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Der Israelit · 1885-01-05 · Heft 1 (5.1.1885) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 1 (5.1.1885)
Date
1885-01-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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in allen Fachkreisen berechtigtes Aufsehen zu erregen. Während des Vortrages war der allverehrte Rector, Herr Rabbiner D r. Hi l d e s h e i m er, von allgemeinem Jubel begrüßt, eingetreteu. Unmittelbar nach dem wissenschaftlichen Theile ergriff er. auch das Wort, um eine „schwere" talmudische Frage, welche sich ans das Ehannkahfest bezog, in>Hiner geistvollen Weise zu beantworten. Rach ihmhielt noch Herr Docent Dr. Ho ff mann eine hm morsprudelnde Ansprache, und nun drängte ein Toast den andern. Die Festestage sind verrauscht, der Festesjubel ist verklungen! Die auswärtigen Rabbiner sind wieder heimgekebrt, jedoch mit dem erhebenden Bewußtsein, daß sie nicht allein stehen, daß sie mit vielen, vielen Kommilitonen durch die engsten Bande derFrcundschaft umschlungen sind. Das Jndcnthum aber, und in erster Reihe das gesctzestrcue, darf mit gerechtem Stolze und mit froher Zuversicht auf diese Schaar von Männern blicken, die, in eine Fahne geeint, von einem Gedanken beseelt, von e in e rBegeisterung durchglüht, einst in der Stunde der Gefahr als geschlossene Phalanx gegen äußere und innere Feinde anfzntreten berufen sind, wenn cs gilt, die heiligen Güter unseres Glaubens Iren zu hüten und zu verfechten. — Bl. Hombrrrg, im Dez. In Erwiderung auf die dem „Frankfurter Journal" entnommene in Jbr geschätztes Blatt übergegangencn Bemerkungen über die Verwaudfchaftsbeziehnugen des Dichters Berthold Auerbach zu einem Homburgcr Bürger Namens S. Auerbach erlaube ich mir zu bemerken, daß dieselben, genauen Erkundigungen zufolge, auf Unrichtigkeit beruhen. Trotz vielfacher Anfragen bei Bekannten und Verwandten des Dichters, ist bis jetzt seine Behauptung nicht bestätigt worden, wohl aber wird sie widerlegt durch den langen Aufenthalt B. Auerbachs in Homburg. B. Auerbach hätte keineswegs einen Verwandten vernachlässigt, er hätte denselben trotz der ärmlichen Verhältnisse aufgesucht, ihn unterstützt. Wer einmal B. Auerbach gekannt, wird zugeben, daß es nicht in seinem Eharakter lag, einen Verwandten, der Armnth halber, zu vergessen. Er, der in Armnth ausgewachsen, stets bei Armen (wie seine Erzählungen und Dorfgeschichten beweisen) sich am wohlsten fühlte, wäre sicherlich von seinen Ansichten und Gewohnheiten in diesem Falle auch nicht abgewichen. Wenn auch von Manchem dem Dichter nachgesagt wird, daß er eitel, stolz, zurückhaltend gewesen sei, so ist dies ebenfalls nicht richtig. B. Auerbach war ein Mann von echtem, treuen Herzen, der in den letzten Jahren sich vom Gewoge der Welt deshalb znrückzog, weil er immer nach Größerem , strebend, dennoch dA Ganze, Ewigdauernde, nicht $1 erreichen vermochte. f ' In den letzten Jahren hatte es freilich einen .anderen.. Grund. Die AntffeuÄmhetze, die s. Z. von jenem Mfprediger heranMfchworen wurde, ging ihm tief znHerM. Mit Wehmuth sah B. Auerbach ein, daß trotz des Ruhmes, trotz aller Kämpfe für das Gute und Schöne, die er in seinem Leben geführt, er dennoch als Jude nicht die rechte Anerkennung finden könne. Was Wunder also, daß er sich mehr vom Getriebe der Welt zurückzog, und nur noch mit seinen besten Freunden verkehrte, während er gegen neue Bekannte sich steif und kalt benahm! Ich kam auf diese Betrachtungen hauptsächlich dadurch, weil ich schon hier und da abfällige Urtheile über die Freundschaft und den geselligen Verkehr des Dichters vernommen habe. Zum Schluffe möchte ich nur noch eins bemerken. Es ist jedenfalls auffallend, daß lange nach dem Tode des Dichters erst ein Blatt (welches behauptet, die Sache schon lange gewußt zu haben) mit diesen Enthüllungen ans Tageslicht tritt. Warum that es das betr. Blatt nicht* früher? Jedenfalls weil es seiner Sache nicht sicher genug war, um dieselbe bei Lebzeiten des Dichters ans Tageslicht zu bringen. Run, wo der Mund des Dichters, wie der des alten Mannes, verstummt ist, glaubt es, die Welt mit diesen Enthüllungen beglücken zu können, um dem Dichter einen Makel an.znhängen. I. E. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Prag, 22. Dezember. Am 20. d. hielt der Rabbiner M. Stark im hiesigen Afike-Jehnda-Vcrein einen Vortrag über „Wein im jüdischen Schriftthum und Eultus" der durch die fleißige und geschickte Zusammenstellung aller hieher gehörigen Schriftstellen und Talmudzitate, wie durch die anregende und gefällige Vortragsweise den nngetheilten Beifall der zahlreich erschienenen Zuhörer errang. Der Vortragende ging von der etymologischen Bedeutung des Wortes z" aus, das nach ihm „der Schmerzenserreger" oder „der Jammer für die Menschen bringt" bedeutet — nach Jöma 76 b — und citirte hernach alle jene Stellen, die die schädlichen Wirkungen des Weingenusfes, seinen nachtheiligen Einfluß auf Geist und Körper des Menschen anssprechen. Anknüpfend an das Wort unserer Weisen -no XL' p nr „Dort wo der Wein seinen Einzug gehalten, geht

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