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Der Israelit · 1884-12-30 · Heft 103 (30.12.1884) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 103 (30.12.1884)
Date
1884-12-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXV. Jahrgang. M 103. Gentrat - Hrgan für das ortßodore Zudenthum. Heransgegcben von Di. Lehmann in Mainz. Dienstag, den SV. Dezember 5645 (1884). Bezugsbedingungen und Inhaltsverzeichnis befinden sich am Schluffe des HauptblatteS. Da mit dem 1. Jan. 1885 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten daraus aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. jgd?“* Die nächste Nummer erscheint Montag den 5. Januar 1885. "füg Leitende Artikel. Die GristenzSerechtigmig des israet. Kolkes. :V , XI. Mainz, 23. Dezember. Zu den Konsequenzen der Lehre von der Einheit Gottes gehört nicht nur die Beobachtung der Pflichten gegen Gott, sondern auch das Bewußtsein, daß ein Band der Brüderlichkeit dys ganze Menschengeschlecht umschlingt. Gott hat einen Menschen erschaffen und aus ihm das Weib gebildet, das Er ihm zur Seite stellte. Alle Menschen stammen von einem einzigen Paare ab; es ist also die ganze Menschheit nur eine einzige Familie. Dieser großen Lehre gegenüber verschwinden alle Unterschiede des Stammes, der Nationalität und der klimatischen Mannigfaltigkeiten, die sich im Laufe der Zeiten herausgebildet haben. Der Mensch mit schwarzer, brauner, rother oder gelber Hautfarbe ist so gut ein Nachkomme des ersten Menschenpaares uub daher unser Bruder wie der weiße Mann. Der Eskimo, der im kalten Norden ein kümmerliches Dasein fristet, gehört derselben Menschensamilie an wie die Kinder der civilisirten Nationen und wie die Neger im Innern Africa's, welchen die glühende Sonne die Haut schwarz gebrannt hat. Unsere Weisen lehren, daß die Barmherzigkeit eine der Erbtugenden des jüdischen Stammes ist. Und in der That, selbst unsere Feindemüssen es zugestehcn, daß nirgendwo so viel Theilnahme, so viel thatkrästkges Mitleid, so viel thätige Beihilfe für alle Arten menschlichen Elends gefunden wird, wie bei den Juden. Schon im Alterthume fand diese Thatsache selbst bei den Feinden Israels Anerkennung. Wohl Niemand hatte Israel weher gethan als Ben Hadad, der siegreiche König von Aram. Mit einem großen Heere, zweiunddreißig verbündete Könige in seinem Gefolge mit sich führend, war er ausgezogen, um Israel zu vernichten. Er belagerte Schomron, die Hauptstadt des Reiches, und fügte dem Drucke der Uebermacht den entsetzlichsten Hohn hinzu. Auf Befehl Gottes zogen nur 230 Jünglinge dem feindlichen Heere entgegen, die der König von Aram lebendig zu ergreifen den Befehl erließ. Aber sie wurden weder lebendig noch tobt ergriffen, sie errangen einen wunderbaren Sieg, so daß das gewaltige Feindeshcer vor ihnen entfliehen mußte. — Nach Jahresfrist zog Ben Hadad wiederum znm Kriege gegen Israel ans: seine Heerschaaren erfüllten das Land, mit denen im Vergleich die Heeresmacht Israels wie zwei Ziegen-

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