Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1884)
- Date
- 1884-12-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1641 Dörfchen gewesen. Er war mit einer Frankfurter!« verheiratet. An einem Samstag Abend ging er ei-* nes Geschäftes wegen in einen Nachbarort, wohin der Weg durch den Wald führte. Er kam nicht mehr zurück. Nachforchungcn ergaben., .daß er in jenem Orte eingetroffen war und dort Geld vereinnahmt hatte, womit er den Heimweg durch den Wald autrat. Weiter Dar keine Spur anfzusindcn. Aber etwa eine Woche später ging ein Förster mit seinem Hunde des Weges durch bcn Wald. Der Hund sprang vom Wege ab ins Gebüsch und kam nicht mehr zurück. Als der Förster dem Hunde rief, gab dieser Antwort durch Winseln. Der Förster trat selbst ins Gebüsch und fand, daß der Hund dort im Laube scharrte und eine Leiche herausgrnb. Es war der vermißte Auerbach, der erschlagen und vollständig entkleidet hier eingescharrt worden war. Aber jede Spur des Mörders fehlte. Lange Zeit nachher rauchte ein Kerl in einer benachbarten Ortschaft aus einer auffallend schönen Pfeife mit silberbcschlagenem Ulmerkopfe. Er bemerkte, daß dies auffiel und sagte deshalb in rohem Tone: "Ihr meint vielleicht, ich hätt dem Judd sei Pfeif!" Hierdurch erregte er Verdacht und wurde gefänglich eingezogen. Er legte ein Geständniß des begangenen Mordes ab. Die Frau des Ermordeten zog mit ihren Kindern nach ihrer Vaterstadt Frankfurt. Einer ihrer Söhne zog später wieder nach dem Schwarzwald zurück uud dies war der Vater von Bcrthold A. Ein anderer der Söhne siedelte nach Homburg über; einer seiner Söhne ist der dieser Tage verstorbene Salomon A. Letzterer war 1801 geboren und erlernte in seiner Jugend das Schneiderhandwerk. Mit seinem berühmten Geschwisterkind kam er einmal in Mainz bei einer gemeinsamen Taute zufällig zusammen. Als Bcrthold A. sich einige Zeit in Hombnrg aufhielt, fiel es ihm nicht ein, die nahen Verwandten zu besuchen. Aus dem Elsaß. Die „Warnung", welche Herr Rabbiner Hirsch '"r zu Frankfurt a. M. in einer der letzten Nummern des „Israelit" vor gewissen, aus Nußlund importirten pon ergehen ließ, hat bei einem allerdings nur kleinen Kreise hierländischer Jehndim die Frage angeregt': ob denn alle von inländischen Sophrim erzeugtem r)on den religiösen Anforderungen entsprechend Thatsächlich ist ein großer, wenn nicht der größte Theil der hierzulande benutzten pon, nicht, nach Vorschrift verfertigt./;,v"yi;;rV'. Die Kopstephilla, (irtn;')sn), soll nach der religiösen Vorschrift aus einem quadratischen Gehäuse bestehen, das sich aus vier gesonderten, ganzen Behältern zusammcnsetzt. (Or.EH. XXXII, 39, 40.) Die Anfertigung solcher — wen» sie dazu noch ans einem einzigen Stück Haut, tinTijfr. sollen gemacht werden — erfordert natürlich etwas Mühe und Zeit. Aber solche sind hier zu Lande sehr selten geworden. Ans der „guten, alten Zeit" mögen vielleicht noch hier und da einige „Paare" als Erbstücke auf das jüngere Geschlecht gekommen sein; allein die in neuerer Zeit angefertigtcn, sind fast durchweg ganz neuer Fa?on. . Meistcntheils besteht die hierzulande gebräuchliche Kopstephilla — wie die Handtephilla —blos aus einem nngesonderten Gehäuse (die Abthcilungen, welche im Innern der Tephilta durch Einschieben von Lcderstückchen hergestellt werden, ändern die Sache durchaus nicht); nur sind — um die Käufer glauben zu wachen, die neumodischen ]')Dn Hätten noch die alte, vom Rcligiousgesctze vorgeschriebene Form — in dem dickaufgetragencn Lack dort mit dem Messer Striche gezogen, wo die geforderten Behälter — sein sollten. Daß solche zur Erfüllung des Gebotes vollständig ungeeignet sind, braucht nach der oben angeführten gesetzlichen Vorschrift, nicht. erst gesagt zu werden. Wer sind die Verfertiger dieser — i^Dn 2 Schreiber dieses weiß es nicht zu sagen. So viel aber weiß er, daß sie meist von im Lande heimischen jüdischen Hausircru feilgeboten werden. Schwerlich dürsten unsere Hansirer diese — aus Rußland importirt haben. Diejenigen, welche das religiöse Leben der elsäßischen Judenheit zu überwachen haben — die Herren Oberrabbiner und Rabbiner scheinen keine Ahnung davon zu haben, wie weit die in Rede stehcudcu, neuartigen unter den hierländischen Juden verbreitet sind.- Vielleicht gelingt es diesen Zeilen, die Aufmerksamkeit unserer geistlichen Führer auf diesen tief betrübenden Uebelstand zu lenken.. Ihrem energischen Einschreiten wird es gewiß gelingen mw') mey TtnnS 'nvn. : Oeste r r. - U ng a r. Monarch i e.;! Neupesth. Die gcsammte Vudapester Tagespresse erzählt des Ausführlichen über das unqualifizirbare Vorgehen des antisemitischen Renegaten Bartholomäus S z t e r s n y i. Dieses mauvais sujet ist der würdige Sohn des berüchtigten Rabbi Alber tSztersnyi's, desallerneustenReformers,' welcher mit seiner neuen (?) Lehre, besonders auf die „.Kiudererziehung" wirken will. Nun einen