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Der Israelit · 1884-12-08 · Heft 97 (8.12.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 97 (8.12.1884)
Date
1884-12-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1596 von ihnen zerstört. Aber an dem Neberrest des israelitischen Volles, ail dem kleinen Judäa,, brach sich die Macht des assyrischen Königs Sauhcrib, nicht durch die Hccresmacbt deS jüdischen Königs Ehiskijah, sondern durch die sichtbare Hand unseres Gottes. DaS assyrische Weltreich zerfiel, und Babel trat an seine' Stelle. Ihm war es Vorbehalte», Judäa, zu erobern, Jerusalem zu zerstören, das Hans unseres Gottes zu verbrennen und die Juden in die Gefangenschaft hiuwcgzuführen. Auch die Assyrer und Babylonier waren Cnltnrvölker. Die neueren Forschungen auf dem Gebiete der Assyrologie, die Ausgrabungen in Niniwch und Babylon, die Entzifferung der Keiliufchristcn auf alten Denkmälern und auf gebranntem Thon belehren uns, daß auch bei ihnen Wissenschaften und Künste gepflegt lvurdcn. Namentlich war es die Astronomie, zu der die Beobachtungen der Chaldäer die Grundlagen legten. Der geivaltige Held Nebnkadnezar, der Eroberer der Welt, wollte 'Israel vernichten und es zwingen, seinen Göttern zu dienen. Drei Jünglinge, Chanauiah. Mschacl und Asarjah, traten ihm entgegen und machten durch Gottes sichtbare Hilfe seine Pläne zu nicht,'. Auch das babylonische Reich ward zerstört, und Meder und Perser traten seine Erbschaft an. Wir haben bereits im vorigen Eapitel dargelegt, wie ein mächtiger Minister cs vergeblich versucht hat, das Licht Israels auszulöschen. Nun waren die Griechen an die Spitze der Nationen getreten, und wir haben bereits dargelegt, welch' eine große Gefahr für das kleine Häuflein der Inden in der Herrschaft deS GricchenthumS lag. Die größte Gefahr bestand darin, daß unter den Inden selbst sich eine große und mächtige Partei bildete, die man Hellenisten nannte, die mit dem alten Judenthume, seinen strengen Gesetzen und seiner ernsten Lebensauffassung gebrochen hatte, die. der Lebenslust, der Lebensfreudigkeit, der Schönheit und Anmnth der Griechen zujauchzte und die an die Stelle des einzigen Gottes die griechische Göttervielheit zu setzen wünschten. Ihnen stand die weltliche Macht zur Seite. Wer die Intentionen des Syrerkönigs förderte, wurde reich belohnt, mit Remtern und Würden begabt; wer denselben widerstrebte, wurde mit dem Tode bedroht und unter schrecklichen Quälen gefoltert. So wurde einst Jose den Joöser, - der. große und fromme Lehrer Israels, auf Befehl des SyrerkönigS in den Block gespannt, während sein Schwestersühn, der Hellenist Jakim, zum Hohenpriester ernannt wurde.. Hoch zn Roß, mit Pupnrgcwändern beneidet, , gefolgt von einer zahlreiche» berittenen Dienerschaar, begab er sich, um sich an den Qualen seines Oheims zu weiden, au den Ort, wa der zusammengeschraubte Holzblock diesem die Beine zermalmte. — Thörichter aster? Mann, sprach Jakim, erkenne doch, was die Treue gegen Deinen Gott Dir eingebracht, und vergleiche damit den Neichthum und die Ehre, welche die Gnade meines Königs mir verliehen! > . - - - In diesem Vorgänge spiegelt sich die gefährdete Lage des Volkes: Die Edelsten und Beste», gequält und gepeinigt, die Abtrünnigen hoch zu Stoß, mit Ehren und Reichthümern überhäuft. Der Schluß der Erzählung aber zeigt uns die Hilfe und die Rettung. Ich, entgegnete Jose, büße meine Sünden; denn auch ich bin ein sündiger Mensch. Wenn Dir aber Dein König, der heute in seiner Machtfnlle glänzt und morgen vielleicht schon im Grabe modert, so große Belohnung verleiht, wie wird mich für meine Treue belohnen der .König aller Könige, der Schöpfer und Herr des Weltalls, der Ewiglebende! Und wenn mich der allgewaltige Gott, der gerechte Richter, so hart straft für meine Sünden, die doch nur klein und unbedeutend sind im Vergleich mtt k'Ui große: Verbrechen, dessen Du Dich durch Deinen Abfall von Gottes heiligem Gesetz und durch das Streben, das Judenthum zn vernichten, täglich schuldig machst, wie groß wird erst Deine Strafe sein im ewigen Leben! Und das ernste Wort des Oheims drang tief ein in das Herz des verirrten Sünders; mit scharfen Krallen packte ihn die Rene, und freiwillig gab er sich den Tod, um feine schweren Verbrechen zn sühnen. Wenn auch die abgefallcnen Söhne und Töchter unseres Volkes noch so weit abgeirrt sind vom rechten Pfade, so ist in ihren Herzen der göttliche Funke meistens nicht ganz erloschen; er kann wiederum zur leuchtenden und wärmenden Flamme angefacht werden. Das ist uns ein Trost, das hält bei allen trüben Erscheinungen unsere Hoffnung aufrecht. . . (Fortsetzung folgt.); . Zeitungsnachrichten und Correfporrdenze,r. München, im Dezember. Die Frag? über die Berechtigung israelitische? Kultusgemeinden, vog ihren Angehörigen. sogenannte Hochzeitsgelder - -z» fordern, hat den Verwaktnugsgerichtshof -wiederholt schon beschäftigt,- :. Auch jüngst - gelangte.

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