Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 103 (30.12.1884)
- Date
- 1884-12-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1692 af Oesterri-Ungar. Monarchie - ribi; Ans T. - S^t. - Miklüs wird nns dmn ^2d. geschrieben: Emen schönen'' Beweis von- Toleranz lieferte' heute der allgemein 'geächtete NUd-pöpuläre Seelsorger derchiesigen reformirten Gemeinde, Herr Franz Vaday, welcher) da der Rabbiner durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, am Särge der früh verstorbenen Gattin des israelitischen Gutsbesitzers Herrn Albert Böhm eine ergreifende Trauerrede hielt. ' ' F r a n k r e i ch. ' Paris, 23. Dez. Ich habe Ihnen heute eine freudige Mittheilung über einen Sieg der orthodoxen Partei hier zu machen. — Bei der jüngsten Sonntag stattgehabtcn Wahl für die Mitglieder des Consistoriums wurde n. A. der allgemein bekannte und geachtete Herr Dr. Klein hier mit einer Majorität von 104 Stimmen gewählt*). Es ist dies von um so größerer Bedeutung, als der größte Theil der gewählten Mitglieder der ncologeu Richtung angehört. Herr Dr. K. hat bei anderen Gelegenheiten schönt dargelegt, daß er vor den Neichen sich nicht beugt, sondern seine strenge, religiöse und humane Gesinnung aufrecht erhält und zur Geltung bringt. * Möge es dem tapferen Vorkämpfer der hiesigen Orthodoxie vergönnt sein, recht Großes und Gutes zu wirken; lassen doch die religiösen Zustände hier so Vieles zu wünschen übrig. Edmond Moritz. F cu i l l e t o n. '! Der Gourier. ' Historische EMhlmg von S. Koh». (Verfasser von ^Gabriel.") (Fortsetzung.) '' „Also Kutscherä, gehen wir!" setzte der Kaiser fort, „ich, nach Laur, Sie das Dragonerregiment aussuchen!" . Zu dem russischen Offizier gewendet) sprach er, „Sie haben meine Ansicht gehört' Sagen Sie dem General Ostermann, wenn ihnt an meiner Achtung gelegen ist, soll er ausharrcn, bis auf den letzten Mann, bis auf die letzte Patrone!" Der russische Offizier grüßte militärisch und;;;;v *) Anm. der Red.: Bereits von einem anderen (Zorrespondenten telegraphisch angezeigt und in voriger Nummer mitgetheilt. . v!- - Der kaiserliche Adjutant hing dem Kaiser» den Mantel um,; dann schritten Weide inhöchstem 'Er* regung der Thürezu)- . -mü&t ‘ „Euer Majestät!" schrie Vlöchner' nt-'furchtbarster Seelenpein auf, „vergeffen Sie unserer nichts Der Kaiser wandte sich zornig unu?': „Er alter Narr! das sollte Er wohl einschen) daß ich in dem gegenwärtigen Momente etwas Anderes im Kopfe habe als seine albernen Angelegen- heiten . . . . Uebrigens wenn der Kaiser von Oesterreich in seinem eigenen Lande nicht sicher ist und flüchtig umherirren muß, wird-s da dem alten Weibe auch nichts schaden!"- -. Er schlug die Thüre heftig hinter sich zu.' -' Es trat zuerst eine furchtbare Pause ein. Der Uebergang von rasch entstandener Hoffnungsseligkeit zur höchsten Verzweiflung war ein gar zu jäher! Als die drei Menschen urplötzlich erfahren hatten^ daß ihr vornehmer Gast, dessen Theilnahme und Wohlwollen sie errungen zu haben glaubten, der Kaiser, der höchste Herr im Staate 'sei) der' unumschränkte Macht besitzt, der ein drückendes Gesetz zu Gunsten eines Unterthanen aufzuheben vermag, hatten sie mit vollem Rechte, das Beste gehofft, einen von Glückfüllc reich getränkten Augenblick hatten sie wohl berechtigt geglaubt, daß sich nun ihr armes freudeloses, dorucureiches Leben plötzlich zum Guten wenden, daß die drohende Gefahr, die schwere Gewitterwolke, die sich schon in den nächsten Tagen entladen sollte, glücklich abgewendet sei; ~ und mit einem Schlage hatte sich das Mes mit märchenhafter Plötzlichkeit znm Bösen gewendet! Die einzige Hoffnung, die fast traumhast im Urgrund ihrer Seele aufgetaucht war und die jedem von ihnen so abenteuerlich, sinnlos, wahnwitzig erschien, daß er sie schamhaft, furchtsam in seiner Seele verschloß, die Hoffnung, der Kaiser würde etwa in Folge eines Gnadengesuches rettend in ihr Schicksal eingreifen, diese einzige Höffnüng war zerstört, vernichtet .... Und gleichzeitig erfuhren sie, daß David, der Mensch, der ihnen von allen der liebste, der theuerste auf Erden'war, fast einem sicheren Tode entgegenging. s-V-! „Alles verlören!" ries endlich Blochner-p^ c „Ja," fuhr er in überströineuder Heftigkeit' fort) „Gott ist ein allmächttger Gott! Vor der Ankunft des Kaisers hatte'ich geglaubt)' wir" könntet noch unglücklicher werden als' wkt'' cs ' schont siNd . Gott hat' d a s "halbe Wunder gethach! unsere furchtbare Lage noch M verschliminern!^. ^Zetzt habe ich 'dem Obcrämtmanu' gegenüber/- wenn-' er seine Schergen-schickt) Dich-meine alte, armeEva in's Elend zu stoßen, keine Drohung, ich kann'nicht