Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1884)
- Date
- 1884-12-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449406-2449499--21331-2510912- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1640 Umstand dürfen wir wohl m. G. H. mit Geuugthuung Hinschauen. Wir meinen vielmehr das Zubereiten der bezüglich deffen in vielen Orten mancherlei zn wünschen übrig bleibt. Bekanntlich werden seit geraumer Zeit die. msD in den meisten deutschen nnd französischen rri7'*np_ mittels Maschinen hergestellt. Der Gebrauch dieser Maschinen wurde seinerzeit von orthodoxen Autoritäten unter verschiedenen Voraussetzungen und Bedingungen gestattet. Jene Rabbiner erkannten mit Recht den Fortschritt in Bezug auf die Beschleunigung der Herstellung, wodurch die nnro leichter vor twn V'iD'n bewahrt wurden; sie erkannten aber auch die Notwendigkeit, beit mit diese» Maschinen arbeitenden Bäckern die unerläßlichen Instructionen zu ertheilett, und von deren Einhaltung die denselben ertheilte Erlmlbuiß abhängig zu machen. Eine dieser Einschränkungen ist die, daß die Resttheile des Teiges, die durch das Rnnd-Ansschueiden der nma entstehen, nicht zu oft, höchstens ein- oder zweimal, wieder durch die Maschine kommen, und daß spätestens beim dritten Male die rvßiD eine derartige Form erhalten, daß keine Reste mehr entstehen. Es ist dies gewiß einer der wichtigsten Punkte, worin aber leider vielfach gefehlt wird. Ferner ist zu beachten, daß eine strenge und sorgfältige Aufsicht vorhanden sei über die Reinhaltung des Stuppeleisens sowohl wie auch der anderen Maschinen, insbesondere aber desjenigen Geräthes, worauf die NILQ von der Maschine'abgewalzt werden, um dort gestnppelt lmb geformt zu werden, daß man dieses Geräth stets sehr rein halte, daß sich keine Teigtheile daran befinden, die sich mit später darauffolgenden niM vereinigen konnten. Am geiegnetstcn hierzu erscheint eine aus hartem Eisenguß bestehende, fein geplättete Platte. . Ein dritter und hochwichtiger Punkt ist der, daß der Backofen nicht in demselben Zimmer sich befinde, worin die Maschine riebst den übrigen Geräthschasterr ausgestellt sind. Denn unstreitig — wenn auch buchstäblich genomnren '0 dies nur verboten erscheint, wenn die obenerwähnte Platte iiinn 'D -m in grader Linie gegenüber der Oeffmmg des Ofens steht, — ist die Wirkung der Ofcuhitze auf die Temperatur des Lokals wie auf die iysd, selbst wenn sie nicht unmittelbar gegenüber der Ofenmünduug stehen, nicht wesentlich schwächer, als rveun dies der Fall ist. Mögen daher unsere verehrt. Herrn Nabbiuen, denen diese hochh. Sache auvertrmtt ist, in ihren betreffenden GemeiNden rechtzeitig dafür sorgen, daß alle erwährrterr Punkte irr richtiger Weise beherzigt rmd vorgesorgt rverden, rmd gewiß bedarf es. nur. eines Winks derselben, um Mcs nach Vorschrift eiuznrichten. Wenn nun diese Zeilen ebenso ausgenommen werden, wie sie kn lautrer Absicht niedergefchrkeben sind, so haben sie vollkommen ihrem Zwecke entsprochen.! -r y,/s *!VX Berlin. Im B erlkner Franen-Hospktal wurde seitens der Verwaltung unter Zustimmung der dirigirerrderr Aerzte beschlossen, an Stelle des Liebkg'schen Fleischextractes den von Dr. Papilsky m Posen fabricirten Fleischextract zu gebrauchen. Es wurde letzterem Fabrikate der Vorzug gegeben, weil dasselbe einen viel reirrereu und angenehmeren Geschmack besitzt nnd nichts desto weniger nicht nur nicht theurer, sondern noch viel billiger ist als das erstgenannte amerikanische Fabrikat. Außerdem gewährt der Papilsky'sche Fleischextract, zu dessen Herstellung mir thierärztlich auf ihre Gesundheit untersuchte Rinder verwertet werden, eine viel größere Garantie für die gesunde Beschaffenheit. (Bekanntlich wird der Papilsky'sche Fleischextract nach jüdisch-religiösem Ritus bearbeitet. R ed.) Hirschberg i. Schl., 7. Dez. Vergangenen Sonnabend wurde hier ein Knabe in der Synagoge von der Kanzel herab eingesegnet resp. wurde ihm auch der Name gegeben, mit den üblichen Segenssprücheu, er solle zur Freude Israels heranwachsen u. s. w. n. s. w. An diesem Kinde ist die nicht vollzogen worden, der Vater dieses Kindes hat die Beschneiduug nicht zugegeben. Als eifriger Abonnent Ihres werthen Blattes erlaube ich mir die gehorsamste Anfrage, ob diese Feierlichkeit für die Synagoge oder besser für die Kirche gepaßt hätte und ob diese Handlung den Grundsätzen luifeici* heiligen Religion zuwiderläuft? (Eine Antwort brauchen wir wohl aus die letztere der beiden Anfragen nicht zn geben. Jeder unsrer geehrten Leser, denn der mit nnserm Vater Abraham geschlossene Gottesbnnd heilig ist, wird diese Frage sich selbst beantworten. Die erste Frage gehört nicht in. unser Ressort. Wir glanben jedoch kaum, daß in irgend einer Kirche eine solche Einsegnung würde vorgenommen werden. Unsre Herren Reformer sind noch weit „toleranter" als die freiesten Geistlichen irgend einer chr.Secte. — Der Herr Correspondent sollte doch den Namen des betreffenden Beschlleidungsersatzfabrikauten veröffentlichen. Red.) Homburg, 8. Dezember. In den letzten Tagen starb dahier der bejahrte Salomon Auerbach, ein Verwandter von Verthold Auerbach. DerVerstorbene erzählte oftmals bei Lebzeiten , wie wir dem „T. B." entnehmen . Folgendes: Sein Großvater sei ein Handelsmann in einem Schwarzwald-