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Der Israelit · 1885-01-08 · Heft 2 (8.1.1885) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 2 (8.1.1885)
Date
1885-01-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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27. Dezember uutrbc Herr Adolph Hins!in, (Vcnie= Direetor in Orleans, 31111t Brigadegeueral dieser Armee und durch ministeriettcii Beschluß zumGeniecammaiidantcn der 18. Region in Bordeaux ernannt. Paris. Bei der internationalen Ausstellung für Gcsnndheits- und Erziehnugswcscn in London erhielten die Handwcrkerschnle der Stiftung Bischofshcim ein Ehrcndiplom und die Herren Dr. Tclvaille und Hömcnt spcciellc lobende Erwähnungen. In den „Dcbats" veröffentlichte Herr Rudolph Darcste einen Artikel über die Leichtigkeit des talmndischcn Textes in Bezug auf die Geschäfte des Rechts. Herr Eduard de Blaut, Mitglied der Akademie, machte in der Sitmng vom 12. Dezember auf diesen Artikel aufmerksam und legte gleichzeitig den 7. Band der französischen Nebersctznug des Talmud von Herrn Moses Schwab vor, wobei er sich sehr günstig über die kn demselben enthaltenen zahlreichen Notizen anssprach, welche die Philologie und die Geschichte intcrcssiren, die dieser Ucbcrsetznng angcschlosscn sind. Der Kourier. Historische Erzählung von S. K 0 h n. (Verfasser von „Gabriel.") (Fortsetzung.) Fünftes Kapitel. David hatte seit scchszig Stunden so viel als nichts gegessen, war während dieser Zeit bei der größten körperlichen Mühsal, die man sich nur denken kann, eine Beute der hochgradigsten Aufregung gewesen, so das; er Hunger und Durst nicht empfunden oder wenigstens nicht zu empfinden geglaubt hatte. Allein jetzt, wo geistige und körperliche Erholung eintrat, machte auch in dem kräftigen Manne die Menscheunatur ihre Rechte geltend, und er fühlte, wie früher noch nie, in so hohem Grade das Bedürfnis; nach stärkenden Speisen, erfrischendem Tranke. — Allein bevor er noch daran ging, Hunger und Durst zu stillen, wollte der Pflichtteile Mannfür sein Pferd — ein ihm anverirantes Gut, wie er sagte, — sorgen, wollte das erhitzte Thier nach scharfem Ritte nicht lange stehen lassen, wollte cs hernmführcu und versuchen, ob er im Dorfe für dasselbe Futter und einen Stall fände. Allein weder die Eltern noch Lea wollten dies gestatten. Das junge Mädchen, ebenso klug als energisch erklärte: sie wolle den Huber-Franz, einen alten, aber noch rüstigen Invaliden, der unter Laudon im Türkenkriege gedient hatte und ein Freund von Pferden, mit' denen er gut nmzngchen verstand, warm bitten, sich des Grauschimmels, der wiehernd vor ihrem Hause stand, anznnehmen, ihm Futter zu verschaffen, Wasser zu geben und in dem Torfe einen Nothstall ansznmitteln. Sie wollte das unter der Bedingung besorgen, das; David mit dem Beginne seines Berichtes warte, bis sic zurückgekehrt sei, und nachdem dieser lachend das gewünschte Versprechen gegeben, eilte sie flink hinaus. Endlich kam Lea zurück, sie hatte sehr geeilt, das erkannte man an ihren hochgerötheten Wangen, ihrem wogenden Busen. „David," sprach sie, „für Dein Pferd ist bestens gesorgt, schau," sie deutete mit der Hand durch» Fenster und er sah mit Befriedigung, daß der alte Huber-Franz, der ehemalige .Kürassier, den Grauschimmel in eine alte Decke gehüllt, liebevoll auf- und abführte, ihm freundlich auf den Bug klopfte und — wahrscheinlich um ihm angenehm die Zeit zu vertreiben, frenndlichst in ihn hineinredete, „der Hnbcr-Franz wird auch für gutes Futter sorgen und das Pferd in das verfallene Schlößchen, das im Dorfe steht, führen, der Stall dort ist noch gut erhalten." „Ich dank' Dir vieltansendmal, liebe Lea!" rief David, „wenn ich mein treues Roß versorgt weiß, dann schmeckt mir gleich das Essen schon viel besser." „O! Du guter, herrlicher Mensch!" rief Eva gerührt,^ „Du kömmst ans einer blutigen Schlacht, in der Tausende getödtet und verwundet wurden, in der Tausende Dich todtcu oder verwunden wollten; und hast Dir doch Dein reines, menschliches Herz bewahrt. Mein alter Vetter pflegte immer einen schönen Poßnk') zu citireu: „Iodea Zadik Nefesch Behemto-) — und es gefällt mir ausnehmend gut von Dir, daß Du Deines Pferdes gedachtest, be- 1) Bibelvers. 2) Der A-vommc schont mich sein Thier, kroverl» t§. 12, B. 10.

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