltnngsjahr des jüdischen Kurhospitals in Colberg schließt als ein für die segensreiche Wirksamkeit und fortschreitende Entwickelung desselben durchaus glückliches und sieht trotz des fortdauernden Druckes, der fast auf allen wirthschaftlichen Lebensverhältnissen ruht, hinter keinem der Vorjahre zurück. Nachdem fämmtliche der Anstalt zugefatteneu oder verfallenen Gewinne verkauft worden sind, konnte endlich das im Jahre 1882 eingeleitete Lotteric- Unteruehmcn auch vollständig abgeschlossen werden, indem der letzte Rest des Rein-Ertrages mit 1433 M. 65 Pf. dem Grundvermögen einverleibt wurde. Mit den aus Anlaß dieses Unternehmens in den Jahren 82 und 88 unserer Anstalt zugewcndetcn und bereits vcrrechneten Schenkungen und mit den schon im vorigen Jahre dem Grundvermögen bereits zngcführteu Erträgen, brachte das zweite Lotterie-Uuternhmen einen Nein-Ertrag von 12272 M. 95 Pf. All ordentlichen Einnahmen wurden 7552 M. 87 Pf. , an Ausgaben für Unterhaltung der Anstalt 6879 M. 12 Pf. gebucht. Der Jahresüberschuß beträgt 1178 M. 75 Pf., wovon 1141 M. 5 Pf. ins Grundvermögen abgeschoben wurden. Zn den ordentlichen Einnahmen waren au laufenden Jahrbeiträgen 2899 M. zu verzeichnen, welche von 858 Mitgliedern aufgebracht worden sind; die Liste der Mitglieder ist um 43 Personen, die Höhe der Jahresbeiträge um 871 M. 50 Pf. gestiegen. Zu den ansehnlichen einmaligen Einnahmen gehört auch eine Schenkung von 100 M., die Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Angnsta unserer Kranken-Heilaustalt Allergnädigst zuzuwenden geruht haben. Die Anstatt war vom 1. Juni bis zum 1. October in Betrieb und stand müer der bewährten Leitung des dirkgircnden Arztes des Herrn Sanitätsrath Dr. Hirschfcld, der wie bisher die Pfleglinge unentgeltlich behandelte. Die Pflege der Patienten lag in den Händen eitler im städtischen Krankenhause in Berlin ausgebildetcn und geprüften Berufs- Krankenpflegerin; für die Pflege eines schwer erkrankten Patienten war noch eine besondere Pflegeperson bestellt. Von 157 Personen, welche um Aufnahme in die Anstalt baten, konnten nur 80 und zwar 84 männliche und 46 weibliche, durchaus unbemittelte Personen, darmcker 26 Kinder unter 14 Jahren Aufnahme finden. Dieselben haben an 2498 Verpflegungstagen Wohnung, Verpflegung, ärztliche Behandlung, Arzneien und Bäder ganz unentgeltlich zum Zwcckeeiner Sool-, Seeu. Moorbadekur erhalten. Die Kurzeit jedes einzelnen Pfleglings dauerte durchschnittlich etwa 31 */5, stieg jedoch von 15 bis auf 58 Tage. Die Zahl der Verpflegungstage überhaupt, einschließlich der der Krankenpflegerinnen, betrug 2688. An die Pfleglinge wurde in der Badc-Anstalt des Hospitals 1186 Sool-, 14 Sitz- und 15 Schwefelbäder, — außerdem noch an 5 arme Personen, die nicht der Anstalt angehörten, 165 Sool-, — im Ganzen also 1380 Bäder abgegeben. Ferner nahmen die Pfleglinge der Anstalt in der Behrend'schen Badeanstalt 31 Moor-, — und in den städtischen Badeanstalten 677 Seebäder. Zu letzteren wurden in großherziger Weise dcrAnftaltsverwaltung von den hohen städtischen Behörde» Freikarten zur Verfügung gestellt, wofür wir Wohldenselben hiermit öffentlich mtjent ehrerbietigen Dank abstatten. Der frühere Besitzer des Soolquellenbergwerks Joachim Nettelbcck Hierselbst hatte der Anstalt das Eigenthumsrecht an der auf ihrem Grundstücke im Jahre 1874 erbohrtcn Soolgueite bestritte». Nachdem inzwischen dieses Bergwerk in den Besitz unserer Stadtkommune übergegangen ist, haben Magistrat und Stadtverordnete beschlossen, der Anstalt das unentgeltliche Benutzungsrecht der gedachten Soolquelle so lange zu überlasten, als das Grundstück ihr angehört. Wir sagen hierfür den hohen städtischen Behörden unfern ehrerbietigen Dank. Mülheim a. Rhein, 4. Januar. Unter den ältesten Leuten hat sich hier die Ucberlieferung erhalten, vor 100 und mehreren Jahre» seien zwei fremde Glaubensgenossen in der Nähe der Stadt ermordet und ausgeraubt worden; deren Gebetriemen