Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1884)
- Date
- 1884-12-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1634 Zcltttttgsttachrrchtett und Correspoudcuzcu. Dentschla « d. Wnrzbnrg. Unter dem 15. November wurde das zur Errichtung eines isracl. Kranken-und P fr it n d nerha Ilses käuflich erworbene Gebäude von der Spitalverwaltung übernommen und mit der. Nenovirung desselben begonnen. Es ist ein großes, dreistöckiges, massiv gebautes Haus in gesunder Lage außerhalb der Stadt, von einem großen Garteu und Hofraum umgeben. Zwecks der inneren Einrichtung wurde von dem jüdischen Franeu-Verein dahier eine Sammlung veranstaltet und soll das Ergebnis; an Betten, Wäsche rc. re. ein sehr erfreuliches seim - Die Herren jüd. Aerzte haben sich zu unentgeltlicher Behandlung bereit erklärt und ist es namentlich Herrn Dr. Ad. Oppenheim, der die Funktionen als Spitalarzt in dieser Weise übernommen. Auch die Besetzung der Hausverwalterstelle ist im religiösen Sinne entschieden, indem dieselbe einer vertrauenswertheu, sehr geeigneten Persönlichkeit übertragen wurde.: So ist dahier durch die Opferwilllgkeit unserer Glaubensgenossen und die Mühe und Hingebung Einzelner eine Anstalt erstanden, die leidenden und schwachen Menschen zur Wohlthat, der hiesigen Gemeinde aber zum Ruhme und Segen gereichen wolle. Möchte das allgemeine Interesse für diese Anstalt immer reger und derselben immer größere Gaben zugewendet werden! Demnächst wird eine Nemvahl der hiesigen Cultns-Berwaltnug ftattsiuden. Hoffen wir, daß dieselbe ebenso sehr im Interesse der Erhaltung und Entwickelung der religiösen Institutionen und des religiösen Geistes in unserer Gemeinde als zu deren Frieden und allgemeinen Wohlfahrt ausfalle! Stuttgart, 14. Dec. In Nr. 98 Ihres geschätzten Blattes wird in einer Eorrespondenz ab hier einer Candidatur meinerseits für das isr. Kirchenvorsteheramt Erwähnung gethan. Ich bemerke hierzu, das; ich nicht als Gegenstand für Parteistreitigkeiten dienen mag und dcßhalb eine Candidatur - ablehtte; ferner ist es für mich unerfindlich, was die Oberkirchenbehörde mit dieser Sache zu thnn hat, imd weiß ich, wenn auch der strenggläubigen - Richtung angehörend, dem Schreiber fraglichen; Ar-; tikclS keinen Dank, daß er auf meine Kosten Männer, angterft, die unter den Israeliten Württembergs, nnt - Recht eine hochgeachtete Stellung einnehmcn. \ r/'J. . Moritz Stern. Berlin, 11. Dcz.u Der deutsche Antisemitenblind, an dessen Spitze: der bekannte Stadtverordnete Pickenbach steht imd dessen anarchistische Tendenzen: selbst von Herrn Stöcker gebrandmarkt worden sind, hat in seiner letzten Versammlung den Beschluß gefaßt, eine der Dr. Försterschen AnLisemitenpetition analoge Bittschrift an den Landtag, Reichstag, und Bundesrath abznsenden. Die Bittschrift dürfte , einen der früheren analogen Erfolg haben, nämlich vom Portier angenommen zu werden und als Herzmittel zu dienen. Man sollte es kaum für möglich halten, wie lächerlich sich diese Hetzgesellschaft macht. .. Die damalige Petition hatte wenigstens den Reh.der Neuheit für sich, aber heute, wo Dr. Förster m Südamerika sich seines Daseins erfreut, wo Julius Nuppel, der einstige „Rufer im Streite", auZgepsandet und verlassen von seinen germanischen Freunden, im tiefsten Elcud geendet hat, heute kann eine Petition, die Juden der ihnen von der Verfassung zngestandenen Rechte zu berauben, nur einen Heiterkeitscrfolg erzielen, — einen andem nicht. Berlin , 11. Dez. Vor einigen Wochen hat sich Hierselbst ein Damcn-Comktö vereinigt, um fiir jüdische unbemittelte Kinder zum Chanuka-Festeeine Sammlung zu veranstattcn. Dieselbe ergab die Summe von 14,000 Mark. Oesterr.-Ungar. Monarchie. - . 7 Wien, 10. Dez. In den Räumen der neuen Iluiversität kam es gestern Abends, nach einer Wahlversammlung des Medicinischen Unterstützungs- Vereins zu wüsten Scencn, die in regelrechte Känrpfe ausarteten. Die Versammlungen dieses Vereins pflegen sich schon feit längerer Zeit sehr stürmisch zn gestalten, weil die vergeblichen Bemühungen der antisemitischen Partei, die Majorität zu. gewinnen, zu nnausgesetzen Rcibmigen sührtcm Man sollte.glauben, daß bei dem henschendcn SLudcnten-Elenh jetzt in den Universitäts-Vereinen wichtigere Dinge als lächerlichen Racefragen zu erörtern seien: wahrscheinlich erscheint aber die beschämende Thatsache, daß verhungernde Studenten an das öffenlliche Mitleid appeliren müssen, wett geringfügiger, als die läppische Frage, wb blonde oder braüngelockLe Studenten Lm Vorstande eines Wohlchätigkettsvereins sitzen sollen. Ueber: die: gestrigen Scandale berichtet das „Fremden-Blatt": Der Medicknische Ilnterstützungsverem wählt feine: Fünctionare in der: Weises daß jedrv Jahrgang ' der medieknischeu Facultät:: zwei Ausschußmaridätt erhalt.'Am gestrigenAbend sollte der zweite Jahrgang die Wahlen in de» Aus-