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Der Israelit · 1884-12-01 · Heft 95 (1.12.1884) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 95 (1.12.1884)
Date
1884-12-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXV. Jahrgang. f *0*5 •liii'üü:- > > Zeitnugsnachrichten und Correfpondcuzen. Deut s ch l an d. Würzburg. Von zuverlässiger Seite erhalte ich die Anzeige, daß die k. k. priv. Dampfmühle in Ebenfnrth (Niederösterreich), Firma Sch o eller n. Co. in diesem Jahre NOO und musr Mehl unter der Aufsicht des Herrn Oberrabbiners L. Alt in Koberodorf erzeugt. Ich glaube diese für die Juterepcnten wichtige Nachricht den Lesern dieser gesch. Blätter Glicht vorenthalten zu dürfen, da die in weiten Kreisen bekannte und berühmte Persönlichkeit des gen. Herrn Rabbiners die Garantie für noj ncrrn in vollstem Maße bietet. S. I. Bamberg, 25. Nov. Gestern feierten der Weinhändler, nun Privatier, Herr Leonhard Müller und Frau Babctte Mütter in, voller Rüstigkeit im Kreise ihrer Familie und zur Freude ihrer vielen Freunde die goldene Hochzeit. Das Jubelpaar ist durch seine Frömigkeit und Wohlthätigkeit allgemein geachtet und geehrt. Frankfurt a. M., 26. Nov. Die „Frankfurter Zeitung" enthält die nachstehende „Mittheilung:" „Herr Nedacteur! „Da ich wohl annehmen darf, daß ein soeben erschienenes Schriftchen von Professor Krukenberg in Jena (der volle Titel lautet: „die eigenartigen Methoden der chemischen Phisiologie. Als Entgegnung auf die Festreden der Herren Leube und Hoppe- Seyter. Vortrag, gehalten von Dr. C. Fr. W. Krükenberg, außerord. Professor der physiologischen Chemie a. d. Gesammt-Nniversität Jena. — Heidelberg, Carl Winters Universitätsbnchhandlnng, 1885") Ihrer Beachtung entgehen würde, so erlaube ich mir hierdurch, Sie darauf aufmerksam zu machen, in welch' geschmackvoller Weise der Verfasser <uu Schluffe seines „Vortrages" — ich denke mir, es war die Antrittsrede des neugebackenen Professor — die günstige Prognose begründet," welche er der emporblühenden chemischen Physiologie stellt. Derselbe schließt S. 32 feinen Vortrag wörtlich folgendermaßen: „Ich kenne eine Thatsache, die für den jungen anfstrebeuden Mediziner in dieser Beziehung schwerer ins Gewicht fallen sollte, als die kaum einen neuen Gesichtspunkt eröffnenden Festreden Leube's und Hoppe-Scyler's. Die Jnscrkptionslistcn der deutschen Universitäten lehren, daß die chemischphysiologischen Practica vorwiegend von israelitischen Studenten besucht und von diesen, wie wenigstens ich die Erfahrung gemacht habe, meist mit seltenem Eifer, zwar nicht (sic!) so häufig mit entsprechendem Geschick durchgemacht werden. Ein jeder weiß, daß das Gernchsorgan für reiche Erfolge versprechende Unternehmungen bei der deutschen Nation gewöhnlich nicht annährcnd so scharf entwickelt ist, als bei dem semitischen Volksstamme." „Das Schriftchen dürfte wohl nur wenige Leser finden (mir selbst wurde es zur Ansicht geschickt und ich las zufällig den Schlußsatz); um so eher scheint es mir angezcigt, dasselbe tiefer zu hängen; die Folge wird eine doppelte sein. Einmal wird an einem konkreten Beispiel schwarz auf weiß gezeigt, was sich ein deutscher llniversitätsprofessor zu sagen nicht scheut; dann aber wird Herr Professor K., wenn sein Laboratorium bisher nur von Inden besucht wurde, dasselbe bald zu schließen in der Lage sein, wenn seinen Schülern bekannt wird, wie ihr Lehrer über sie denkt. „Ich selbst habe bei der Sache gar kein persönliches Interesse, da ich der Person des Herrn Krnkenberg ebenso fremd gegennberstehe, als der chemischen Physiologie und dem Jndenthnm. Hochachtungsvoll W." Frankfurt a. M., 26. November. Der Verein zur Beschränkung des Wanderbettcls, der Samstag Abend seine Generalversammlung hält, versendet soeben seinen zweiten Jahresbericht. Wir ersehen daraus, daß die Zahl der Haus- und Wanderbettler in weiterer Abnahme begriffen ist. Noch mehr würde dies der Fall gewesen sein, wenn inan die Petenten stets an das Vereinsbnrcau gewiesen hätte. In mehreren Fällen ist es dort gelungen, systematischen Schwindel und Betrug zu entlarven. Als Auskunftsstetle für jüdische Armenpflege'gewährte die Direction in einer großen Zahl von Fällen nach gründlicher Prüfung jede Anskunst und vertheilte die ihr für specielle Zwecke zur Ver-

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