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Der Israelit · 1884-12-11 · Heft 98 (11.12.1884) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 98 (11.12.1884)
Date
1884-12-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1614;1| ZU Schwcinfurt zur öffentlichen Verhandlung,r, wo ich nicht nur von dcrStrafe freigesprochcir wurde, sondern auch entschieden winde, das; die Kinder au gewöhnlichen Sabbattägen. bcu Gottesdienst besuchen dürfen, obwohl sie die Elementarschule versäumen. Ter Hr, Oberamtsrichter sagte ausdrücklich zum Herrn -Lokal- Schulinspcktor, daß der Sabbat bei den Israeliten so gut geheiligt werden darf, wie bei den Christen der Sonntag. - I. Lew in sühn , . V;:! Religionslehrer. Stuttgart, tut Dezenlber. Mitten in die Aera unseres Jubiläums-Triumvirats wirft bereits die nächste Kirchcnvorstcherrvahl ihren Schatten voraus. Nicht nur die Orthodoxen, sondern wer noch einen Funken wahrer Liebe zum Judenthum in sich trägt, ist von der ungehcuchclten Ueberzeugung durchdrungen, das; cs so wie bisher in der hiesigen Gemeinde nicht fortgehcn könne. Der Halbheit gegenüber, welche vor Kurzem sich in der Wiedereinführung des facultativen Tälis lächerlich gemacht hat, gilt es, Männer in's Borstcheramt zu wählen, welche entschlossen sind, voll und ganz sich auf den Boden des echten Judenthums zu stellen. Ein solcher Mann wurde gefunden iii der Person des Kaufmanns Herrn Moritz Stern, aus dem Rabbiuat Vraunsbach gebürtig. Dieser Kandidat zeichnet sich durch Strengglänbkgkcit und Unbescholtenheit, durch einen bewährten Wohlthätigkeitssinn ans und hat zur Verschnug dieser Ehrenstelle mindestens so viel Befähigung als die übrigen Mitglieder. Was Wunder, wenn ein solch trefflicher Candidat, insbesondere bei den vornehmen Stuttgarter Herren hentcschon — geraume Zeit vor der Wahl — Opposition und Mißbilligung erfährt. Wahrlich, wo Benzinger und Pflaum in der obersten Kirchenbehörde sitzen, da kann der gesetzcstreue Herr Stern hinlänglich die Stelle als Kirchenvorsteher ausfülten. Es ist daher alle Kraft einznsetzen, dessen Wahl durchzuführen, damit wir Enttäuschungen, wie bei den letzten Wahlen, nicht mehr erleben. Frankfurt a. M. Der hiesige „Stadtanzeiger" jchrcibt: Das; Stiftungen mit der Zeit nicht mehr in der ursprünglichen Weise zur Ausführung gelangen können, wenn sie der wohlwollenden Absicht der Stifters entsprechend zur Verwendung gelangen sollen, kommt nicht selten vor. Ein derartiger Fall macht sich jetzt auf dem Gebiete unserer Armcnffflege recht fühlbar. Hier existiren nämlich mehrere, tzcgate. und Vereine zur Vertheilnng von Holz an Bedürftige, darunter ein recht bedeutendes Legat.des.vecstorbcncn Barons A. M. v. Rothschild. Eine grosze Anzahl von Leuten-erhalten Anweisungen auf je einen. Stecken Scheitholz, im Werthe von etwa 3 M. Was sollen nun die armen Empsän- - ger mit. dem Holz anfangen? Abgesehen davon, das; sie noch ca. 1 M. für Klcknmachen des Holzes aucgeben müsien, können sie kein Holz brennen, weil sie eben keine Thonöfen haben; sie haben nur Kohlenöfen. Verkaufen die Leute den Holzschein, so wird über Mißbrauch geschrien, und vielleicht das Verkaufen oder Versteigern als Grund zur Erttziehnng der Vergünstigung bezeichnet. Das Einfachste wäre, statt Holz Kohlen zu liefern. Da die Testatoren , bezw. Vcreinsgründer doch lediglich oeabsichtigten, den Armen Feuerungsmaterial zuzuwenden. Allein die Verwaltungen stützen sich auf den Wortlaut des Testaments oder der Statuier, ung bestehen auf der Vertheilnng von Holz. Wir möchten die Verwaltungen recht sehr bitten, den Buchstaben nicht über den Geist zu stellen. Die städtischen Armeuffflegcn würden dann nicht mehr bedauernd und rathlos den Klagen und Bitten ihrer Alumnen gcgenüberstehcn, wie es nach Mittheilungen, die uns von Pflegern gemacht worden sind, bisher der Fall war. O e st e r r. - U n g a r. Ion ar ch t c. Budapest. Das „Budapester Tagblatt" schreibt: „Wie wir erfahren, hat vor einigen Tagen der Präses der Budapester orthodoxen Knltusgemeiude, Herr Reich, einen der hervorragendsten oppositionellen Politiker aufgesucht und vor dieser Persönlichkeit seinem Mißmuthe darüber Ausdruck gegeben, das; durch die geplante Oberhausreform die kirchliche Verfassung des Judenthums bedroht erscheine. Die jüdische Kircheuverfassung kenne keine Hierachie, weßhalb die Vertretung derselben durch irgend ein Oberhaupt im Oberhause unzulässig sei. Die Einberufung des Budapester Rabbiners würde und könnte die Judenschaft nicht befriedigen, da die Stellung des Budapester Rabbiners noch keine Gewähr dafür bietet, daß er unter den Nabbinen der Hervorragendste sei. Und weil die Vertretung der Judenschaft als solcher, aus Mangel eines hierarchischen Oberhauptes imOberhause undurchführbar ist, werde das ernannte israelitische Mitglied nur.:.sich selbst vertreten. Roch ähnliche Gründe führte der, Vertreter des - orthodoxen. Jndenthums gegen die geplante Maßregel an,, umim eigenen sowohl als auch tut Namen seiner orthodoxen Gemeinde gegen die Vertretung der Juden im Oberhanse zu pro-: :.Wrey>^-'ar-'/'^r nm '.fouwS -,5- -- . ' Hierauf erfolgte nachstehende Erwiderung: -

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