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Der Israelit · 1884-11-27 · Heft 94 (27.11.1884) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 94 (27.11.1884)
Date
1884-11-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1543 bereits bestehenden Snppenanstalt hat sie deren noch zwei hinzugcfügt, in welchen allen M. Armen, ohne weitere Legitimation, täglichzweimal Suppe und ein Stück Brot verabreicht wird. Alle Vorkehrungen in Bezug auf Sanltäts- und Nahrungsverhältnisse sind seitens der jüdischen Gemeinde getroffen worden, um dem Weitcrschreiten dieser schrecklichen Krankheit möglichst zu begegnen. 1 . Englan d. London. Eine russische Jüdin wurde jüngst auf dem Markte von einem Manne insnltirt. Dieser, darüber angeklagt, suchte sein Benehmen vor Gericht dadurch noch zu beschönigen, das; er die Worte aussprach: Die Juden sollen in ihr eigenes Land gehen, hier sind sie uns nur zum Schaden. Major Middleton, der präsidirende Magistrat, wies diese ungerechtfertigte Sprache in entschiedener Weise zurück, indem er ausführte, das; so lange diese russischen Juden rechtschaffen sind und die Gesetze des Landes befolgen, sie, wie alle Ausländer, das Recht haben, in unserer Mitte zu wohnen, ja die russischen Juden verdienen um so mehr eine freundliche Behandlung, als sie aus einem Lande kommen, wo sie ungerecht behandelt worden sind. Liverpool, 21. October. Der hiesige jüdische Armen-Unterstützungsverein (Board of Guardians), sann auf ein Mittel sein Einkommen im Interesse der zunehmenden Armen zu vergrößern und das jährlich wiederkehrende Deficit zu vermindern. Ein Mitglied des Vorstandes Herr A. H. Samuel, vormals Vereinscassirer, kam voriges Jahr auf die Idee, Büchsen in die Häuser der hiesigen jüdischen Bewohner zu senden, und dieselben alljährlich abholen zn lassen, um den Inhalt der Vereinskasse zuzuführen. In dieser Weise wurden 300 nummerirte Büchsen unter alle Klassen der Gemeinde vertheilt und dadurch Jedermann Gelegenheit geboten eine, wenn auch kleine Summe zur Unterstützung der Armen beizutragcn. Der Versuch war sehr erfolgreich. Das erste Jahr ist nun verflossen und der Ertrag beläuft sich aus 170 Lstr. (3500 Mark). Wenn man bedenkt, daß ein sehr großer Theil der Büchsen in die Häuser der Mittelklasse und Handwerker gesandt wurde, so ist dieses Resultat höchst befriedigend. ' Herr A. H. Samuel verdient daher im Vereine mit dem gegenwärtigen Schatzmeister, Herrn A. L. Benas, den wärmsten Dank für ihre unermüdliche Thätigkeit zum Besten der Armen. „Ein besonderer Gottesdienst, verbunden mit Mincha-Gebet, wurde am vorigen Sonntag in der Prknces-Road-Synagogne zum Besten des jüdischen Wohlthätigkeits-Vcreines (Phllantropie Society) abgehalten. Der Verein hat die Aufgabe, die Armen während der Wintermonate mit Geld, Kohlen und andern Mitteln zu versehen und hat seit seinem vieljährigen Bestand schon viel Gutes gestiftet. Eine nach der Predigt eiugeleitete Collecte in der Synagoge erzielte 60 Lstr. (1200 M.) Unser geliebter und allverehrter Sir Moses Montefiore, von dessen hundertjähriger Geburtsfeier noch immer Berichte von allen Thcilen der Welt einlaufcn, ist nach dem gestern (20. Nov.) ausgegebenen Bulletin seines Arztes Dr. Woodman leider nicht so wohl, als er vorige Woche war, was der Arzt dem Einflüsse der kalten Witterung zuschreibt. Hoffentlich wird er sich bald wieder erholen und möge Gott es fügen, daß es auch von ihm heiße: mir Dnn’jn nun p rmi. „Und Moses war hundertundzwanzig Jahre alt." R u ß I an d. Der Generalgouverneur von Wilna hat bekannt gegeben, daß alle von der Jgnatieff'schen Aera herrührenden die Juden betreffenden Maßregeln direct zur Entscheidung an den Senat zu bringen sind und cs keiner Localbehörde erlaubt sei, hierin selbstständig vorzngehen. Da der Senat bisher alle diesbezüglichen an ihn gestellten Fragen zu Gnusten der Juden cnschiedcn hat, so wurde die Bekanntmachung des Generalgouverneurs bei den Glaubensgenossen im Gouvernement Wilna mit großer Befriedigung ausgenommen. Der Ackerbanministcr hat jüngst den zu seiner Disposition stehenden Fond zu Gunsten jüdischer Ackerbautreibender an verschiedene jüdische Ackerbaucolonien zur Vertheilung gebracht. Das neue Spionirungssystem gegen jüdische Handwerker in Petersburg, ob dieselben auch fortwährend in ihrem Handwerke thätig sind (nur unter dieser Bedingung ist das Niederlassungsrecht in der Hauptstadt gestattet), wird mit aller Strenge ausgesührt und wurde zu diesem Zwecke neuerdings ein noch größeres Personal engagirt. In Batum (Russisch-Asien) zwangen die Behörden die Juden/ein Document zu unterzeichnen, wonach.sie sich verpflichten, binnen 14 Tagen die Stadt zu verlassen. : S i b i r i e. lt./.; Ernste Nachrichten kommen ans Sibirien. Der . Generalgonverncur hat, gestützt auf ein altes besetz,

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