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Der Israelit · 1885-01-08 · Heft 2 (8.1.1885) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 2 (8.1.1885)
Date
1885-01-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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28 bliothek verdankt, für welche er am 26. Octobcr 1868 die Summe von 10,000 Francs anssetzte; Das; seine Testamcntsversngungen gestatten dieser der israelitischen Wipenschast so nutzbringenden Gründung mehr Ausdehnung zu verschaffen; beschließt das Eomiffi: 1. das Protokoll der Sitzung wird, nebst den oben angeführten testamentarischen Verfügungen den Ausdruck der Dankbarkeit des Eentral-Eouutcs für die der israelitischen Wissenschaft durch Herrn L. M. Rothschild erwiesenen eminenten Dienste enthalten. 2. Ein Auszug des Protokolls wird an die Familie des Herrn L. M. Rothschild verabfolgt werden. (Israeliten in Rumänien.) Der Baron Henry de Worms, Präsident der ^nglo-vovik-ü-^sMciatism und Mitglied der Kammer, hat zu verschiedenen Malen die Aufmerksamkeit des Foreign Office auf die Lage der Israeliten Rumäniens gelenkt, welche ganz dem Art. 44 des Berliner Traktats widerspricht. Er hat seine diesbezüglichen Anfragen am 3. und 13. November wiederholt. Der Uuterstaatssccrctair Lord Fitz Maurice, hat geantwortet, daß er dem Vertreter Englands in Bukarest den Auftrag ertheilt habe, ihm einen deiaillirtcn Bericht über die Lage der rumänischen Israeliten zugchen zu lassen, daß er aber diesen Bericht noch nicht erhalten habe. In der Sitzung vom 13. November hat Herr Scrjcant Simon sich dem Baron de Worms angcschlosscn, um an Lord Fitz Manrice die Frage zu stellen, ob er von dem englischen Vertreter in Bukarest einige Informationen erhalten über die Zahl der Israeliten, welche in Rumänien ihre Naturalisation erhalten seit dem Berliner Tractat, über die Zahl der Natnralisations-Gefuche, welche den rumänischen Kammern vorgelegt wurden, über die Anzahl der abschlägigen Antworten und über die den Israeliten anferlegtcn Umstände und beträchtlichen Kosten, um diese Naturalisation zu erreichen. Lord Fitz Maurice hat geantwortet, daß er der Kammer diese Mittheilungcn bekannt geben würde, sobald er sie erhalten haben werde. (Israeliten in Rußland.) Die russische Negierung hat zur Zeit der Unruhe» im Jahre 1882 eine Eommission damit beauftragt, die die Jsraelitcn in Rußland betreffenden Gesetze eingehend zu stndiren. Eines der hervorragendsten Mitglieder dieser Eommission, der Fürst Demidoff San Donato, welcher im letzten Jahre eine ausgezeichnete Arbeit über die Stellung der Israeliten Rußlands geschrieben, hat kürzlich in der Russischen Revue einen außerordentlich interessanten Artikel über diese Frage veröffentlicht. Er weist darin besonders nach, daß die Israeliten in wirksamster Weise zum landwirthschastlichen/gewerblichen und commerciellen Gedeihen Rußlands, beitragen werden von dem Tage an, an welchem das Gesetz ihnen gestatten wird, jede Laufbahn zu verfolgen. Ein hervorragender Prälat Mgr. Nicanow, der Erzbischof von Odessa, hat zur Zeit der Unruhen, die im Jahre 1882 stattgehabt, von der Kanzel herab eine Predigt gehalten, um die gegen die Israeliten gerichteten Verfolgungen zu tadeln. Die Juden haben dieses großmüthige Vorgehen in dankbarer Erinnerung behalten. Der Stamboul vom 18. November erzählt, daß, als Mgr. Nicanow Elisabethgrad besuchte, eine israelitische Deputation dieser Stadt demselben eine Bibel in hebräischer Sprache überreicht hat, welche in ciselirten Silbertafcln gebunden war und folgende beide Aufschriften trug: „Monseigneur Nicanow, dem Erzbischof von Odessa und treuen Diener des Glaubens und der Gerechtigkeit, gewidmet von der Gemeinde von ' Elisabethgrad zum Zeichen ihrer Verehrung und tiefgefühlten Dankbarkeit. 1884." — „Der Christ und der Israelit sind zwei Brüder, Sohne eines einzigen Gottes, des himmlischen Vaters." (Israeliten in Marocco.) Wir haben schon oft ausführliche Nachrichten gebracht über die schlechte Behandlung, der die Israeliten in Temnat von Seiten des Eaid dieser Stadt ausgcsetzt sind, und auch über die Schritte, die in Tanger zu Gunsten dieser Gemeinde gcthan worden. Tie Lage dieser armen Menschen ist dieselbe geblieben. Folgende neue Angaben über diesen Gegenstand sind uns zugegangen: Die Abgeordneten von Demnat, die seit mehreren Monaten in Tanger sind, um dem Sultan die Klagen ihrer Glaubensbrüder vorzutragen, haben noch keine Acnderung erhalten können. Aus alle ihre flehenden Bitten antwortet der Groß-Vezir, daß sie ohne Furcht und Sorge heimkehren könnten, daß sie begleitet werden würden vom EaidEkbachir Elhabassi, der dem Eaid von Demnat die Befehle des Sultans überbringen und ihm den den Israeliten dieser Stadt zu Gunsten erlassenen Firma» übergeben soll (dieser Firma« wurde im October- Bericht wiedcrgcben). Die Abgeordneten wissen sehr wohl, daß diese Maßregel durchaus ungeeignet ist, den Verfolgungen, welchen die Israeliten von Demnat seit mehreren Jahren ausgesctzt sind, ein Ziel zu setzen. Der Gemeindcvorstand hat dem Eaid jüngst den Firman . vorgelegt, den Sir Moses Montefiore im Jahre 1864 zn Gunsten der Israeliten von Marocco er-

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