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Der Israelit · 1884-12-15 · Heft 99 (15.12.1884) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 99 (15.12.1884)
Date
1884-12-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1642 bessern Beweis von dem wahren Werthe seiner Lehre konnte der Ncformapostel nicht geben, als durch den Hinweis ans das lebende Beispiel — wie der eigene Sohn gerathen! ..... Frankreich. Paris, 8. Dez. In Bezug auf die bisher vom Staate gewährte, von der Budget-Commission aber gestrichene Subvention von 32000 Fr. für das Rabbiner- Seminar hat das isr. Centralconsistorium eine Note au diese Commission gerichtet, welche auch unter allen Deputirtcn dcrKammer vertheilt werden soll, in welcher der Nachweis geliefert wird, das; in so lange der Staat ähnliche Anstalten anderer Confessionen unterstützt, der Staat überhaupt für einen Theil der Ausgaben für Cultnszwecke der verschiedenen Confessionen anfkommt, die Streichung obenbezeichnetcr Summe für das Nabbinerseminar eine Rechtsverletzung gegen die Anhänger isr. Confession in sich schließe. Wir werden gewiß sehr erfreut sein, wenn die Dcputirtenkammer auch fernerhin den Credit für das Nabbinerseminar gewährt; aber die Jeremiade, welche die „Arch. Isr." über dessen etwaigen Ausfall anstellcn, und die Befürchtung derselben, daß mit der Entziehung dieser 32000 Fr. die Ausbildung der Rabbiner gefährdet sei, resp. keine Rabbiner mehr kn Frankreich herangebildet werden, können wir durchaus nicht thcilcn. Das wäre ein Armuthszeugniß für das französische Judenthum, wenn diese verhältnißmäßig kleine Summe nicht freiwillig aufgebracht werden könnte. Die deutschen Juden unterhalten Rabbiner- und Lehrerseminare und geben dafür freiwillig Hunderttausende aus. Und so wird es auch im Nothfalle in Frankreich kommen. Wir haben von den französischen Juden in Bezug auf Opferwilligkeit eine ebenso gute Meinung wie von den deutschen Juden. '5 : - Paris, 11. Dezbr. Die Kammer beendigte das Knltusbudget und stellte die Kredite für die protestantischen und israelitischen Seminarien wieder her. England. Professor Sylvester in L o n d o n wurde von der könkgl. Gesellschaft zum Rath ernannt. ' Ein Insasse in Falmouth Union, der Matrose William Aschworth (Israelit) feiert in sechs Montag seinen 100. Geburtstag. Derselbe empfängt von der Regierung eine kleine Pension, mit der er sich aber nicht zu ernähren im Stande war, weßhalb er ein Armenhaus aufsuchen mußte. In engl. jüd. Müttern wird dafür agktirt, daß für denselben eine Summe gesammelt werde, damit er seinen Lebensabend in Behaglichkeit verbringen könne. In Manchester und Liverpool hat sich ähnlich wie in London ein Bisitations-Comite gebildet, welches die Aufgabe hat, die Gefängnisse, Hospitäler und Asyle in ihren Bezirken zu besuchen und darauf zu achten, daß für die in diese» Lokalen sich befindlichen Israeliten in vorgeschriebener Weise gesorgt werde. Rumänien. Die zwei einzigen Depuürten der rumänischen Kammer, die für die Interessen der hartbedrängten Juden warm eingetreten, sind die Herren George Pauu und Marzcscu, verloren bei den jüngsten Wahlen ihr Mandat. Rußland. Petersburg. Prinz Demidoif de San Donado, Mitglied der sogenannten Judencommission, dessen Broschüre über die Judenfrage die allgemeine Aufmerksamkeit erregt hat, ist mit der Herausgabe einer Geschichte der Jndenfrage in Frankreich, Deutschland und anderer Staaten beschäftigt. Man sieht dem Buche, das bald erscheinen soll, mit großer Spannung entgegen. Die Staatsräthe Dr. Margules und Dr. Bernstein, die durch die Ernennung zu Rittern des Wladimirordens ein Recht auf den Adel haben, sind von der Adelsversammlung zu Cherson, bei welcher sie ihr diesbezügliches Gesuch eingereicht haben, mit der Motivirung abgewiesen worden, daß nach den Traditionen ihrer Corporation Juden als Mitglieder nicht ausgenommen werden können. Petersburg, Am 28. November feierte das hiesige Bankhaus I. E. G ü n z b u r g das Jubiläum seines fünfundzwanzigjährkgen Bestehens. An demselben Tage wurde der Chef desselben, Herr Baron Horace Günzburg, von Sr. Majestät dem Kaiser zum wirklichen Staatsrath (verbunden mit dem Titel „Excellenz") ernannt, von welcher Auszeichnung der russische Finanzmknister den Baron telegraphisch verständigte. Der Baron brachte an diesem Tage eine halbe Million Rubel zur Bertheilnng, während jeder der Dienenden des Hauses eine Medaille zum Andenken an diese Feier und außerdem die Hälfte der Jahresgage Äs Geschenk . erhielt» .-i4r «uurMii? r.*»if. . £

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