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Der Israelit · 1885-01-12 · Heft 3 (12.1.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 3 (12.1.1885)
Date
1885-01-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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41 Präsident Dr. B a m b c r g er: „Herr Tr. Kirschstcin, ich erkläre Ihnen nochmals, das; Ihre Worte nicht hierher gehören." Dr. Bärwald sucht die sehr erregte Versammlung in längerer Rede zu beschwichtigen. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondcnzen. j Deutschland. Berlin. Nachdem die Ergebnisse der im Jahre erhobene» deutschen Berufsstatistik zum großen Theile durch das reichsstatistische Amt veröffentlicht worden sind, steht für das Jahr 1885 eine neue Neichscnqucte über das Armcuwesen in Aussicht, wozu alle Armcnbehordcn vom Beginne des neuen Jahres an die erforderlichen Einrichtungen zu treffen haben. Die im Jahre 1881 erhobene deutsche Armenstatistik hat zwar in einzelnen Staaten , wie z. B. Königreich Sachsen, werthvolles Material' geliefert, das Gesammtergebniß ist jedoch nicht als befriedigend gefunden und vom Reiche gar nicht veröffentlicht worden. Um diese erste deutsche Armcnzähtung nun zu ergänzen und für die künftige sozialpolitische Gesetzgebung weitere Unterlagen zu gewinnen, ist vom Reiche eine Wiederholung für nöthig erachtet worden. Diese neue deutsche Erhebung gliedert sich in zwei Haupttheile: l) die Zählung der unterstützten Personen; 2) die Ermittelung der Ausgaben zu Zwecken der Öffentlichen Armenpflege, der Einzahlungen und Erstattungen und der Armenstrcitsachen. Während sich das Reich, bei der Zählung der unterstützten Personen auf die vier Fragen nach Namen ,* Angehörigen, Art der Unterstützung und Verarmungsursache beschränkt hat, sind nach dem Vorgänge Sachsens im Jahre 1SS1 von Preußen und anderen deutschen Staaten für die Erhebung von 1885 noch eine Reihe anderer wichtiger Fragen nach -Geschlecht, Alter, Religion, Familienstand, Geburtsort, Beruf des Unterstützten u. s. w. ausgestellt worden. Es verdient ganz besonders hcrvorgchoben zu werden, daß das Reich neben den trokkeueu Zahlen auch eine beschreibende Darstellung des Armenwescns wünscht und den Landesregierungen ausdrücklich anheimgeftellt hat: „den ansgcfülltcn Fornmlarcn eine kurze Darstellung der Armengesetzgebung und der Organisation der Armenpflege innerhalb des Bereichs der betreffenden Landcscentralstelle, sowie eine Aeußerung über die bei der Erhebung und Bearbeitung des Materials gesammelten Erfahrungen, über etwaige Mängel des Gesammtergcbnisscs und über die Gründe auffallender sozialer Erscheinungen, welche in den Uebersichteu etwa zu Tage treten, beiznfügen." Es liegt in dieser Anheimgabc der Beweis, daß sich die sozialftatiftischcn Ermittelungen immer mehr vertiefen. Tie deutschen Armenvcrbändc werden durch diese neue Reichsenqucte nicht nur größere Klarheit über ihre eigenen Armenverhältniffe erlangen, sondern dieselben künftig auch mit anderen Armenverbänden vergleichen lernen, lieber viele jetzt dunkle Fragen, wie über die Wirkung des Nntcrstütznngswohnsitzgcsetzcs, über die Bertheilnug der Armen ans Stadt und Land, Geschlecht und Alter u. s. w., wird voraussichtlich mehr Licht verbreitet und für die ganze künftige Sozialgesetzgebung eine bessere Grundlage gewonnen werden. Berlin, 8. Januar. In den heutigen Tagcsblättcrn erläßt der Vorstand der B a r u ch A u e rb a ch' s ch e n Waisen-Erziehnngsanstalten für jüdische Knaben und Mädchen folgende Bekanntmachung. „Auf Anordnung der städtischen Schnldeputation sind zur Wahl des ersten Vorstehers bez. Direktors der Varnch Auerbach'schen Waisen-ErzichnngS- Anstaltcn. folgende Termine festgesetzt worden: für das Knabenwaiscnhans Sonnabend, 17. Januar 1885, Abends 6 Uhr, im Sitznngssaale unserer Anstalten, für das Mädchcnwäifcnhaus ebendaselbst und am selben Tage, Abends Glj., Uhr. Zu diesem Termine werden die Herren Mitglieder des Ausschusses hierdurch ergebenst eingeladen." Wir sind bereits heute in der Lage, den Namen des Candidaten zu nennen, welcher als Sieger aus der Wahlurne hervorgehen wird. Zum Nachfolger des Herrn Dr. Braun ist bestimmt HerrRealfchullehrcr Dr. Strelitzc r aus Rostock. Vergebens hatten sich die beiden gesetzestrencn Mitglieder des Enratorinms der Anstalt, die Herren Jakob Israel und Eommcrzicnrath Lachmaun, bemüht, die Wahl des Herrn Dr. Bloch ans Jarotschin dnrchznsctzcn, für die sich auch der deutsche Kronprinz intercssirt haben soll. Vergebens! Tic Herren Liebermann, Amtsrichter Mossc und Genoffen hielten Dr. Strelitzer, der ans dem Standpunkte der äußersten Reform steht, für geeigneter, in ihrem Sinne die Erziehung der Zöglinge der Anstalt zu leiten und damit Punctum. Wir gratuliren! O c st e r r. - U n g a r; M onarchi c. Krakau, 5. Januar. Ter Prozeß wegen des Mordes in Lntcza gelangt, wie verlautet, im Fe-

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