Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 100 (18.12.1884)
- Date
- 1884-12-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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und rill die?Städte ziehen, welchevon geling armen Juden dewohntsind. - Meine Feder .- ist'- zw.schwach; die.schreckliche Lage!: der: 0bcngenanttteu.'f'Jilden..zn beschreiben.;und wenn nicht nnscrevermögeNdewGlanbensgenoffen „w2vn^ '22 den UnglüMchcn mit Brodi und Mohnungen Hilfe leisteten, so wären die -unterdrückten Juden vor Hunger» und Kälte nmgekommem'.i Jv :n.\ ..:C - Die Agricnltur-Bewegung unter vielen unserer Glaubensbrüder ist im Wachsen begriffen. Biele Juden haben bei uns und in der Umgegend bei Ackerbauern Beschäftigung gefunden,, und werden wegen ihres Fleißes vielfach den christlichen Arbeitern vorgezogem^- : u Moses Hochberg.; . (Verfasser von „Gabriel.") Aer Gourie Historische Erzählung von S. K 0 h n. r ui (Fortsetzung.) : „Aha, ich verstehe," sprach der Fremde. „Er ist Jude, hat als Zweit- oder Drittgeborener vom böhmischen Landcsgubernimn keine Ehebcwkttigung erlangen können, und hat doch einen gewissenlosen Rabbiner gefunden, der Ihn trotz des landcsfürstlichen Verbotes nach Seinem Ritus getraut hat. Aber das hilft Ihm nichts! Der Staat erkennt Seine Ehe nicht an. Freilich dafür, daß Er sich, vor einem Dritteljahrhundcrt ohne Guvernialbewilligung trauen ließ, kann Er nicht mehr gestraft werden, da ist schon die Verjährung eingetretcn; — aber Er lebt halt doch nur in wilder Ehe und Sein-Sohn, der Dragonerkorporal, ist ein unehlich Kind >? .-Es ist das schlimm, sehr schlimm für Ihn nnd' die Seinigen. Sein Sohn kann halt als Jude - sein Lebtag nicht die Ehebcwilligung erlangen, und-wenn Euer Oberamtmann Euch alte Leute trennen-, die Frau da von der Herrschaft^ wegschaffen - will, so ist er in seinem Rechtsmnd^ nicht das! Kreisamt, das Landesgnbernium, die böhmische Hoftanzlei könnte Euch schützen,- und selbst dev Kaiser,' der doch die Gesetze/ die et, oder seine Vorfahren gegeben,-, schützen muß, würde und wollte - Euch-nicht helfend 0io i:ü(niVi■ r’*} nn'-..! :V*/V Die Worte des^ vornehmem Fremden - schlüge« jede, -auch die-al l ere ntMr-üteste Hy ffnung/ j e n e allerentseirüeste Hoffnung/- wie -sie-nur-der üppigsten, - dnrchn die-^vonr der Verzweiflung::-.zur äußersten Anspannung ausgereizte Phantasie ersinnen kann, - erbarmungslos nieder/ auf die alte- Fra« wirktensie geradezu niederschmetternd.. Eva> brach inconvulsives Schluchzen aus und wäre umgesunken, wenn sie nicht wieder Lea, das kräftige Mädchen, in ihren Armen aufgefangen hätte. Blochner litt unsägliche Qualen, kein -Preis der Welt wäre ihm in dem Momente zu hoch erschienen, seine arme tiefgebeugte Frau, cmporzurichtcn; er ward todtenbleich, all' sein Blut schien in sein Herz zurückzufließcn, und dieses pochte und hämmerte und. schmerzte ihn, als wenn es brechen wollte; einen Augenblick war er vor Leid wortlos,, dann aber rief er: . „Nein, nein, tausendmal nein, gnädiger. Herr! das glaub ich nicht, das kann ich nicht glauben/ — . . . wenn mir der Allmächtige die große Huld erwiese — es wäre mehr, es war' ein. Wunder — daß ich, der geringste, der allerletzte seiner Unterthanen, den Kaiser sprechen könnte, er mir gnädiges Gehör verliehe, ich armer, zu Böden getretener Mann, ihm unsere unverdiente, unglückliche Lage in schlichten einfachen Worten, aber wahrheitsgetreu schildern könnte, — glauben Sie. .es mir, gnädiger Herr, der Kaiser, den Gott in seiner. Allweisheit berufen über Millionen zu herrschen^ würde erkennen, daß wir keine schlechte Menschen sind, daß mein Weib, mein Sohn, meine Pflegetochter und ich unschuldig leiden; der Kaiser würde sich unserer erbarmen, und wenn der Kaiser nur helfen. will, so kann er auch helfen, er ist ja der höchste Herr auf dieser irdischen Welt, er gibt ja selbst die Gesetze, wer darf es wagen, ihn in seinem Willen zn beschränken?! Wenn der Kaiser unsere hartem bedrängte Lage kennen würde/ so Blochner brach plötzlich ab, zum Theil, weil er durch die fieberische Auftcgung geistig und körperlich erschöpft war> mehr noch-aber, .' weil-. es. ihur plötzlich als sinnlose Thorheit erschien, einen Wunsch vor einem: ihm. gänzlich Unbekannten ausznsprechen/ der - kaün^ den Willen,. noch , weniger die Macht:-besaß, unmöglich Scheinendes möglich zu. machen.-::- :: - i- DerFremdewar Blochners Worten mit- Aufmerksamkeit gefolgt,- sie schienen -nicht.ohne Eindruck auf ihn geblieben: zu ssein xuseine Züge -waren milderc:gewovden/>erHrach:rr)Niü^tt chr -u- -'^„Wenn Er.; geglaubt-:hat/: daß;-tmei^Andienz beim i Kaiser: xürUJHn; undndie ^Seinen re&t; günstiges Resultat ergeben - würde/ - warum. hat Er es" nicht