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Der Israelit · 1884-12-15 · Heft 99 (15.12.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 99 (15.12.1884)
Date
1884-12-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1632 Israelit" stets bemüht, die erhabenen Pflichten der Vaterlandsliebe seinen Lesern an. das. Herz zu legen, damit der Name Gottes , der., auf uns-ruht, vor allen unfern Mitbürgern geheiligt werde. Gerade unsere Zeit fordert uns ganz besonders auf, die Achtung unserer Mitmenschen zu erringen, .damit die vergifteten Pfeile, welche böswillige Feinde gegen, uns.richten, inachtlos, niederfallen.j ' . Dank und Preis dem allgütigen Gotte, das; es uns vergönnt ist, mit einiger Befriedigung auf das verflossene Vierteljahrhnndert unserer publiciftischen Thätigkeit znrückzuschanen. - Allein, es fehlt auch ein Tropfen Mermuth nicht in dem Becher, der Freude. Als wir vor 25 Jahren „den Israelit" in die Welt hinaussandten, malte sich die jugendliche Phantasie viel großartigere Erfolge aus; da hatten wir gehofft, das; nach einem Vierteljahrhundert die siegende Kraft der Wahrheit die Mehrzahl der verirrten Söhne und Töchter unsres Volkes wieder zurückgeführt haben würde zu unserer Heilgen Thora, zn unserem Vater im Himmel. Allein noch immer sind wir von diesem erhabenen Ziele weit entfernt. Wir lassen jedoch den Muth nicht sinken, und das Vertrauen zn dein allgewaltigen Gott, der uns auch weiter Kraft und Ausdauer verleihen wird, kann uns niemals vcrlaffen, und wie uns bisher die treuen Gläubigen in Israel hilfreich und liebevoll zur Seite gestanden, so werden -wir auch fernerhin auf die Mithilfe der Edelsten und Besten unseres Volkes zählen können. Theuere Glaubens- und Gesinnungsgenossen! Es ist Eure eigene Angelegenheit, die wir Euch ans Herz legen, iubcm wir Euch bitten, für die stets größer werdende Verbreitung unserer Zeitschrift thätkg zu sein. In je weitere Kreise „der Israel it" dringt, desto mehr Gutes wird gewirkt werden können, desto mehr wird die Anhänglichkeit und Liebe wachsen für den Glauben unserer Väter, für das Gesetz unseres-Gottes. So mögen denn die alten Freunde unserer Zeitschrift erhalten bleiben und recht viel neue den alten sich zugesellen, damil wir gemeinsam Hochhalten die durch die Stürme der Jahrtausende unverletzt gebliebene Fahne des Jndenthmns, um welche die treuen Gläubigen in Israel zu sammeln der Beruf, der Inbegriff unseres Lebens ist. ' Die Krijtenzöerechtkglmg des ksraek. Mainz, '11. Dccember^ . . . .; T - Schon zn der Zeit, als die makkabäischen Helden die griechisch-syrischen Gewalthaber bekämpften, war eine andere Nation an die Spitze der Völker getreten, die nach und nach fast die ganze, damals bekannte Welt eroberte. Ans kleinen Anfängen hatten die Römer sich zu einer großen, weltgebietenden Macht emporgeschwungen. Nicht ein Volk war es, sondern die Bürger einer Stadt, die erst die Nachbarn, dann ganz Italien und allmählich die Völker Europas, Asiens und Afrikas unterwarfen. In Judäa zerrütteten innere Zerwürfnisse das Staatswesen. Der Kampf zweier feindlicher Brüder, der letzten Hasmonäerfürsten, führte die Einmischung der Römer herbei. Mit ihrer Hilfe gelang es eurem idumäischen Sklaven, Herodes, die letzten Sproyen des hasmonäischen Fürstengeschlechts aus der Welt zu schaffen und sich auf den Thron des jüdischen Reiches zu schwingen. Er wurde der treueste Bundesgenosse der Römer. Aber diesem herrschsüchtigen Volke waren die Bundesgenossen nichts als Vasallen, und bald fand man Anlaß, den Vasallenstaat tu eine Provinz des großen Weltreichs umzuwandeln. So geschah es auch mit Judäa. Schon die Söhne und Enkel des Herodes blieben kaum noch dem Namen nach Fürsten, bis auch sie beseitigt wurden und Judäa gleich einer, eroberten Provinz einen römischen Statthalter erhielt. Der. Nnterdrückung folgte die Empörung. Judäa wurde erobert, Jerusalem wurde, zerstört und der heilige Tempels verbrannt. Die' kampfesfähigeu Männer wurden erschlagen oder gefangen, die Jünglinge und Jungfrauen wurden auf den Sklavenmärkten verkauft; Judäa hatte alles yerloren, nur seinen Gott und dessen heilige Lehre nicht. .Gerade zu dieser Zeit erständen die größten Lehrer Israels: Rabbon. Jochanän, ben Sackai, Rabbi Elicser, Rabbi Jösna, Rabbon Gamliel, Rabbi. Aklbaynh.vsele ändere. Diese großen Männer sorgten dafür, daß trotz des großen. Nätionalunglücks die Gotteslehrp nicht in ' Vergessenheit gerieth. Aber , auch diesem letzten und einzigen' Besitzthnnie Israels, hrohte dfe größte Gefahr. Einige 'Jahrzehntes nach dem Üntc:rgauge des jüdischen, Staates..raffte sich dG Volk wieder '.empor, .".um'.das Joch seiner .llnstxdrSM abzuschntteln. Ein Held, der für den längerfehn- —* fl

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