Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 101-102 (23.12.1884)
- Date
- 1884-12-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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sprechender Inschrift und mehrere werthvolle Staats- | Papiere. Herr Oberlehrer Fuld, um so mehr überrascht von. dieser Ovation, da der . eigentliche Jubiläumstag still-und unbenrerkt vörübergegangen war, sprach in. .üef eylpfundenen Worten seinen Dank aus,, in bescheidener Weise das chm gespendete große Lob.ablehnend, und die heißesten Wünsche für das fernere Gedeihen der Schule daran anknüpfend. . Möge es dem würdigen Jubilar vergönnt sein, noch eine lange Reihe von Jahren der heiligen Sache des Jugendunterrichtes in ungeschwächter Kraft seine Dienste zu. weihen. ... O e st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. Pesth. Die „Volksküche des Pesther israelititischen Frauenvereins" besteht in der ValerogasseRr. 7, seit dem Jahre 1868, also seit sechszehn Jahren und ist die einzige, welcher, nicht nur mit Beginn „der ersten Schneeflocken", sondern seit der Gründung ununterbrochen das ganze Jahr über geöffnet ist. Laut dem Verwaltungsberichte des Frauenvereins wurden im letztabgelaufenen Verwalttmgsjahre — d. i. vom 1. April 1883 bis 1. April 1884 — daselbst wieder 64,793 Portionen Mittagseffen um den Preis von 10 kr. per Person ohne Unterschied der Konfession verabreicht. Gegen- Ivartig, mit Eintritt der rauhen Jahreszeit, wird diese Anstalt von beinahe 400 Personen täglich besucht nnd sind es zumeist Studenten, Arbeiter, Handwerksgehilsen, sowie alte Männer nnd Frauen, welche diese Wohlthat in Anspruch nehmen. Um die Studenten nicht zu zwingen, sich manchesmal in einer ihrer Berussklasse nicht würdigen Gesellschaft zu bewegen, sind für dieselben gesonderte Räume eingerichtet und ist dadurch einem wesentlichen Uebelstand in dieser Anstalt längst Rechnung getragen. Die Vereinsleitung geht noch weiter und gestattet in besonders berücksichtigungswürdigen Fällen solchen verschämten Armen, welche aus naheliegenden Gründen ihre bedauernswerthe Lage noch bemänteln möchten, sich ihr Mittagessen ans der Anstalt abholen zu lassen.. Diese Anstalt wird aus eigenen Mitteln, und zwar, abgesehen von den geringen jährlichen Betträgen und Spenden, ausschließlich aus jenen Einnahmen erhalten, welche durch den Verkauf der Speisemarken einfließen und werden jene Speisemarken, welche durch den Verein in einzelnen Fällen an Geldesstatt als Unterstützung verabreicht werden, an die Volksküchen-Verwaltnng in Baarcm vergütet. Die Volksküche des Pesther israelitischen Frauenvereins entwickelt eine weit über die Grenzen der Hauptstadt anerkannte, segensreiche Thätigkeit, ihre Organisation war nmstcrgiltig für die meisten im letzten Dezennium in. der Provinz errichteten ähnlichen; Anstalten und selbst der ungarische „Rothe Kreuz"- Verein unterließ es nicht,'bei Gründung der für u die Esängo-Magyaren errichteten Volssküchen das zu entsendende Personal in dieser Anstalt einschulen und deren Leitung studiren zu lassen. ' ' Budapest, 15. .Dezember. Die antisemitischen Unruhen in Zala-Lövö wurden heute vor dem III; Strafsenate der k. Kurie als in letzter Instanz verhandelt. Von den Insassen der genannten Gemeinde überfielen am 7. November des Jahres 1882 etwa fiinfundzwanzig zur Nachtzett das Haus des Josef Deutsch, welcher sie mit Schüssen aus seinem Gewehre empfing. Dies alarmirte die Nachtwache, welche mit bewaffneter Hand gegen die Ruhestörer einschritt. Von denselben blieben zwei Personen, worunter der; Anführer des Volkshaufens Johann Szabö todt am Platze blieb. Die Aufwiegler wurden in den ersten Instanzen zu Zuchthausstrafen in die Däner von mehreren Jahren verurtheilt. Die k. Kuriebestätigte für den größten Theil der Angeklagten das Urtheil der zweiten Instanz und sprach die Angeklagten Johann Nagy, Josef Ezäßar nnd Stefan Tüth ftei. Das Strafausmaß des Ladislaus Halüß, den die königl. Tafel zu fünf Jahren Zuchthaus verurtheilte, wurde von der Kurie ans vier Jahre herabgemindert. y -iy-j.-i. > Budapest, 15. Dezember. Die Wittwe Adolf .Györgyei's hat zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten im Knabenwaisenhause der Pesther israelitischen Gemeinde eine Stiftung von 3000 Gulden gemacht. ... > * .. | H o l l a n d. . - Amsterdam. Professor Asser, ein berühmter Jurist, welcher im Ministerium des Aenßern einen wichtigen Posten eines Rath einnimmt, ist vom Ministerium nach Berlin gesendet worden, woselbst er die holl. Negierung bei der Congo-Conferenz vertritt. - ' - ’ ’• * . Am 8. d. wurden die schönen neuen Gebäude , der unter dem Namen „Neveh Aeschcmg" bekannten. Institution in Gegenwart des Bürgermeisters, der. jüdischen und christl. Spitzen der Stadt eingeweiht. : Die Institution enthält ein Hosspital, welches Raum -> für wenigstens 100 Personen hat, ein Asyl für Personen beiderlei Geschlechts, in welchem sich gegen- . wärtig 86 Insassen befinden, und ein Asyl für Irre. Im Ganzen können incl. der Beamten