Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 103 (30.12.1884)
- Date
- 1884-12-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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geübt wird, l&tb wie das..nichtjüdische Vorurtheil Juden und Judenthum gleichzeitig schwer.. trifft, ebenso richtet sich,.das Vorurteil der modernen. Juden gegen ihre Brüder und gegen ihre Religion. Jedenfalls ist das Vorurtheil der Juden gegen Inden und Judenthum ein noch vieL schlimmeres und ungerechteres. — Möge man aus der heutigen Bewegung gegen uns Juden, wie es sich von vernünftigen Männern geziemt, die,. beherzigenswerthe Lehre ziehen: Was Du. nicht willst, das; man Dir thue, das thue auch Anderen nicht.;; ' Zeitrmgsrmchrichten und Correspondeuzen. D e n t s ch l a n d. Mainz, 25. Dez. In der uns vorliegenden Nummer 350 des „Casseler Tageblatt und Anzeiger" vom 21. Dez. wird berichtet, daß in der am 6. Dez. d. I. abgehaltenen Sitzung des Hessischen Thierschutzvereins der Vorsitzende Herr Nector Peter, mitgetheilt habe, „daß, wie er aus eigener Anschauung wisse, in Wien resp. in Oesterreich der Modus des jüdischen Schächtens durch den dortigen Landrabbinen dahin abgeäudert sei, daß vor dem Abschlachten das Vieh durch einen Beilschlag vor den Kopf betäubt wird." Wir haben in Bezug hierauf zu bemerken: 1) Daß es in Wien resp. in Oesterreich einen Landrabbiner überhaupt nicht gibt, 2) daß kein Rabbiner der Welt gestatten kann oder darf, daßvordcmAvschlachtendas Vieh durch einen Veilschlag vor den Kopf betäubt werde. Das Fleisch eines auf diese Weise geschlachteten Thieres darf von Juden nicht geiwssen werden. Herr Rector Peter muß sich daher im Jrrthume befinden. Das „Casseler Tageblatt und Anzeiger" ersuchen wir ergebenst, von dieser unserer Berichtigung Notiz zu nehmen, ebenso die andern Zeitungen, in welchen der Jrrthnm des Herrn Nector Peter .VeröffenÜichung gefunden. , .. . . ■ Berlin, 21. Dez. Am Montag, 29. und Dienstag, 30. Dez. findet hiersclbst iu der Aula der jüdischen, Gemeinde-Knabenschule eine Versammln n g .von S ch n lm ä nn e r n st att, die einen .Normalplan für die Wischen Neligionsschulen berachen sollen. Die Beschlüsse dieser Versammlung, welche vom Deutsch-Israelitischen- Gemeindebunde angeregt wurde, sind dcßhalb von so weittragender Bedeutung, weil damit auch zugleich bestimnit wird, was der größte Theil der jüdischen Jugend' inZuknust von den Schätzen seiner Religion und Literatur erfahren und was für sie eine terrN inedMrtn bleiben soll.' Bekanntlich' sind der'Versammlung Unterhandlungen mit den Führern der verschiedenen Richtungen vorausgegangen, um ein allseitig befriedigendes Resultat zu erzielen; in einer gewissen Anzahl von Punkten bestehen noch Differenzen, welche hoffentlich in der Eonferenz eine Schlichtung erfahren werden. Freilich kann man schon jetzt aus dem vorliegenden Circular ersehen, daß die streng gesetzestreue Richtung keine Vertreter bei der Verathung des Normalplanes haben wird. Es nehmen an derselben, soweit bis jetzt bekannt ist, folgende Herren Theil: Die Seminardirectoren Holzmann (Berlin), Prager (Hannover), Stein (Cassel), Steinberg (Münster); ferner die Herren Sommer (Hannover), Fauerbach (Hildesheim), Dr., Kroner (Erfurt), Jacobsohn (Leipzig), Vlumenan (Bielefeld), Treu (Münster), Gutkind (Cassel), Cornelius (Rothenburg), Dr. Samuelsohn (Breslau), Dr. Bloch (Posen), Dr. Kirschstein, Dr. Frankel, Dr. Ungerleider, Dr. Maybaum (Berlin), Prof. Steinthal (Berlin), Dr. Cohn (Potsdam),. Dr. Bamberger (Königsberg), Dr. Werner (Danzig), Dr. Vogelstein (Stettin), Dr. Zuckermandel (Trier), Dr. Eschelbacher (Bruchsal), Dr. Bärwald (Frankfurt a. M.), Elsässer (Laupheim), Klingenstein (Oberingelheim). An eine Vorbesprechung, welche am Sonntag Abend zur gegenseitigen Begrüßung, sowie zur Vorbesprechung über Wahl des Büreaus und eines Quästors und über Geschäftsordnung bestimmt ist, schließt sich am Montag Vormittag um 9 Uhr die erste Sitzung an. Die Tagesordnung besteht aus folgenden Punkten: 1. Begrüßung der Versammlung durch den Ausschuß des D. I. G. B. 2. Constituirung der Versammlung..— Wahl der Präsidenten, Schriftführer und eines Quästors. 3. Einleitender Vortrag über die allgemeine Aufgabe (Referent Prof. Dr. Steinthal). 4. Berat h u n g d e s N o r m a l p l a n e s in Anlehnung an eine vom D. I. G. B. gegebene Zusammenstellung des Materials. .(Referenten sind die Herren Dr. Kroner-Erfurt, Dr. Stein-Cassel, Dr. Vogelstein-Stettin und Dr.. Zuckermandel-Trier).. Am Dienstag Vormittag folgt die Fortsetzung, der Berathung über den Normalplän.sowie,,.faW hseM noch Zeit bleibt, Verathung von Anträgen^ die sich auf Lehrwesen und Standesangelegercheiten' der Lehrer beziehend Die Sitzungen finden o ffentl ich statt. Am Dienstag Abend findet im „Norddeutschen Hofe" das obligate Festessen statt. ■