Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 103 (30.12.1884)
- Date
- 1884-12-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1688 heerden erschien (1. B. d. K. C. 20, V. 27). Und wiederum geschah ein Wunders Die kleine Schaar der Israeliten, etwa 7OO0 Mann, erschlug an einem Tage 100,OOO Feinde. Ben Hadad selbst mußte sich verbergen; es gab für; ihn kein Entrinnen. Da sprachen zu ihm seine Diener: „Siehe, wir haben gehört, daß die Könige aus dem Hanse Israel gnadenreiche Könige sind. Wir wollen die Gnade des Königs von Israel anflehen; vielleicht schenkt er Dir das Leben." — Und so geschah cs. — So bekannt und anerkannt war schon im Alterthume, selbst bei den Feinden Israels, die Barmherzigkeit des israelitischen Stammes. Und diese Barmherzigkeit, wir haben sie uns erhalten bis auf den heutigen Tag. Wo immer auf dem weiten Erdenrunde ein Armer, ein Kranker, ein Hungernder, ein Nothleidender das Mitleid eines Sohnes oder einer Tochter Israels in Anspruch nimmt — es wird ihm nicht versagt, und selbst der arme Israelit ist immer bereit, von seiner geringen Habe noch Aermeren mitzutheilen. Und mit der Gabe verbindet er stets das trostreiche Wort, den aufrichtenden Zuspruch. — In unserer Zeit, in der man die statistischen Erhebungen so sehr liebt, wäre es gewiß von großem Interesse, einmal den Procentsatz dessen aufzustellen,' was von Inden zu wbhlthätigen Zwecken gespendet wird. Es würde das ganz überraschende Resultate ergeben. Allein es ist unmöglich, eine derartige Statistik anfznstellen; denn der Jude, der wahrhafte Jude liebt es nicht, daß die Werke der Wohlthätigkeit, die er übt, an die Oesfentlichkeit gelangen; er sucht vielmehr das Gute, das er thut, soviel als möglich zu verheimlichen, um die Armen nicht zu beschämen. Er kleidet' seine Wohlthätigkeit in mancherlei Formen; denn sie gewährt ihm erst dann die rechte Herzensfreude, wenn der Beschenkte gar nicht merkt, daß er eine Wohlthat empfangen. Und ein solches Volk, das so denkt und fühlt und diese Gedanken und Gefühle immerwährend durch die edelsten Handlungen zum Ausdruck bringt, sollte seine Existenzberechtigung nachzuweiscn nöthig haben? Und das in unserer Zeit des wogenden Kampfes, da sich die Nationalitäten hassen und befeinden, da die Völker bis an die Zähne bewaffnet einander gegenüberstehen, in jedem Augenblick bereit, .allfeinander loszuschlagen? In unserer Zeit, da die verschiedenen Gesellschaftsklassen einander hassen und befeinden, da die Besitzlosen in den Besitzenden ihre Feinde und Unterdrücker erblicken? Wir aber harren ruhig der Erfüllung der göttlichen Verheißung durch den Propheten Jesaias (C. 42), die da in wunderbar herrlicher Weise die Bestiinmung Israels därlegt und die Berechtigung seiner Existenz bis an das Ende der Tage; sie'lautet:! „Siehe, mein Knecht (Jacob), ich erhalte ihn, * Mein Auserkorener, an dem Ich Wohlgefallen habe! Ich habe Meinen Geist auf ihn gelegt, den Völkern wird er Recht verschaffen. Nicht wird er laut rufen, nicht wird er Proselyten machen wollen*), nicht wird er. draußen seine Stimme vernehmen lassen. Das fchwmlkende Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht verlöschen, zur Wahrheit wird er herausführen das Recht. Er wird nicht ermüden und nicht erulatten, bis er auf Erden Gerechtigkeit verbreitet und seiner Lehre entlegene Inseln harren. So hat gesprochen der allmächtige Gott, der Ewige, der da die Himmel schafft und sie ansdehnt, der da die Erde ausbreitet und was aus ihr hervorgeht, der da verlecht Seele dem Volke auf ihr, und Geist, denen, die auf ihr wandeln. Ich, der Ewige, habe Dich berufen mit Gerechtigkeit und werde Dich festhalten an Deiner Hand, und Ich werde Dich bewahren und werde Dich einsetzen zu einem Bündniß für alles Volk, zum Lichte der Nationen, zu öffnen die geblendeten Augen, herauszuführen aus dem Kerker den Gefesselten, ans dem Gefängnisse die, so im Dunkeln wohnen." > Wir senden nicht Missionäre aus, um die Völker zum Judenthume zu bekehren; nur durch das Beispiel eines Gott und Menschen wohlgeMigen Lebens sollen wir lehren. Dann wird kommen, der Tag, an welchem alle Nationen sprechen werden (Secharia C. 8. V. 23): Mir wollen mit euch gehen, denn wir haben vernommen, daß Gott bei euch ist." - Von Dr.H^ Sängen (Schluß.) myi. Kann da noch von Urtheil die. Rede sein, wenn man sich trotzalldem wegwendet von diesem Gesetze? Die Geschichte der Affyrer, Babylonier, Egypter, Perser, Griechen und Römer liest, und studirt man als wahrhafte Berichte; man wagt nicht daran zu zweifeln; aber die jüdischen Quellen sollen lauter Fälschung enthalten. Das wichtigste Buch für die Menschen, das einzige, welches sofort mil der Lehre von dem einen Wesen, dem Schöpfer des Himmels und. der. Erde austritt, das: uns die wichtigsten und bedeutungsvollsten Berichte.von den I r f) r’fi '.ir*» '.r:-- *T'.i "• *) Vergleiche Rasch» St.