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Der Israelit · 1884-11-24 · Heft 93 (24.11.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 93 (24.11.1884)
Date
1884-11-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1524 Gottesmänner Auskunft zu erhalten. Und Gott lies; ihr sagen: Zwei Völker sind kn deinem Schooße, und zwei Elationen werden von deinen Eingeweiden sich trennen. Und eine Nation wird kräftiger sein als die andere, und der Aelterc wird dem Jüngern dienen. Wir müssen hier das Wort 'K, das wir mit „Volk" überseht haben, von dem Worte dk7, das wir mit ..Nation" überseht haben, unterscheiden und beide Worte erklären, da die im Deutschen gebräuchlichen Ausdrücke den Sinn nicht genau wiedergeben. ES ist ein Vierfaches, welches Gott hier der bangenden Mutter verkündet. Zuerst beruhiget sie Gott darüber, das; es nicht ein Kind ist, sondern zwei Stammväter großer, mächtiger, bedeutender Völker werden von ihrem Schooße ans ins Leben treten. Das Wort 'Unzusammenhängend mit mj, Körper, bedeutet das Volksthum, welches die Gemeinsamkeit der Abstammung bezeichnet. Das Wort oy dagegen Dy pü'yv „mit" bezeichnet die staatliche Zusammengehörigkeit, wenn diese auch nicht auf gemeinsamer Abstammung beruhet. Das Wort d*0, zusammenhängend mit nnvdr „Glauben" bezieht sich auf die Gemeinsamkeit der religiösen Anschauung. Es verkündet demnach Gott zum Zweiten, daß die von den Zwillingskiudern entstammenden Nationen in Bezug auf den Glauben an Gott zu einander in Gegensatz treten werden mo' “pyEE D'EtO Jakob wird die reine Gottcserkcmitniß erwählen, während Esaw sich dem Götzendienste zuwenden wird. Daher heißt es nicht {•£**' 'i.iQ sondern dn'?; csOo. Die Religion Israels wird die kräftige, unzerstörbare, ewigdaucrndc sein, und das ist die dritte Verkündigung, die der Riwkah geworden. -pDDr D'tt 'xp bezieht sich auf die Kindheit und erste Jugend der Zwillingsbrüder, da sie sich noch nicht unterscheiden, da sie noch weiter nichts find als die Künftigen Stammväter zweier Völker. Unsere Weisen machen das an einem Gleichnisse klar. Ein Gärtner pflegt zwei nebeneinander wachsende Pflanzen mit gleicher Liebe; sie empfangen denselben befruchtenden Regen, entwickeln sich durch die Strahlen der Sonne, die ihnen in gleicher Weise zu Theil werden, und des Gärtners Pflege hält von dem einen, wie von dem andern die schädlichen Einflüsse fern und sucht beider Wachsthum zu fördern. Trotzdem entwickelt sich die eine Pflanze in herrlichster Weise, bringt Vlüthen und Früchte, während cS sich ergibt, daß die andere nichts als eine Brennnessel ist. So die Zwillingsbrüder; ein Vater hat sie gezeugt, einer Mutter Schooß sie getragen; derselben Eltern Liebe und Sorgfalt umgibt und behütet sie; sie genießen die gleiche Erziehung und wachsen zusammen auf in den gemeinsamen Traditionen des einen Vaterhauses; und trotzdem wird der Eine Jakob und der Ändere Esaw ffDR? 'im rr®' "pyED. Das ist das Jünglings-nnd das Mannesalter der beiden Brüder, da Jeder von ihnen sich seinen Weg erwählt. yxiuc örX Der Glaube aber, die kräftige, unvergängliche Erkenntnis; der Wahrheit, die Dssenbaruug Gottes auf Sinai wird der Nation zu Theil. Diese gewaltige Kraft des wahren Glaubens hat sich stets und immer bewährt. Selbst zn den Zeiten des Abfalls und der Sünde gab es immer Männer und Frauen in Israel, welche das Panier der Wahrheit hochhielten und für die kommenden Geschlechter bewahrten. Das ist der kräftige, starke Glaube von dein beseelt Ehananjah, Mifchael und Asarjah dem weltbeherrschenden Eroberer zu trotzen wagten, den zn bewähren Daniel sich in die Löwengrube werfen ließ, für den die Mackabäer die heldenmüthigsten Kämpfe kämpften, für den Tausende von Märtyrern während der Römerherrschaft und während des Mittelalters freudig in den Tod gingen, für den die Millionen unseres Volkes stets gelebt haben und noch heute leben. Die vierte Verkündigung Tps “Djr 211 beziehet sich auf die Zukunft. (Fortfeßnng folgt.) Zeitungsnachrichten nnd Correspoudenze». O e st e r r. - U n ga r. M 0 n a r ch i e. Wien. Bei einem der in letzter Zeit meistgenannten Mitgliede des^ hiesigen Episkopates ließ sich dieser Tage ein Profesior israelitischer Confessio» melden, thcilte demselben die Absicht mit, zum Katholizismus überzntreten, und bat, der Bischof möge die Function eines Taufpathen bei chm übernehmen. Stuf die Frage des Bischofs, was ihn z» diesem Uebertritt bewege, entgegnete der Professor, er sei seit vier Jahren Professor und könne keine Anstellung erhalten. Man habe ihm gesagt, daß er auf eine Staatsanstelluna nur in dein Falle hoffen dürfe, wenn er znm Ehrrstenthmn übertrete. „Das ist kein Grnnd, feine Religion zu wechseln," entgegnete der Bischof, „selbst wenn sich das so verhielte, muß Einem seine Ueberzeugung höher stehen als irgend welcher Vortheil, und daun, , um aufrichtig zn. sprechen, die katholische Religion braucht heuhutage Gläubige, die für sie opferwillig sind, nicht

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