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Der Israelit · 1884-11-20 · Heft 92 (20.11.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 92 (20.11.1884)
Date
1884-11-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1509 wichtige Aufgabe, die er sich gestellt, zum Segen und Heile seiner Glaubensgenossen, Mitbürger nnd Mitmenschen zu lösen suchen und möge dem Synagogen-Vereine nun bald auch eine Synagogen- Gemeinde erblühen! — Berlin, 16. November. Herr Dr. Otto Burg, Mitglied des Vorstandes der hiesigen Synagogengemeinde, ist am 10. d. plötzlich an einem Herzschlage verstorben. Der Dahingeschiedene vertrat mit rühmenswcrthem Eifer und seltener Hingebung die Jntereffen seiner Glaubensgenossen; als Landtags-Abgeordneter stand Dr. Burg mit Eduard Lasker in engen persönlichen Beziehungen. Ein beredtes Zeugniß für die Beliebtheit, deren sich der Verstorbene tit den weitesten Kreisen zu erfreuen hatte, gab seine Beerdigung, welche Donnerstag Vormittag unter.überaus zahlreicher Betheiligung stattfand. An seine Stelle im Vorstande der Synagogengemeinde'wird voranssichlich Stadtverordneter Bert- Heim treten. — Herr D r. H e rr m a n n D e s s a u hat sich als Privatdocent der Geschichte an der hiesigen Universität habilitirt. Ter noch jugendliche Docent, welcher auf strengreligiösem Standpunkte steht, hat sich durch einige aufsehenerregende Abhandlungen bereits einen berühmten Namen in der wiffcnschastlichcn Welt erworben. In diesem Semester liest Dr. Dessau über „Römische Staatsaltcrthümer", womit Hebungen in der „Römischen Epigraphik" verbunden sind. — Gegen den bekannten Antisemitcnhäuptling Wahinsky, welcher sich der Verbützung einer sechswöchigen Gefängnißstrafe durch die Flucht nach Argentinien entzog, ist nunmehr vom hiesigen Amtsgericht ein Steckbrief erlassen'worden. Berlin, 16. November. Bei den letzten Reichstagswahlen sind folgende fünf jüdische Abgeordnete gewählt wordcnrLudwigLöwe (Berlin), L u d w ig B a m b e rg e r (Alzey-Bingen), Paul Singer (Berlin), S a b o r (Frankfurt a. M.), Kays er (Auerbach); nach den Berichten antisemitischer Blätter soll auch der socialistische Abgeordnete Harm (Elberfeld) dem jüdischen Glauben angehören.;■ 5 '; Berlin, 16. November. Ueberall. auf dem Erdenrunde, wo noch'jüdische Herzen schlagen, ist der hundertjährige. Geburtstag,Sir Mo ses Mo n- Tefiores als eine Nationalfeier festlich begangen worden. Ohne Unterschied des Glaubens hat alle Welt mit Begeisterung .den Jnbeltag des'Mannes gefeiert, welcher unermüdlich seine geistigen und körperlichen Kräfte, wie seine reichen finanziellen Mittel in den Dienst der reinsten Menschenliebe gestellt, dessen Lebenslauf eine ununterbrochene Kette von philantropischcn Werken bildet. Die deutsche Kaiserin die Königin von Großbritannien, die hervorragendsten Persönlichkeiten aller Länder haben dem groben Menschenfreund ihre Glückwünsche übersandt, ja, selbst die conscrvativcn Organe haben es nicht gewagt, an die lautere Vergangenheit Montesiores m rühren. Der „Staatsbürger-Zeituug" allem blieb es Vorbehalten post kevtum am 13. d. in einem Schmähartikel über Montefiorc zu zeigen, bis zn welcher moralischen Verkommenheit die antisemitische Presse im Allgemeinen und die „Staatsbürger-Zeitung" im Besonderen bereits gesunken ist. Wir citiren einige Sätze aus dem Pamphlete, damit unsere Leser sehen, was alles in wenigen Zeilen frech zufammengelogen werden kann, und zu welchen gefährlichen Folgen die sistematksche Verhetzung führt. „Alle Stränge" so heißt es u. Ä., „wurden an der großen Glocke gezogen, der ganze Apparat wurde in Bewegung gesetzt, um den großen Menschenfreund zu feiern und den Christen zu sagen: „So wird einer „Don unseren Leuten" geehrt." MoseS Montcsiore (d. h. Blnmbcrg) ist.kein „Philantrop", kein Menschenfreund, kein „Wohlthätcr der Mcnschheil", sondern ein echter Jude nnd Großkapitalist, der nur im Dienste der Synagoge und ihres Ccntrums, der „Alliance Israelite" gelebt, gearbeitet und Millionen verausgabt hat, von dessen kolossalem Vermögen aber niemals auch nur ein Schilling für Christen ab tröpfelte. Cr ist jener, durch welchen eine jüdisch-frivole Presse angeregt und gegründet und über ganz Europa ein unentwirrbares Prcsjnctz gezogen wurde, durch welches der christlichen Kirche die AthmnngsfähigSkeit erschwert und die Bewegung der Glieder unmöglich gemacht werden sollte. MoseS Momesiore war der böse apiritus agens, durch den das Judenthum vermittelst der jüdischen Presse, unsagbares und unermeßbares Elend über die Welt gebracht hat. MoseS Montesiore war der Mann, der nun vor einigen Decennien, als sich die Juden die Cmancipatiotl erheuchelten und erschlichen (!!) den Inden einen für die Christen verderblichen Wink gab, der daS Christenthnm verhöhnte und verspottete. Sein grenzenloser Haß gegen das Christenthnm datirt seit jener Zeit, als sich der Papst weigerte, den Juden Mortara frcizugeben. Es war ein Wohl-, thäter des JudemhumS' und der Todfeind deS ChristenthumS' (!!) und des monarchischen RegierungsprincipS. 'Ko sich eine revolutionäre Strömung kundgibt, wird sie von Juden geleitet, jeder Opposition gegen die Regierung schließen sich die Juden, an. Stets haben jüdische Agitatoren das Volk mit dem Krank-) hcitsstofse insicirt.... Ein solcher Jude ist der englische MoseS Blumberg. Und diesem Mann«, der eine Menge von Spionen gesandt hat, welche listig ihre Netze.spinnen und daS Christen»! ' thum zu untergraben suchen, sollten auch Christen huldigen und ihn feiern? Tie „Tante Voß" (Vossische Zeitung Red.), worin alltäglich von den Inden in ihren Cchwindelannoncen der jüdische Unrath abgelagert wird, brachte sogar zwei g-oße Artikel- . in ihrer Sonntagsbeilage und feierte ihn wie noch : keinen. ’ Sterblichen vor ihm, indem sie auf ihn den Spruch anwendete: - „Von Moses bis Moses war keiner gleich Moses!" Wir fragen:; Wo haben denn diese Herren, die ihr Christenthnm so negiren, - ihr Schamgefühl stecken V Findet sich denn keiner, der diesen Augiasstall von verderbten Grundsätzen nnd von problematischem Patriotismus ein bischen herzhaft mit eisernen Besenspitzen änSfegt?"

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