Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 92 (20.11.1884)
- Date
- 1884-11-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1508 Ursachen; von Natur aus war Niwkah mpy, das heißt, nicht befähigt, die Bestimmung des Weibes, Mutter zu werden, zu erfüllen. DaS Gebet Jizchak's war es, in Folge , dessen Gott in wunderbarer Weise in den Gang der Natur eingriff und es der Unfruchtbärten ermöglichte, die Bestimmung des Weibes zu erfüllen. Nun aber traten Verhältnisse ein, durch welche Niwkah glauben mußte, daß sie den Schmerz nicht zu ertragen vermöchte. Bis dahin hatte man ihr Dasein als ein verfehltes betrachten können. Abraham sollte der Begründer einer neuen Welt der Gotteserkenntniß, der Menschenliebe und der Gerechtigkeit werden. „Denn Ich habe ihn deßhalb gewählt, damit er gebiete seinen Söhnen und seinem Hause nach ihm, daß sie beobachten den Weg des Ewigen, zu üben Billigkeit und stecht." Und Jizchak war der einzige Erbe Abrahams •int -p *np' pnii'2 'r Da stellte sich heraus, daß die mit so vieler Mühe und Sorgfalt für ihn erwählte Gattin unfruchtbar war. Was sollte nun aus der Familie Abrahams werden? Aber Gott erbarmte sich und erhörte das Gebet unseres Vaters Jizchak. Riwkah lebte nun der freudigen Zuversicht, daß durch sie die dem Abraham gewordenen Verheißungen in Erfüllung gehen, m-ip2 D'22n \30nm. Da gewahrte sie den Kampf der schon im Mutterschooße feindlichen Zwillingsbrüder, und wiederum mußte sie fürchten, daß ihr Dasein, ein zweckloses werde, und sie sprach: Wen dem so ist, wozu bin ich? Solange Israel im heiligen Lande weilte, einen gottgeweihten Staat bildete und die erhabene Erkenntniß des einzigen Gottes hegte und pflegte, lag seine Bestimmung und seine hohe Aufgabe aller Welt erkennbar da. Von dem herrlichen Baume unserer Gottcslehre und unseres gottgeweihten Lebens sind einige Zweige, Blätter, Blüihen und Früchte den andern Nationen zngekommen, und da meinen sie, der Baum, der diese Zweige und. Blätter getragen, der diese Blüthen hervorgebracht und diese Früchte gezeitigt hat, sei überflüssig geworden. Seitdem unser Heiligthum zerstört und die Bekenner des einzigen Gottes von ihren Menschenbrüdern umhergestoßen werden auf der ganzen Erde, vermeinen die Außenstehenden und die Abgefällencn, daß unser Dasein ein zweckloses geworden. Wir aber wissen, daß dem nicht so ist, und Gott hat es bereits unsrer Staminninttcr Niwkah offenbart. (Fortsetzung folgt.) rs,;rtzr»s uv.'1.*!;:**:1' •; Zeitungsnachrichten und; Correfpondeuzeu. D e u t s K l a n d.„V.;-;'^J.7: » . •.• - - Ingolstadt. Mit dem 1. Nov. d.; I. rcsr -p p ixhc ist hier ein Verein in's Leben getreten, wie ein solcher seit nahezu einem halben Jahrtausend seit dem Jahre 1397 hier in Ingolstadts Mauern nicht mehr zn Stande gekommen ist. Es hat sich nämlich am 2"' 22^ d. I. hier ein Synagogen- Verein als Vorstufe zu einer Synagogen-Gemeinde gebildet, der es sich zur Aufgabe macht: a) einen Fond zu gründen, behufs Erbauung einer Synagoge am hiesigen Orte und Beschaffung aller zum Eultus erforderlichen Utensilien re. lr) das Gefühl der religiösen Zusammengehörigkeit der isr. Elemente hiesigen Ortes zu heben und zu fördern zum Zwecke gegenseitiger Unterstützung in religiöser Beziehung, wie solches auch in anderen isr. Nelkgionsvereinen oder Gemeinden der Fall ist. . . Samstag j? “|7 ntfiD beging der Verein sein Stiftungsfest, das zwar einer einfachen, aber der Heiligkeit der Sache gemäß, sehr würdigen Verlaus nahm. Samstag Vormittags fand in der festlich geschmückten Schülein'schen Synagoge der Stiftungsgottcsdienst statt, zu welchem fast alle Mitglieder mit ihren Familienangehörigen erschienen waren, und welcher durch eine, von Herrn Lehrer Hugo Lion gehaltenen Festpredigt verherrlicht wurde. Nach der Predigt folgte das vom Vereinsvorstande, Herrn Banquier Adolph Schülern, in deutscher Sprache recitterte Gebet für den Landesvater. Samstag, Abends 8 Uhr, fand in den Sälen des Hötel Adler eine Familkenunterhaltung statt. Die Abendfeier wurde mit einer würdigen, gediegenen Ansprache des Herrn Vorstandes, durch dessen aufrichtig religiösen Eifer der Synagogen-Verein in's Leben getreten ist, eingeleitet. In dieser Ansprache betonte derselbe besonders die Wichtigkeit dieses Vereins zur Wahrung des isr. religiösen Jnteregen am hiesigen Orte, fernerhin ermahnte erdie. Mitglieder, die Einigkeit und das Gefühl der religiösen Zusammengehörigkeit fortan,, so wie sie .es heute bei der Stiftung gethan, zu bewahren und zu be-. wahrem v; 7 V .; Während des ganzen Abeichs herrscht^ eine sehr änimirte; Stimmung und erst nach Mitternacht war die schöne Stiftungsfeier beendet... Möge.nun der Synägogen-Verein, Jngöldstadt, die heilige und