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Der Israelit · 1884-11-27 · Heft 94 (27.11.1884) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 94 (27.11.1884)
Date
1884-11-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1542 hat, was doch gegen die oben empfohlene Aussprache zu sprechen scheint.;* ’ Bei keinem Volke der Welt hatte der Name eine solche Bedeutung, wie .bei den Israeliten und insofern verdienen sie mit Recht den Namen Semiten, indem sie den Namen eine .symptomatische Bedeutung geben. Die vielen Beispiele in der Bibel, die Anspielungen in dem Segen Jakobs und unseres Lehrers Mosche, wie 'ui iru “u, ivy pp p, dürfen als bekannt hier übergangen werden. Bekannt ist ferner, daß Rabbi Möir, dessen Name selbst nur ein epitbetou omans war „der Erleuchtende", 'D7 □'Ern Ty tno auch bei anderen Menschen ihren Charakter in dem Namen ausdedrückt fand: nntf2 ü"i. Weil man das Wesen des Menschen in dem Namen ausgedrückt fand, deßhalb glaubte man, daß durch Veränderung des Namens auch das Wesen des Menschen sich verändere, daß er ein Anderer sei. Darauf bezieht der Midrasch die Namensveränderung bei Abraham, Sara und Josua, und darauf gründet sich auch, die im Talmud empfohlene, bei den Israeliten noch heute übliche Namensvcränderungen bei schweren Erkrankungen. Das Verhangniß, das den Träger des alten Namens treffen sollte, soll mit der Ablegung desselben abgewendet werden. Auch der Skeptiker und Freigeist Voltaire hat nach einem Mißgeschick,»das ihn betroffen, seinen alten Familiennamen Aronet abgelegt und den Namen angenommen, unter dem er weltberühmt wurde. Er selbst gibt in einem Briefe an seinen Bruder den Grund hiezu an, daß er hoffe, mit der Ablegung seines alten Namens werde auch sein früheres Mißgeschick schwinden. Auf die Namen der hiesigen Juden übergehend, bemerkt der Vortragende, daß es für einen Philologen, der nicht mit der jüdischen Wissenschaft vertraut ist, nicht leicht ist, , den Ursprung derselben zu ermitteln. Und dies gilt namentlich von solchen Familiennamen, die aus Abbreviaturen entstanden sind. Es gibt wohl in der Mathematik, Physik und Chemie gleichfalls geschriebene Abbreviaturen, aber kein Volk der Welt spricht in Abbreviaturen, wie das jüdische. Der Ausduck ~pn ist jedem jüdischen Kinde geläufig und Jeder, der sich mit dem Talnmd beschäftig, spricht 12 in der geschriebenen Kürze ans. Aus dieser Eigenthümlichkeit erklären sich viele Familiennamen, die neben den sogenannten geographischen, wie Frankfurter, Wiener, Prager 2c. einhergehen. Man schrieb Nickolsbnrg m und daher die Namen Nasch, Nascher, die mit „Naschen" nichts zu thun haben. Eisenstadt n. dgl. Städte schrieb man tra und daher stammen die vielen Nmtten> Ast^, Ascher und ebenso der Name Lasch ans einer Abkürzung von Lkchtenstein srV. Bekannt ist, daß der Name Katz nichts mit dem vkerfüßigen Thicre zu thnn hat, sondern nur eine Abkürzung von piu ]rp ist. Weniger bekannt aber ist, daß die Namen Sack, Back und Beck nur Abkürzungen von wL'iip yir und awtp p sind. So unterschrieben sich Diejenigen, deren Eltern als Märtyrer ihres Glaubens gestorben sind. Auch der Name Sachs stammt nicht, wie man meinen sollte, von der Provinz dieses Namens, sondern ist nur eine Abbreviatur aus den Anfangsbuchstaben der Worte wip yi? oder anderer mit „S" beginnender Ortsnamen. Waren gewisse öffentliche Funktionen und Ehrenämter in einer Familie durch mehrere Generationen hindurch geübt worden, so wurden auch die Bezeichnungen derselben dem Namen zugefügt und später als Familiennamen angenommen. So z. B. Schatz aus 1122 rrttf. Schön, Schein aus fvOet, welch letzterer Name später, als dessen Ursprung vergessen war, hebräiflrt wurde und Äs rß* wieder auftritt, woher die Namen Jase, JaM, Jose u. dgl. ' Diese wurden dann im Lause der Zeit wieder in's Deutsche übersetzt, so daß Nachkommen des £"127, der N2' ono P hieß, sichheute, wie der Vortragende an Beispielen nachwies, „Hübsch" nennen. Habend sua kata nonnna. Von den vielen Namen, die durch des Vaters Namen entstanden sind, wollen wir nur beispielsweise „Brüll" nennen, der aus p _ >"12 — 2'7 mw 'i zusammengesetzt ist. So geht der Vortragende noch ganze Reihen von Namen durch, um durch Beispiele zu zeigen, wie eigenthümlich die Namengebung bei den Juden sich entwickelte. Mit dem Wunsche, daß sich die Israeliten immer des Namens „Semiten," der in doppelter Begehung ein Ehrenname ist, würdig zeigen sollen, damit derselbe nicht als Schimpfwort gelte, sondern Äs Ehrenname mit Stolz geführt werde, schloß der Vortragende seinen mit Beifall aufgenommenen Vortrag. ..;;: ' Frankre ich. Paris, 16. Nov. Unter deu35y Opfern, welche die Cholera vom 4. bis zum 14. d. M. gefordert, befinden sich drei Juden, ein 74jähriger Greis und zwei Kinder von 12 und 6 Jahren. Im Nothschild'schen Hospital befinden sich fünf Cholerakranke. Da die Erfahrung lehrt, daß Personen, die ungenügende Nahrung haben, leicht von dieser Epidemie befallen werden, hat die jüdische Wohlthätigkeitsgesellschast Maßregeln ergriffen, nm diesem Nebri, so weites in ihrer Macht liegt, zu steuern. Zn der

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