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Der Israelit · 1884-12-08 · Heft 97 (8.12.1884) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 97 (8.12.1884)
Date
1884-12-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXV. Jahrgang. j\i> ö1}* Der Israelit. Ein Kenlrak - Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Herausgegebcn von Vr. Lehmamr in Mainz. Montag, - t ii 8. Dezember 5G45 (1884). H&T BczugsScdiirqungen und Inhaltsverzeichnis? befinde» sich am Schluffe deS HanptblatteS. Leitender Artikel. Aie Grijlenzöerechtiguilg des israel. Wokkes. VI. M a i n z, 4. Dccember. Zn den merkwürdigsten Erscheinungen in der nach Jahrtausenden zählenden Geschichte unseres Volkes gehört die, das; cs stets die hervorragendster! Nationen ihrer Zeit gewesen, mit denen im Kampfe Israel seine Kräfte hat entfalten dürfen. Scho» dem Abraham stand der erste Held, den die Weltgeschichte kennt, stand Nimrod feindlich gegenüber, und der gewaltige Jäger vor dem Herrn vermochte nicht, den Mann der Gotteserkcnntnis; und des Gottesdienstes zu überwinden. Zum Volke wuchs Israel heran an den Gestaden des Nil. In jener grauen Urzeit, in welcher die später tonangebenden Völker des Altcrthums noch in den Höhlen wohnten und sich mit Thierfellen bekleideten, war Aegypten bereits die Stätte einer hochentwickelten Eultur und einer weit vorgeschrittenen Civilifation. Die neueren Forschungen auf dem Gebiete der Aegyptologie, die Entzifferung der Hieroglyphenschrist der Pyramide» und der Papyrusrollcn belehren uns in Bezug auf den hohen Grad der Bildung, den die Aegypter schon danials erreicht hatten.. In ihren Priesterschulen wurden die Wissenschaften und die Künste gepflegt. In großen volkreichen Städten waren herrliche Tempel und Paläste erbaut. Der Ackerbau wurde in rationeller Weise bettieben; Canäle bewässerten das Land. Handel und Verkehr erreichten eine hohe Blüthe. Ein gewaltiges Heer zu Stoß und zn Fuß, die Führer auf Streitwagen, unterwarf die benachbarten Nationen und machte sie dem Pharao tributpflichtig. So war das Volk beschaffen, das gegen einen kleinen Stamm in seiner eigenen Mitte den Vernichtungskrieg unternahm. Die israelitischen Männer wurden zu Sclaven cmacht, die Kinder wurden ermordet, und nichts lieb unversucht, um diesen kleinen Volksstamm zu vernichten. Charakteristisch ist es auch, daß die Israeliten niemals ans eigener Kraft die Befreiung erlangten. Unsere Weisen erzählen, und in der heiligen Schrift ist es angcdeutet, das; die Söhne Ephrajims, des bevorzugten Sohnes Josephs, des einstigen Herrschers des Landes, zu einer zahlreichen Menge herangewachsen, die Sclaverci nicht länger ertragen wollten. Glücklich erzwangen sie den Auszug aus dem Lande der Knechtschaft. Nachdem sie jedoch Aegypten verlassen hatten, wurden sie von den Philistern erschlagen. — Geduldig mußte das Volk ausharren, bis Gott zu seiner Befreiung einschritt. Als Israel die Wohnsitze seiner Väter im gelobten Lande eingenommen hatte, da waren ihre Hanptfeinde die 'Phönizischen Stämme, mit denen sie fortwährend kämpfen mußten. Die Phönizier waren nach den Aegypter» das hervorragendste Cnltnrvolk der frühesten Zeit. Sie waren die ersten Seefahrer, die das ländergattende Schiff bestiegen, um, den Gefahren des Meeres trotzend, die Schätze ferner Länder herbeizuholcn. Ihnen verdankt die Menschheit viele und große Erfindungen. Vielfach gelang cs ihnen, Israel zn knechten; aber nicht auf die Dauer. Gott sandte stets zur rechten Zeit die Netter und Helfer. Als das erste Weltreich gegründet wurde, als die Könige der Assyrer die Völker unter ihr Scepter zwangen, da wurde das Reich der zehn Stämme

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