Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1885)
- Date
- 1885-01-08
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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wirkt hatte, da ließ sie der Caid in's Gefängnis; werfen, behielt sie drei volle Atonale gefangen und gab ihnen nicht eher die Freiheit wieder, bis sic ein Löscgeld von mehr denn 20,000 Frcs. gezahlt hatten. Die Abgeordneten von Dcmnat sind überzeugt, daß sie, wenn sie hcimkehren, einem sicheren Tode cntgegengchcn, so lange der gegenwärtige Caid im Amt bleibt. Seitdem sich der Sultan mit seinen Ministern nach Fez begeben, sind die Telcgirtcn von Demnat ebenfalls in dieser Stadt. Jedesmal, wenn sie sich beim Groß-Vczir haben melden lassen, hat dieser Befehl gegeben, sie fortzujagcn. Seine Soldaten haben cs bei der Befolgung dieses Befehls nicht an Schimpfrcden und Stockschlägcn fehlen laffen. Jndcffen behandelt der Caid ihre Familien und alle Israeliten mit stets wachsender Grausamkeit. Nach den Briefen aus dieser Stadt, die flle Reveil du Maroc“ vom 22. und 29. Oct. veröffentlicht, hat er kürzlich die Häupter der Gemeinde berufen lassen und ihnen angcküudigt, daß er auf Befehl des Sultans die zum Schutze des Mell ah (Jndenviertel) bestimmte Nachtwache anflösen werde. Die Wache anfhebcn, heißt die jüdische Bevölkerung den Beschimpfungen und Gewaltthätigkeiten der Muhamedaner aussetzcn; und die Israeliten haben nur zu bald die unheilvollen Folgen dieser Maßregel über sich ergehen lallen müffcu. Tie Mnhamcdäucr sind in das Mellah cingcdrungen, haben die Israeliten ungestraft mit Stöcken geschlagen, die Häuser verwüstet, die Waarenlagcr imb Läden geplündert, die Frauen geschmäht, geschändet uub getödtet. Cin Theil der jüdischen Bevölkerung ist aus dem Mellah geflohen und haben sich in ein arabisches Hciligthum, welches bei den Mnhamcdanern als eine unverletzliche Freistätte gilt, geflüchtet. Um diese Armen zu zwingen, ihre sichere Znfluchtstätte zu verlassen, haben die grausamen Muhamedaner die Dächer der Hütten zertrümmert, die die Geflüchteten rings nm das Haus des Vorstehers des Heiligthums errichtet hatten. Die, welche kein Obdach zu finden vermochten, haben die Flucht ergriffen und irren auf freiem Felde umher. Die fünf Synagogen von Demnat sind leer, man findet nicht mehr 10 Personen beim Gottesdienst. Die Häuser der Abwesenden sind auf Befehl des Gouverneurs geplündert und niedergerissen worden. Der Gouverneur hat außerdem die arabischen Schuldner der Israeliten '.kommen lassen und sie gezwungen, den Betrag ihrer Schulden in seine Hände zu legen. Während des Festes Hosanna Nabba hat er ferner israelitische „Notare" zwingen wollen, eine Erklärung annnsetzen, in welcher sie anssagtcn, daß alle von den Inden gegen ihn gerichteten Klagen vollständig gnmdloS wären. Die Notare haben sich geweigert eine falsche Erklärung abzngcbcn; sic sind, zehn an der Zahl, geschlagen und cingcspcrrt worden. Die ander Notare, cingeschüchtert durch die ihren Collegen znertheiltc Strafe, haben geschrieben und unterzeichnet, was der Gouverneur von ihnen verlangte. Aber che sie vor dem Caid erschienen, erklärten sie dem Vorstände der Gemeinde, daß sie ans Furcht vor der Folter, der man sic im Falle ihrer Weigerung unterziehen würde, ihre jetzige Erklärung abgeben, jedes also das Schriftstück, das sic zur Ncchfcrtigung des Gouverneurs abfasscn würden, gänzlich wcrthlos sei. Tie israelitische Junta von Tanger und die Vertreter einiger europäischen Mächte hüben versucht, durch offiziöse Schritte den unglücklichen Israeliten von Dcmnat zu Hülfe zu kommen; bis jetzt aber haben sie keinen Erfolg gehabt. IrtuJjfißc Lösungen snndken ein: Herrn. Hirsch in Fredcricia. Isidor Frirdländer inKibarty. Hermann Deutsch in Preßburg. Moser» v'haiin in Samter. Moses Schweriner in (izarnikan. Aron Schönsärber in Dornhcinl. LoniS Kelvin in Frankfurt a. M. Israel L. Zobel in Boskowitz. Lehrer S. Gutmann in Welchen». Lehrer S. Friedbkrg in Gros; - Rohrheim. Abraham Nordmann in Frciburg. Helene Leven in Uerdingen. Jenny n. Jrttchen Drzolkowsky in Schulitz. Nauuchcn Hschclbacher in München. Lehrer n. Vorsänger Schlesinger in Mergentheim. Lehrer I. Rothschild in Ziegenhain. Salomo« Kaufmann in Köln. Lehrer R. I. Lecrmeester in Frechen. M. lZckmann n. I. Nathan in Gau-Algesheim. Frau Rabb. Bertha London in Raschlow. (0%. Abonrl8. ncnt der Mnrthcrtvauln'fchen Pension in Halbersiadt. in Mainz. M. Salomon in Lechenich. Albert Lcvi in Bischweilcr. Sclmar u. Max Auerbach in Köln. Lehrer PH. Kanftcin ». Jacob Moses Schloß in Simmern. vnin in Usjheim. Julius u. Siegfried Feist in Büdesheim. Traiteur Gustav Goldschmidt in Posen. Hauptlehrcr Mayer in Ronnenweier. G. Herzberg in Hameln. Moses Sommer in Nidda. Fanny Weiubcrger in Baisiugcn. Lehrer M. Godlcwsky in Gcrolzhofen. Louise B. Lcvi in Hechiugen. Friederike Lukas in Wciswciler. Lehrer Leopold Hcimann in Zirndorf. Josef Grcgcr in (\ftju. Rosalie Frank in Nieder - Dhmcn. I. L. H. in Aschasscnburg. Joseph Vogel in Rengsdorf. Jakob Schachtel in Thorn. Albert Neustadt in Breslau. Rcbecka Schuster in Hber-Sccmcn. F-. Fleischmann in Reichenau. Lehrer Hermann Sichel in ^bereuerhcim. Rabb.-kiaud. Max Weiß in Galantha. Frau Gottlicb iu Ncuhof u. Helene Schönfärber aus Dornheim. Adolf Bachrach in Glmshorn. Kuöpstcr-Mark iu 'Batorkest. Veit Kahn u. Feist Strauß in Cannstatt. Gmil Lipstadt in Hamburg. Rudolf Sulczbek iu Sarvar. Lucile Metzger in Strastburg. Julius, Klara u. Wilhelm Menerbach in Aachen. I. Braun in Markolcz. (S. Fortsetzung in der 2. Beilage.)