Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1885)
- Date
- 1885-01-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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27 besonders der sich 4m Privatbcsitzc besindcndcn Stücke. Es könnte in kurzer Zeit auf diese Weise von den vorhandenen hebr. Alterthümern, die wohl sehr zerstreut sein mögen, ein ungefähres Bild gegeben werden. Zugleich kann auch dadurch das Interesse für diesen Gegenstand geweckt und manches interessante Stück entdeckt werden. Schließlich möchte ich unsere Brüder im heiligen Lande dafür intcrcssircu, da bei Neubauten rc. doch gewiß Funde ans althebräischer Zeit gemacht werden. Auch bei den seit Jahren ftattsindcnden Bauten von Pilgcrwohnnngcn, die doch _ vielfach auf alten Schutthaufen errichtet werden, sollte man ein achtsames Auge darauf richten. So möge denn diese Anregung atlcmcincs Interesse wecken und reichliche Mittheilungcn recht bald in diesen Blättern folgen. Dr. H. Sänger. Ans Bayern. Mit Recht hat jüngstens ein Eorrespoudcnt des „Israelit" auf die Vernachlässigung hingewitscn, welche “pin n?ennn: auch von Seiten Derjenigen erfährt, die sonst nicht zu den „Leichtfertigen" gehören. Mit diesem will ich nun den wahrscheinlichen Grund dieser Erscheinung darlegen, vielleicht trägt dies dazu bei, Wandlung zu schaffen: Es ist nämlich ein großer Fehler, daß in den meisten gewöhnlichen m7^?>-Ansgabcii, so auch in der verbrcitcsten, der Rödclheimcr n7cn -pin gar nicht enthalten ist. Dadurch erfährt die Schuljugend von dieser nr-c gar nichts, und was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans ja nur selten. Diese Sparsamkeit in den gewöhnliche n rv,7cn macht sich an noch anderen Stellen geltend, z. B. bezüglich der welche als Ersatz für ran und rri i n7}T gelten rc. rc. Bei dieser Gelegenheit möchte ich die Herren m7^.-Verleger auch aufmerksam machen, besseres Papier in Verwendung zu bringen. Sicherlich wird Jedermann lieber 20 Pfennig mehr für das Exemplar zahlen, um nicht sobald eine „verbrauchte" rr?On zu haben. Namentlich gilt dies von den rvftcn für Schulen. Tic allgcmcinc Sorgfalt auf Schulbücher sollte auch hier Platz greifen. Memel. Die gegen die russischen Juden in Berlin und Königsberg erlassenen Anstreibungsvcrordnnng kommt auch bei uns zur Geltung. Vorige Woche wurden alle hier lebenden, russischen Juden zur Behörde vorgeladen, wo jedem Einzelnen eröffnet wurde, daß er sich binnen wenigen Wochen einen russischen Paß verschaffen müsse, da man ihn sonst answeise» würde. Tie Meisten sind nicht in der Lage, sich einen solchen, und zumal in so kurzer Zeit, zu verschaffen. F r a n k r e i ch. Paris. Monatsbericht (November)der „Alliance Israelit Universelle." Das Ecntral-EomitS ist durch den Tod des Herrn L. M. Rothschild, eines der ältesten und ergebensten Freunde der Alliance, tief ergriffen worden. Es hat folgenden Brief an die Hinterbliebenen gerichtet: „Tief betrübt hat uns der schwere Verlust, welchen Sie in der Person des Herrn L. M. Rothschild erlitten. Das Ecntral-Eomitü theilt Ihren Schmerz und Ihre Trauer. Herr L. M. Rothschild hat sein Leben hindurch denjenigen Fragen, welche uns ununterbrochen beschäftigen^ das lebhafteste Interesse entgegen getragen und ist darin auf das auerkenncnswerthcste von seiner Gattin unterstützt worden, deren Name mit einem unter den englischen Israeliten volksthümlich gewordenen Buch eng verbunden ist. Herr Rothschild hat sich lange aii den Arbeiten der ^n^Io-.Ia^vj8ll-^88oeirüiun, welche in so engen Beziehungen zu uns steht, betheiligter hat in früherer Zeit einen besonderen Beweis der Sympathie für unser Werk bethätigt, indem er uns die ersten erforderlichen Fonds zur Gründung einer Bibliothek verschaffte, die für die Geschichte des Jndenthums werthvoll geworden und sein Andenken verewigen wird. Sein Beispiel und seine Werke werden ihn überleben." In der Sitzung des Ecntral-Eomitös vom 5. November, hat Herr Leonce Lehmann, Testamentsvollstrecker des Herrn L. M. Rothschild, folgende Bestimmungen ans dem Testament des betrauerten Verstorbenen vorgetragen: 1. Ich will, daß — insoweit es mir die verschiedciien Gesetzgebungen gestatten — im Falle meine Tochter Sara Halfon ohne legitime Lcibeserben stürbe, alle ihre von mir erworbenen Güter, von ihrem Todtestage an, den hier genannten, in folgendem Verhältnis; angehören sollen: 1. Ein Viertel, der Alliance Jsraelite zu Paris, für die Bibliothek, welche ich gegründet; 2. Ich vermache außerdem der Alliance Jsraelite zu Paris für die nach mir benannte Bibliothek, fünfzigtausend Francs. Nachdem das Ecntral-Eomitv diese Testaments- Verfügungen vernommen, faßte cS folgenden Beschluß: In Anbetracht, daß Herr L. M. Rothschild dem Werke der Alliance stets die lebhafteste und werthvollste Sympathie erwiesen; Daß ihm die Alliance die Gründung ihrer Bi-