Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 100 (18.12.1884)
- Date
- 1884-12-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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tarschulc, ohne irgend welchen besonder» Religionsunterricht zu genießen. Mit Besorgnkß mußten die Ettern der Zukunft ihrer Kinder cntgegcnsehcn und befürchten, daß dieselben, dem Judenthnme ganz entfremdet würden. Infolge dessen entschlossen sie sich, trotz ihrer geringen Anzahl und trotz der großen Kosten, einen eigenen jüdischen Elementarlehrcr zu cngagiren. Nun liegt das Lehrerseminar zu Münster zwar in großer Nähe, aber man wußte, wie wenig Religiosität dort zu finden ist. Daher ersuchte Ulan besonders auf Anrathen der Herren Weinberg und Alexander, Herrn RabbinerDr. Plato in Köln, einen Zögling seines Seminars zu empfehlen, wozu dieser gern bereit war. So .wurde denn am 1. Decemüer mit Zustimmung säunntlicher Gemeindemitglieder Herr W e i n g ar.t e n als Lehrer angestellt und von der königl. Negierung bestätigt. Wie wir. hören, wollen auch die Israeliten in dem nahe bei Weither gelegenen Halle von Herrn Weingarten Neligionunterricht ertheilcn lassen. Hoffentlich wird cs diesem Lehrer gelingen, eine glaubensstarke Jugend heranznbilden, damit das Judenthum auch in Westphalen wieder tiefe Wurzeln schlage. Denn, ry mo' D'pm O'>7iy -dg unsere Kinder bilden die künftigen Träger des Judenthums; sind diese religiös erzogen, dann werden wir auch einst pflichttreue Männer anfzuweiscn haben. — Mögen doch auch andere Gemeinden Westphalcns recht bald dem Beispiele Werther's folgen!-. Gnhrau (Reg.-Vez. Breslau), 15. Dez. Gar oft hörte ich von verschiedenen Cultusbcamten sagen: ich vermag es nicht zu ändern, wenn christliche Lehrer unsere Kinder zum Schulbesuch, zum Schreiben u. s. w. an den israel. Sabbat- und Festtagen anhalten. Dem gegenüber fühle ich mich gedrungen, durch nachstehenden Erlaß der Königl. Negierung in Breslau zu beweisen , daß die betreffenden Herren .sich vollständig in Jrrthmn befinden. Bei meinem Amtsantritte in hiesiger israel. Gemeinde-sollte auch ich wie alle Andern mein Kind am 2iv on roi? die Elementarschule besuchen läffett? Ein 'Persönliches Vorsprechen - beim Herrn Director und Schulinspector unter Hinweisung auf meine Stellung und auf das Religsonsgesetz blieb erfolglos; da wandte ich mich" an die Königl. Regierung mnd erhielt unter dcm 26..'iv^M durch die .Schuldeputation hier folgende/, Äntswort: *,<& --- ■tiC iM „Breslau,:den M November.1884; - /; . (! '„Aufden: Randbericht vom - Lö^October. d. I. zudem -.Gesuche. .des ' jüdischen -:Nrligiouslehrers Herrn I. Kütner im:iGuhranu-'v.sm.^S.uP«iM4 betreffend die Dispensation seiner schulpflichtigen Tochter vom Elementarunterricht an. den israel: Sabbat- und Festtagen, erwicdern wir, daß die erbetene Dispensation der genannten Schülerinzu gewähren ifL^hn:;:-v.r-iw. rllv';;: - „Königl. Regierung.' „Abtheilnng für Kirchen- und Schulwesens Aus diesem Erlaß ist deutlich zu ersehen, daß wenn der gute, ernstgemeinte Wille da ist, sich manches Gute erreichen läßt, und daß die Königl. Regierung den von mir angezeigtcn 2. Vers des 35/ Capitels vom dritten Buche Moses als eine begründete Entschuldigung angenommen hätt^ / I. K u tn e r, Religionslehrer. / Stargard, in: Dezember. Ein kleiner Knabe, der Sohn eines hier wohnenden jüdischen Kaufmanns, befand sich kürzlich ans dem Wege znr Schule. Während er ruhig vor sich hingeht, begegnet ihm eine Gruppe von Gymnasial-Schnlern, darunter auch ein gewisser Gottschalk, Quartaner des hiesigen königlichen Gymnasiums, welcher sich sofort mit dem höhnischen Rufe ans ihn losstürzt: „Den Judcnbengcl wollen wir mal köppen". Mit einem scharfen Eberzahn , welchen er in der Faust hält , schlägt er darauf den erschrockenen, hilflos schwachen Knaben mehrere Male in den Kopf, so daß der Gemißhandclte alsbald von Blut überströmt ist. In diesem Zustande kam der Knabe wenigstens nach Hanse gewankt. Der Gymnasialdirektor Professor Dr. Lothholz erklärt zwar, daß in der von ihm geleiteten Schule keinerlei Antisemitismus getrieben würde , auch ist der Schüler, welcher sich so gröblich gegen Zucht und Ordnung vergangen hat, bestraft worden — zwei Stunden Arrest — aber dennoch bleibt dieser brutale, nichtswürdige Streich für alle Diejenigen ein Menetekel, welche den Religions- Haß in Wort und Schrift nicht aufhören, zu schüren.. Oesterr.-Ungar. Monarchie, vyrritf «inlj iWli'f) Wien. Wir unterschreiben jedes Lob , .welches mau der Alliance Jsraölite Universelle, zollt. Wir anerkennen die hohen Verdienste dieses Vereins um das Judenthum und um die Inden/: Unsere innigen Wünsche und heißen Gebete begleiten udaK Wirken derselben, und wir sprechen es geradeaus, daß es Pflicht, jedes Juden sei, nach Maßgabe j sch ner Kraft die Alliance zu unterstützen.;. Wir-;-find jedoch nicht damit einverstanden, daß das - Loh, -auf Kosten des Talmuds und des alten Judenthmns geschehe, daß der.Talmud und das Talmudstudimn. erniedrigt. und in den Schatten gestellt werde,:hanut