Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 3 (12.1.1885)
- Date
- 1885-01-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXVI. Jahrgang. Berlage zu Ur. Z -es Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen. Deutschland. Mainz, 9. Januar. Vor einiger Zeit verstarb in Frankfurt a. M. Herr Jsak Honig, ein geborener Mainzer. Seine Gemahlin und sein Bruder, Herr Joseph Honig, haben zum Angedenken an dem Verewigten zwei Legate gestiftet, jedes im Betrage von 1049 Mark 11 Pf., das eine für die Unterrichtsanstalt der isr. Religionsgesellschaft zu Mainz und das andere für den Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer jüdischer Schulkinder. Diese wohlthätigen Stiftungen werden dem Verewigten sowohl wie den edlen Spendern ein dankbares Angedenken sichern. Berlin. Die internationale Congoconferenz hat eine Declaration angenommen, welche für Juden, welche sich im Eongogebiete Afrika als Kaufleute niederlasseu wollen, nicht ohne Wichtigkeit ist. Die Mächte werden ohne Unterschied der Nationalität oder des Glaubens alle jene religiösen Institutionen und Unternehmungen begünstigen und beschützen, welche dazu geeignet sind, die Eingebornen zu unterrichten und ihnen die Wohlthaten der Civilisation zu Thcil werden zu lassen. Gewissensfreiheit und religiöse Toleranz sind insbesondere den Eingeborenen, wie den Fremden garantirt. Der freien und öffentlichen Ausübung aller Religionen und dem Rechte der Errichtung von Gebäuden für die Zwecke der Religion werden keine Hemmnisse in den Weg gelegt. Berlin, 4. Januar. Eine kleine Gemeinde von Gratulanten versammelte sich am Nenjahrstage in dem H. Bellevuestr. 18, um Herrn Mor. Israel, der seit dem I.Jan.60 Chef der Firma R. Israel ist, anläßlich dieses Jubiläums eine herzliche Ovation zu bereiten. Zuerst erschienen die nächsten Anverwandten, an deren Spitze der Bruder des Jubilars Herrn Jacob I., der selbst bald au seine 50jährige Thätigkeit in dem seit nahe 80 Jahren bestehenden Geschäftshause zurückblickt und stattete ihre Glückwünsche ab. Hieran schloß sich eine Deputation des Personals der Firma, welches seine Gratulationen in einer von E. Döpler d. I. prachtvoll angefertigten Adresse darbrachte. Vertreter, Reisende und Vereine umgaben den Jubilar, dem viele Freunde von nah und fern ihre aufrichtige Hochachtung durch zahlreiche Briefe und Telegramme aussprachen. Berlin, 5. Januar. Eine kleine andächtige Gemeinde von persönlichen und politischen Freunden Eduard Lasters versammelte sich heute Mittag aus Anlaß der Wiederkehr des Todestages an seinem Grabe auf dem Friedhof in der Schönhauser Allee. Der Hügel war mit dem bereits enthüllten Denkftcine^besctzt, einem ans Granit ruhenden Sarkophag aus Syenit, der nur den Namen Eduard Laster und Geburts- und Todestag trägt. Hohe Palmen und Lorbeeren umgaben rings die Grabstätte. Zn Füßen des Grabes lag ein Kranz mit der Widmung: „Dem Träger der Idealität," während ein Kranz von blühenden Rosen das obere Ende schmückte. Zahlreiche Abgeordnete wohnten der ernsten Eriuucruugsfeier bei; man bemerkte den Oberbürgermeister v. Forckcnbcck, die Abgeordneten Rickert, Bamberger, Baumbach, Ludwig Löwe, Munkel, Laugerhans, Möller, beide Hermes, Horwitz, Alexander Meyer, Dr. Max Hirsch, Kochhann, Zelle, Goldschmidt, Eberty, Schröder, Dr. Barth n. A.; auch Professor Mommsen war erschienen. Der Gemeinde- Vorstand und die Repräsentanten-Versammlung der jüdischen Gemeinde waren durch ihre Vorsitzenden, Justitzräthe Meyer und Makower, und sämmtliche Mitglieder vertreten. Nachdem der Synagogen-Ehor das Lied: „Herrliches ist ihm gelungen," vorgetragen, hielt Rabbiner Dr. Frankl eine tiefempfundene Gedächtnisrede, in der er auch des inzwischen erfolgten Heimganges Friedrich Kapps Erwähnung that und darauf hinwies, wie schwer Eduard Laster schon nach dem ersten Jahre seines Todes im öffentlichen Leben vermißt werde. Sein Denkmal, das für die Macht der den Tod überdauernden Liebe, für die Unvergänglichkeit des geistigen Strebens zeugen soll, werde fortan die Mahnung zur Gerechtigkeit und Liebe, zur Treue und Wahrhaftigkeit bekunden. Lasters Name aber werde bleiben in Ewigkeit, und sein Ruhm werde sprossen vor der ausgehenden Sonne der Freiheit und Gerechtigkeit. — Mit einem Gebete für die. Seele des Verklärten schloß der Geistliche. Nach abermaligem Gesang legte Abgeordneter