Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 92 (20.11.1884)
- Date
- 1884-11-20
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Bedürfnisse. Herr Baron v. Rothschild, dessen praktische Hilfe von so grossem Nutzen für die armen Colonisten war; würde, in seinem Wunsche für die dauernde. Verbesserung ihrer Finanzen, wahrscheinlich sehr gern auch weiter«, Massregeln für den Erfolg der Colonie ergreifen und den Mitgliedern derselben Hilfsquellen ersehliessen, welche sie der Armuth und Abhängigkeit von Fremden auf immer entziehen. Nach Beendigung unserer Unterhaltung, in welcher alles Obige erschöpfend^ besprochen wurde, schritten wir hinaus; von einem Balkon am zweiten Stock des Hauses hatten wir einen schönen Ueberblick über die Besitzung. Ueberall sahen wir die deutlichen Spuren fleissiger Arbeit. Die Colonisten, die ihre Arbeit mit aller Energie verrichten, sind intelligent, voll Ausdauer und den Anordnungen gehorsam. Der Eindruck, den die Besitzung und die Colonisten auf uns machten, ist ein ausserordentlich günstiger, und wenn finanzielle Hilfe zur baldigen Erweiterung und Entwickelung der Colon isafcion gewährt wird, so glauben wir, dass ein schöner Erfolg schliesslich durch diese würdige. Ansiedelung erreicht wird. Wir erwähnen auch mit grossem Vergnügen einen Brief, den wir gerade von einem in Jaffa wohnenden Freunde erhalten, in welchem er uns mittheilt, dass er vor einigen Tagen der Colonie einen unerwarteten Besuch abgestattet und bei seiner Ankunft vor fünf Uhr des Morgens schon die Colonisten bei der Arbeit auf dem Felde getroffen habe. Könnten die englischen Juden nicht dem Herrn Baron v. Rothschild die Hand reichen und auch dazu beitragen, dass diese Colonisten, die es doch verdienten, mit hinlänglicher Beschäftigung versehen und die Colonie einer schönen Entwickelung entgegen geführt werde? Wir nahmen von unserem Wirthe und unserer Wirtliin Abschied und sagten den Colonisten Lebewohl, in der Hoffnung, dass die Vorsehung ihre Arbeiten segnen und ihnen Glück und Gedeihen spenden werde. Wir bestiegen unsere Wagen und fuhren rasch nach J a f fa zurück, wo wir am Abend noch Manches zu erledigen hatten. Der Nachmittag war wunderbar schön; die angenehmen warmen Sonnenstrahlen und der fast wolkenlose Himmel vergrösserten das Vergnügen dieser Reise. Die Colonie "mpn nna„* Aussser der vorstehend beschriebenen Colonie ]TOnn«.giebt es noch drei in-der Caimaramate von Jaffa, nämlich die jüdische Ansiedelung in „El-Jehudijohu und zwei deutsche Ansiedelungen der Templer-Colonie, die eine in Sarona, die andere in unmittelbarer Nähe von Jaffa. Der eingetretene Regen verhinderte uns, „E1-Jehudijeh“ und Sarona zu besuchen, doch erhielten wir zuverlässige Mittheilungen über diese Niederlassungen. Die Colonie in „El-Jehudijeh“ trägt den Namen "mpn Nn3„, liegt etwa neun (engl.) Meilen östlich von Jaffa, mit dem es durch den gewöhnlichen rauhen Weg der Colonie verbunden ist. Die Colonisten bestanden zu einer gewissen Zeit aus zwei Abtheilungen, nämlich Juden aus Jerusalem und Juden aus Russland. Die Besitzungen derselben betragen zusammen 1400 Acres, wovon ein Theil im Winter morastig wird, und dies machte, wie sich später herausstellte, den Platz zu gewissen Zeiten des Jahres sehr ungesund. Die erstell Häuser der Colonie waren nahe diesem morastigen Theile gebaut, weshalb auch Krankheit und Fieber die Bewohner nach einigen Monaten zwangen, diese Wohnungen zu verlassen. Die russischen Juden kauften sich hierauf einen Bauplatz für ihre Häuser nahe dem Dorfe „El-Jehudij eh“, wo sie inzwischen sieben Häuser errichtet haben' die Juden aus Jerusalem jedoch,’die ihr Geld schon sämmtlich verbraucht hatten, waren genöthigt, den Ort ganz und gar zu verlassen und nach Jerusalem zurückzukehren, wo sie noch sind. . Ausser den erwähnten sieben Häusern und den provisorischen Wohnungen für die Uebrigen besitzen die russischen Juden noch eine Synagoge, sechs Stallungen, einen Backofen, ein Back-