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Der Israelit · 1884-11-27 · Heft 94 (27.11.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 94 (27.11.1884)
Date
1884-11-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1540 . Als unser Vater Jakob, vor dem ihm. feindliche». Bruder fliehend, das- Elternhaus verlaffen muffle, um in die weite Ferne einerungewissen Zukunft entgegenzuziehen, da übernachtete er, stuf freiem Felde, und er. legte sich zur - Nahe, sein' Haupt auf .einem harten Steine bettend. Und er entschlief und schaute im Traume eine wunderbare Erscheinung. Und siehe, eine Leiter war gestellt auf die Erde, und ihre Spitze reichte bis an den Himmel, und siebe, Boten Gottes stiegen hinauf und gingen herunter an'ihr. Und siehe der Ewige stand auf ihm. (1. B. M., E. 28, B. 10—13.) Die Boten Gottes, die an der Himmelsleiter empor- und niedergehen, sagt der erwähnte Weise, sind die bedeutendsten Völker der Weltgeschichte. Sie steigen empor, wachsen, gedeihen, blühen, bis sie ihre Mission auf Erden erfüllt haben; dann kömmt der Niedergang; sie müssen van ihrer Höhe herunter, und sinken, bis sie in ihr ursprüngliches Nichts zurücktreten. So geschah cs den Aegptern, Assyrern, Babyloniern. Persern, Griechen und Römern. Sie alle haben im Dienste der Menschheit Großes geleistet und, nachdem sie ihre Aufgaben auf Erden vollbracht, kam an jede von ihnen die Reihe des Niedergangs. Die Künste und Wissenschaften, die sie gepflegt, die Cultnr, die sie hervorgebracht, blieben der Menschheit unverloren. Sie waren gleichsam Boten Gottes, die einzelne Bausteine herbeitrugen, zu dem einstigen Gebäude der Beglückung der gesammten Menschheit; weil sie aber nur Einzelnes zu vollbringen vermochten, so mußte ihre Mission ein Ende nehmen, und sie selbst mußten von dem Schauplatz der Weltgeschichte abtreten. Nicht so Israel 22: 't mm. „Und siehe, der Ewige steht auf ihm." Israel hat die Aufgabe, den Namen des einzigen Gottes durch die Welt zu tragen, den einzigen Gott zu bekennen, Seine heiligen Gebote zu beobachten, und so für die Menschheit das große Ganze, das Alles umschließt, zu vollbringen, wie der weise König es am Schluffe des Buches Koheleth so wunderbar schön znsammenfasfl: nm nt □,“On n« ycu*: 712N -irr :D-iNn nr iw vnmnS „Der Endzweck alles Selens, in dem Alles inbegriffen, ist: Fürchte Gott und beobachte Seine Gebote, denn das ist der Inbegriff der ganzen Menschheit." Daher kann Israel vom Schauplatze derWelt- - geschuhte nicht abtreten V?y 20 mm „denn siche, der Ewige steht auf ihm, der da zu Jakob gesprochen: Ich bin der Ewige, der Gott Deines Vaters Abraham, und-der Gott Jizchaks; das Land, - auf dem Du ruhest. Dir werde ich es geben und Deinen Nachkommen. Und es werden sek» Deine Nachkommen wie der Stand der Erde, und Du wirft Dich ausbreiten nach . Westen und Osten und Norden und Süden, und es werden gesegnet werden durch Dich alle Geschlechter der? Erde und durch Deine Nachkommen. Und siehe, Ich bin mit Dir und werde Dich behüten überall, wohin Dn gehst, und werde Dich zurückführen in dieses Land, M daß Ich vollbracht habe, was Ich Dir verheißen," (I. B. M., E. 28, V. 13-15). ' ' Die einstige Beglückung der gesammten Menschheit ist Israels erhabene Aufgabe; die Nachkommen Jakobs sollen allen Geschlechtern der Erde zum Segen werden, und so lange diese Aufgabe noch nicht vollbracht, kann man die Existenzberechtigung des israelitischen Volkes nicht in Zweifel ziehen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. ------ I- ' Deutschland. Berlin. Gelegentlich der Wahlbewegnng sind seitens eines hochgestellten Beamten in der Umgegend von Suhl höchst beleidigende Aenßerungen über die jüdischen Mitglieder der Berliner Stadtverorduetcn-Versammlnng gefalle», welche auf Mißbrauch ihrer Stellung zu Zwecken der Bereicherung u. dgl. hinauslaufeu. Um jenem hochgestellten Beamten Gelegenheit zu geben, die Wahrheit feiner Behauptungen zu beweisen, haben die betreffende» Stadtverordneten sich entschlossen, die Angelegen heit beim Strafrichter anhängig zu mache», und so wird der Magistrat die nöthigen Schritte bei der Staatsanwaltschaft veranlassen. . V Oels, 10. Novmber. Der in Oels geborene, zu Breslau verstorbene Rittergutsbesitzer Alexander Oelsuer hat durch Testament den Kreis OM. solchergestalt zum Universalerben seines sich ans mehr als 500,000 Mark beziffernden Vermögens eingesetzt, daß die Zinsen des Vermögens zunächst und bis z» deren Tode der Wittwe des Erblassers, nach dem Tode derselben. aber den Arbeitern des Kreises Oels zufallen sollen. Die Revenuen der' als. Arbeiter-Juvaliden-Penstons-Stiftung zu konftituirellden Nachlasses sollen an hilfsbedürftige Arbetter,. Gesellen und in der Landwirthschaft thätige Dienstboten nach den folgenden Bestimmungen, vertheilt werden: 1) jede Pension soll 150 Mark jährlich'betragen» 2) zu berücksichtigest sollest itiiv* solche Gesellen, Ge-

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