Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 97 (8.12.1884)
- Date
- 1884-12-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1604 Begräbniß. — Ueber die einzelnen Bilder, die aus dem Jahre 1722 —25 stammen,, besondere Mitheilungen zu machen, würde hier zu weit führen; wir können nur bemerken, daß die Wiederherstellung dieser Blätter eine wahrhafte Bereicherung der bis jetzt existirenden Kuustblättersammlungen bildet. (F. Zg ) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 3. Decbr. Der Rechenschafts- Bericht über die israelitische Lehrerbildungs-Anstalt in Würzbnrg für das zwanzigste Jahr ihres Bestehens ist soeben erschienen. Wie bereits berichtet worden, hat. die Anstalt in dem verflossenen Jahre ein neues größeres Gebäude bezogen. Das ueuerworbene Gebäude ist massiv erbaut und vollständig für seinen jetzigen Zweck geeignet. Parterre befindet sich die Wohnung des Hausmeisters, da? Holz- und Kohlenlager, sowie verschiedene noch unbenützte Lagerräume. Im Hiuterhause ist die Turnhalle mit neuer Turneinrichtung. Im ersten Stocke befinden sich die geräumigen Arbeitsziuuner, Lehrsäle mit neuer Einrichtung. Vorstands- und Lehrerzimmer und daran stoßend im Hinterhause die Küche, der Speisesaal, das Krankenzimmer mit Badeeinrichtung. Der zweite Stock enthält die sehr schöne und hübsch ausgestattete Synagoge, die Schlassäle, Zimmer für den Hausdiener und den Bodenraum des Hinterhauses. So macht das Gebäude, im Allgemeinen wie im Einzelnen, den besten Eindruck auf den Beschauer. Mit großer Freude ersehen wir aus dem Berichte die Mittheilung, daß die der Anstalt im vorigen Jahre überwiesenen Spenden nicht nur ausgereicht haben, die laufenden Ausgaben vollkommen zu decken, sondern auch einen großen Theil des Aufwandes für die Einrichtung des neuen Hauses zu bestreiten. Siebenzehn Zöglinge wurden in diesem Jahre ans der Anstalt entlassen, von welchen zwölf die Austrittsprüfung am königlichen Schullehrer-Seminar dahier mit sehr gutem Erfolge bestanden und in die Praxis entlassen wurden; es ist hierdurch die Gesammtzahl der in der Anstalt Ausgebildeten und in die Praxis Entlassenen auf 150 gestiegen. Im verflossenen Jahre besuchten die Anstalt 34 Zöglinge, von denen tl4 Unterricht, Wohnung, Verköstigung k. unentgeltich erhielten. Zun; neuen Schuljahre meldeten, sich'24 Schüler, von denen 18 die Aufnahmeprüfung bestanden undauch aufgenommeu wurden: ‘ ^7 ’ ’ So sehen wir den würdigen Sohn eines großen Vaters diese überaus segensreich wirkende Anstalt einer gedeihlichen Entwickelung entgegensührm. Möge es Herrn Diftriktsrabbiner Nathau Bamberger '"2 stets vergönnt sein, in den Jahresberichten über die israelitische Lehrerbildungs-Anstalt so erfreuliche Mittheilungen zu machen. Die Heranbildung tüchtiger, berufstreuer, gottesfürchtiger Lehrer ist die größte Wohlthat, die man unserem Volkeerweisen kann. Mögen die edlen Freunde und Gönner der Anstalt nie ermüden, derselben die Mittel zu gewähren, ihre gedeihliche Wirksamkeit immer weiter auszudehnen. . Cßlingen, im November. Der 53. Bericht über das israelitische Waisenhaus Wilhelmspflege in Eßlingen vom 1. Juni 1883 bis 31. Mai 1884 konstatirt, daß das abgelansene Jahr wieder erfreuliche Ergebnisse bot. Der Gesundheitszustand war außerordentlich günstig, der Unterricht der Kinder wurde kräftig gefördert, harmonisches Zusammen wirken herrscht in der Anstalt. Dank der Unterstützung mehrerer Wohlthäter konnten bei festlichen Anlässen kleinere Feiern begangen, die Zöglinge mit Gaben erfreut werden re. Die Suunne aller Einnahmen betrug M. 35865.08., darunter Kaffenbestand vom Vorjahr M. 4179.63., Stiftungen zum Grundstock M. 8821.43., Zinsen M. 8517.01., Beiträge M. 8326.50., Kostgeldersatz M. 1966.17.; die Ausgaben betrugen M. 31.244.75., darunter M. 9428.59. ansgelieheue Kapitalien, bansendes M. 20,989.78. (Besoldungen und Pensionen M. 3624.30., Baukosten M. 2319.92., Kleider und Weißzeug M. 1582.19., Hausgeräthe M. 914.37., Kosten für die Oekonomie M. 8406.98). Der Kaffenbestand beträgt sonach ans 31. Mai 1884 M. 4620.33. Das Vermögen hat sich von M. 211.291.09. auf M. 228.660.38 gehoben; davon beträgt der Antheil für die Fortbildungsschule M. 19.169.44. und für die Adolf-Levi-Stiftung M. 8325.61.. Berlin, 13. Nov. An die Deputation für das Straßenreinlgungswesen hier ist vor ganz kurzer Zeit eine Zuschrift eines hier sich anshaltenden Studiosus der Chemie, Zuhörer des Geh. Raths Hosfmann und Professor Pinner, eines geborenen Russen israelitischen Glaubens, gelangt, worin derselbe bittet, ihm beider während der Nachtstunden hier stattfindenden öffentlichen Straßenreinkgung Beschäftigung zu geben. Er hoffe Gewähr seiner Bitte, 'weil er, wie er sagt, zu stolz sek, die Mildthätkgkeit