Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 97 (8.12.1884)
- Date
- 1884-12-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1599 Sie mich wieder verurtheilen/ werde ich bis §u den Stufen des Thrones meine! Klage bringen.; - .i I Der Erfolg dieser Rede-war)' daß der Angeklagte frcigesprochen wurden w u> Lemberg. Der jüdische Schneidermeister Treifter.M Kalusch lieferte im November 1854 an den Gutsbesitzer von Podhorku, Herrn Sobata einen von ihm verfertigten Nock ab, bei welcher Gelegenheit er seinem Kunden versicherte, das; das Kleidungsstück ihm sehr gut paffe, und das; er hoffe, ihn noch nach 30 Jahren in seiner Kundschaft zu haben. Da beide Männer schon alte Leute waren, so schien dem Gutsbesitzer-dieser Segenswunsch etwas zweifelhaft und sagte daher zu dem Schneider: Wenn Ihr Wunsch sich erfüllen sollte, so gebe ich Ihnen mein Ehrenwort, daß ich an jenem Tage Ihnen 100 Ducaten ans- Zahle. Am 12. November d. I. ist der Termin abgclauscn; beide Greise erfreuen sich noch bei voller Gesundheit ihres Lebens, der menschen- und judcnfrenndliche Gutsbesitzer im Lollgcnnffc seines Rcichthnms, der jüdische Schneider in drückender Armnth. Schon längst hatte das alte Schneidcrlein an das Versprechen vor 30 Jahren vergessen, und war daher nicht wenig überrascht, da am 12. v. M. Herr ' Sobota in seine ärmliche Stube trat und ihm 500 fl. oft. W. als Einlösung feines Ehrenwortes übergab. Rußland. Petersburg, 30 Nov. Heber die sogenannte Jndcnkommission unter Präsidium des Grafen Pahlcn liegen der „Petersb. Ztg." einige neue Daten vor. Demnach hat dieselbe zur Zeit alle Gutachten und Menioircs der örtlichen Komissionen in Sachen der Judenfrage, die in den letzten Jahren in den nord- und südwestlichen Gouvernements thätig gewesen sind, systematisirt und zusammengestellt. Diese Gutachten sprechen sich u. A. gegen die Zulassung selbstständiger jüdischer Kleinbürger- oder Handwerker-Gemeinden in den kleinen Flecken und gegen die Korobkan.nd Lichtstener ans. Moskau, 4. Dec. Unter der Odcffaer Kaufmannschaft mackL eine Negierungsmaßregel, zufolge welcher Juden, selbst als Kauflcnte erster Gilde, nicht ohne besondere Erlaubniß dreier Minister (des Innern, des Auswärtigen und der Finanzen) in Odessa Handel treiben dürfen, das peinlichste Aufsehen. Die internationale Stadt wird durch diese Maßregel bei den ohnehin' traurigen Handelsverhältniffen, schwer betroffen.' .nmnj! mussu-tz« wünvu'-v.?>.;»»* .um' ' *;«??!:i Ui U Vi MW:)Tal u ' l Cairo. Der Montefoirefeier in hiesiger Synagoge wohnte Osman Ghalib Pascha, der Gouverneur der Stadt, mit den Repräsentanten Großbritanicns, Oesterreichs und Italiens mit großem militärischem Gefolge, alle in Galauniform) bei. ' Amerika. ' New-Aork. Unter den zahlreichen Reden, welche zu Ehren des 100. GcbnrtSfcstcs des Sir Montcfiore gehalten wurden, glauben wir besonders zwei Reden christlicher Geistlicher der Herren Beecher und Smith hervorhcben zu sollen. „Ich bin nicht gekommen", sagte Herr Beecher, „um eine lange Rede zu halten, sondern einige Worte zu sprechen, die mir ans tiefster Seele kommen. Der ausgezeichnete Bürger, den wir feiern",, fuhr er fort, „ist durch sein langes Leben und seine großen Dienste, ' die er. der Menschheit geleistet, ein Beispiel geworden, von dem Jude und Christ gleicherweise lernen können. Es war ein großartiges Zeichen der Eivilisation, daß Angehörige aller Eonfcssioncn und aller Nationalitäten ihr Haupt beugten, um diesen großen Alaun zu ehren. Die Welt ist anders geworden. Männer werden nicht als Krieger gefeiert und geehrt, sondern nur dann, wenn sie im Dienste der Menschlichkeit und Eivilisation streiten. Die Zeit ist gekommen, da man den Staatsmann und den Künstler ehrt und den Weg des Mannes von Genie verfolgt. Es gibt Männer, dir nur reich wurden, um ihre Gemeinheit zu beweisen. Sie fütterten sich und schlossen sich von der Welt ab. Hier aber ist ein reicher Mann, der ein Wohlthäter der ganzen Welt wurde; der die Erde umreist hatte, um überall Barmherzigkeit zu üben, dessen erhabene und grotzmüthigc Seele alle Eonfessionen und Nationen unischloß. Welcher König unserer Zeit wäre es, der, wenn 100 Jahre alt, Bewunderer ans andern Ländern als den seinen ausweisen könnte'? Wir haben nicht nur Ursache zur Bewunderung und Verehrung dieses Mannes, sondern es liegt in seinem Beispiel auch eine Lehre. Ein Mann mag den Adel erhalten und ihn nicht verdienen, er mag eine Krone erwerben und ihrer nicht würdig sein. Doch ein solcher Mann, wie Sir Moses Montcfiore, obgleich geadelt durch eine so vortreffliche Königin wie Victoria, nahm seinen Titel nicht, um durch den Adel geehrt zu werden, sondern um von sich Ehre auf denselben zurückzustraylen. — Nev. I. Hyatt Smith, Pastor der „East (.-ongregational“-Kirche, wurde durch den