Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 96 (2.12.1884)
- Date
- 1884-12-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2449406-2449496--21253-2510831- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
und Gnesen 11 pEt., Fürth 10l]2 pEt., Frankfurt a. M., Bcnthcn (Oberschles.) undFricdbcrg (Hessen) je 10 pEt., Rawitsch (Posen) 9 pEt., 'Mannheim 7'/» Mt., Bingen 7 pEt., Worms, Atzet und Breslau 6 pEt., Mainz und Berlin je 5 pEt., Würzburg 4*/- PEt., .Königsberg 4 pEt., Hamburg und Straßburg je 31/* p(St, Zkürnbcrg und Mülhausen i. E. 3 pEt. rc. Schwabach, 21. Nov. Das schreckliche Vahnunglück in Hanau.dürfte viele der verehr!. Leser Ihres gesch. Blattes daran ermahnen, das nach Schnlchan Arnch für jede Reise ans eine Strecke von 1 Stunde und 12 Min. vorgeschriebcne „Gebet für Reisen" (-pin rO’Dn) mit Andacht zu verrichten ist. Wir wissen leider aus Erfahrung, das; nur von sehr wenigen auch der sich zu den „cchtorthodoxen" Zählenden dieser Pflicht entsprochen wird und rechnen es zu den schönsten Verdiensten Ihres Blattes, bei passender Gelegenheit auf allgemein eingerissene Verletzungen des Religionsgcsctzcs aufmerksam zu machen. P. M. H. Wechsler. Berlin. Aus der von dem Kaufmann Ferdinand Reichcnheim hier zuni Andenken an seinen früh verstorbenen Sohn, den Maler Ernst Reichcnheim, begründeten Stiftung werden alljährlich ein oder mehrere Stipendien an junge Maler aus den höheren Semestern der hiesigen . Kunstakademie, ohne Unterschied der Konfession, gewährt. Das Kuratorium der Stiftung hat diesmal das Stipendium von 600 Mark für das Jahr 1884/85 dem Maler Lassar Rosenbcrg aus Kowno zucrkannt. Das Beispiel, welches durch die Errichtung der Ernst Rcichcn- Hcim-Stiftnng gegeben wurde, hat im Laufe dieses Jahres durch die Gründung der Adolf Ginsbcrg- Stistung eine dankeuswerthe Nachfolge gefunden.- Beide Stiftungen dienen demselben Zwecke: jungen Künstlern in den höheren Semestern ihres Studiums den Ucbergang in die praktische Thätigkeit zu erleichtern und zu ermöglichen. Aus der Rheinprovinz. Zu meiner Befriedigung kann ich Ihnen heute mittheilen, das; die Begründung unseres Waisenhauses zu Dinslaken sehr schöne Fortschritte macht. Der Besitz des so schönen und hierzu sehr geeigneten Gebäudes ist bereits augetreteu und auch drei Waisenkinder sind bereits angenommen. Das Gebäude selbst wird wahrscheinlich dieses Frühjahr noch eröffnet werden. In verhältnißmäßig kurzer Zeit ist durch Gottes Hilfe so Großes erreicht worden und hoffen wir auch tdu auf ein weiteres glückliches Gedeihen. 77 Es bedarf immerhin noch weiterer sehr bedeutender Beihilfe und Unterstützung, um das Werk fest und sicher zu begründen; bei der großen Mildthätigkcit unserer Glaubensgenossen aber und besonders bei solch großen Werken, wie die Fürsorge für. die armen cew, werden sich auch sicher noch Wohlthäter finden. Für 300 M. übernimmt die Anstalt die Verpflichtung zur Verrichtung des Kadischgcbctcs am Jahrzeittage für ewige Zeiten. Auch durch Stiftung von Freiplätzen könnte sich mancher Wohlthäter verewigen. Wir verweisen dabei auf die glänzenden Beispiele in Frankfurt a. M, und Fürth, wo wahrhaft große Wohlthäter wirklich Großes leisten; es ist eine Freude zu sehen, wie edlen Gebrauch noch gar mancher Reiche von seinem Vermögen zu machen weis; und werden diesen Anstalten auch weiter die Gönner nicht fehlen. Frankfurt a. M. Der vor einem Jahre dahier ins Leben gerufene Verein für jüdische Geschichte nnd Literatur hielt kürzlich seine Generalversammlung ab. Als ein Beweis, daß die Tendenz und die Wirksamkeit dieses Vereins in immer größerem Kreise Anerkcnnrmg findet, kann die Thatsachc gelten, das; die Mitgliederzahl stets im Wachsen begriffen ist und jetzt schon über 170 beträgt. Die bisherigen Vereinsvorstände wurden auf's Neue gewählt und an Stelle des nach London übcrgesiedelten Herrn Franklin, dessen Verdienste um das Gedeihen des Vereines in der Sitzung dankend anerkannt wurden, - wurde Jaques Snatich zum Vorstandsmitglied gewählt. Die Reihe' der diesjährigen Vorlesungen erösfncte verflossenen Mittwoch Abend Herr Dr. H. Hcincinnun durch einen im Saale des Kaufmännischen Vereins abgehaltcnen Vortrag über die Zeit der Maccabäer. Er warf in der Einleitung einen Rückblick auf die geistige Entwickelung des jüdischen'Volkes, in welchem während der Zeit des ersten Tempels der reine Gottcsgedanke mit dem von allen Seiten anstürmcnden Polytheismus schwer zu ringen hatte, bis in und nach dem bablonischcn Exil das jüdische Volk sich selbst wiederfand und seinem erhabenen Berufe vollkommen sich znwandte. Die Perser, unter deren Herrschaft Palästina 'stand, legten den Israeliten in der Ausübung ihrer Religion keine Hindernisse in den Weg, nnd ebenso genossen sie -auch unter Alexander dem Großen, wie zur Zeit seiner ptolomäischen und seleucidischen Nachfolger, volle Religionsfreiheit, bis der Hellenismus; jene Bewegung, welche mit den Siegeszügen Alex,-, anders beginnt, den Orient dem griechischen Wese;;! unterwarf. Mit der Bildung, der Kunst, der Wissen-