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Der Israelit · 1885-01-12 · Heft 3 (12.1.1885) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 3 (12.1.1885)
Date
1885-01-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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38 billig ablehuen wollte, indem er sprach: n?ty ,-,yL'N T2. „Schicke doch den, den Du schon früher Deiner Sendung gewürdigt hast." Wir wollen daher eine andere Erklärung des obenerwähnten schwerverständlichen Midrasch versuchen. Wenn wir das Leben, die Thaten, die Eigenschaften jener großen Brüder näher ins Auge fassen, so werden wir finden, daß jeder von ihnen in seiner Weise unendlich groß war, so daß sie Beide als gleichbedeutend dargcstellt werden können. Es ist gar keine Frage, daß Moscheh als Prophet und Führer seines Volkes bei weitem seinen ältcrn Bruder überragte. Das; er in Bezug auf den hohen Grad der Prophetie, der göttlichen Offenbarung, unerreicht und unerreichbar ist, das ist einer der wichtigsten Glaubenssätze unserer heiligen Religion. Daß Moscheh als Führer seines Volkes unvergleichlich größer als andere große Männer war, das hat er unzähligcmal und namentlich in jener traurigen Episode bewiesen, als Israel am Fuße des Berges der Offenbarung so schnell den einzigen Gott vergaß und ein goldenes Götzenbild sich machte. Aber auch Aharon hatte seine große Vorzüge. Es bedarf der Erklärung, warum Gott die Hohepriesterwürde dem Aharon übertrug, und auch das Priesteramt ausschließlich sürdieNachkommen Aharons besiiminte, während die Nachkommen Moschehs, des göttlichen Mannes, nur Leviten waren. — Die Tugend, ivelche die heilige Schrift an unserem Lehrer Moscheh ganz besonders hervorhebt, ist die Bescheidenheit, die Demnth. „Und der Mann Moscheh war demüthig gar sehr, mehr als alle Menschen ans der Oberfläche des Erdbodens, „(4. B. M., E. 12, V. 3.) Diese Tugend war es namentlich, die ihn dazu befähigte, der Bote Gottes, der Ueberbringer der heiligen Thora zu werden. Weil er so bescheiden, war er wie kein Anderer geeignet, das Werkzeug zu sein in der Hand des allmächtigen Gottes. Einmal jedoch ist Moscheh in seiner Demuth zu weit gegangen. Das war, als er wieder, wieder und wieder die erhabene Sendung, zu der ihn Gott ausersehcn, ans Bescheidenheit ablehnen wollte. Als Moscheh mit allen Gründen, die seine Demuth vorgebracht hatte, zu Ende war, sprach er: „Ich bitte, o Heri', schicke doch den, den Du schon früher geschickt hast." Da erbrannte der Zorn des Ewigen wider Moscheh und er sprach: Fürwahr, Tein Bruder Aharon, der neben Dir, der Du hättest Hohepriester werden sollen, nur ein Levit gewesen, er soll jetzt Hoherpriester werden, während Du und Deine Nachkommen nur Leviten sein sollen. (2. B. M., E. 4, B. 14. Vergleiche Nasch! zur Stelle). Und in der That, Aharon ist sofort bereit, den ihm gewordenen Antheil an der Sendung zu übernehmen. In lauterster Weise freute er sich der Größe seines Bruders, und er, der ältere Bruder, der ältere Prophet, ordnet sich gern und freudig dem Jüngern unter. Diese bereitwillige llebernahme der göttlichen Botschaft befähigte ihn zum Hohenpriester, den im'3 «icmi 'in, die Priester sind die Boten Gottes. (Schluß folgt.) Die AetegirlenKonferenj deutscher Schulmänner. (Fortsetzung.) Ter Präsident D r. B a m b e r g c r eröffnet die Verhandlungen des zweiten Tages um 9*/2 Uhr. D r. Es ch el b acher verliest das Protokoll des ersten Tages. Auf einen Einwurf des Herrn Dr. Holzmann, daß das Resultat der Verhandlungen über bibl. Geschichte nicht richtig wiedergegeben sei, erklärt Dr. Eschelbacher, es wäre ihm bei der großen Verwirrung am vorhergehenden Abend absolut unmöglich gewesen, ein genaues Protokoll über die verschiedenen Anträge zu verfassen. Da aus der Mitte der Versammlung über den endgültigen Beschluß des ersten Abends nicht weniger als vier sich widersprechende Ansichten geltend gemacht werden, wird auf Vorschlag des Präsidenten beschlossen, in einer niederziisetzenden Commission die wirkliche Fassung der augeuoinmenen Anträge zu bestimmen. Im Anschluß hieran wird von mehreren Rednern unter lebhaftem Bedauern constatirt, daß die Versammlung unmöglich ihre Aufgabe, einen Normalplau festzusetzen, vollenden könne. Daher beantragen 12 Mitglieder: „In Anbetracht dessen, daß ein Eingehen in die Einzelheiten des festzustellenden Normalplanes unter Berücksichtigung des Stoffes und der Methode in der Behandlung der einzelnen Lehrobjekte und anderer von Pädagogen empfohlenen, das Schulwesen und den Lehrbestand betreffenden Gesichtspunkte nach Lage der Sache unmöglich ist und im ferneren Anbetracht, daß noch höchst wichtige Anträge vorliegen, beantragen die Unterzeichneten den vorgelegten Plan nur in seinen Hauptumriffen zu berathen, dagegen die speciellen Ausführungen einer zu wählenden Commission mit gebührender Berücksichtigung praktisch und seminaristisch gebildeter Lehrer zu überweisen." In der Discussion bemerkt zunächst D r. V o g e l st e i n: „Wir sind aus Roth und Mangel an Zeit gezwungen diesen! Anträge beiznstimmen, aber die jüdischen Gemeinden auf dem Lande, so-

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