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Der Israelit · 1884-11-17 · Heft 91 (17.11.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 91 (17.11.1884)
Date
1884-11-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1493 Herr Stöcker Kat also wieder einmal Gelegenheit, sich von den Gerichte» ein unparteiisches Zeugniß über seine Wahrheitsliebe ausstellen zu laffen. Es wird abzüwarte» bleiben, ob er diesmal von der Gelegenheit Gebrauch machen wird. Nach den bisherigen Erfahrungen, die in diesem Betracht vorliegcn, kann die Hoffnung, das; er die wider ihn erhobene Beschuldigung zum gerichtlichen Anstrag bringen werde, allerdings nicht gar grob sein. (Bert. Tagbl.) Bütow, 13. November. In der gegenwärtigen Zeltströmung ist es gewiß erfreulich, daß bei der heute stattgchabten Stadtverordneten-Wahl in der hiesigen Stadt (unweit Neustettin und Stolp) zwei Juden — Herr Wolf fr am und Herr W. .Cohn gewählt wurden. Es ist dies ein Zeichen, daß die Bürger Bütow's sich durch die Neustettiner Vorgänge nicht irre leiten lassen, denn obwohl der Seminardircctor Herr Dr. Kuath gegen die Wahl des Herrn W. Cohn protcstirte, erklärte dennoch der Wahlvorstand dieselbe für gültig. Oester r. - U n g a r. M o n a r ch i c. Preßbnrg, 14. Nov. Gestern 'Vormittag 10 Uhr, wurde, wie alljährlich, der Deputation der hiesigen orthod. isr. Cultnsgemeinde, — nachdem am Dienstag den 11. d. Mts. (St. Martinst.) in der Ofner k. Hofburg die Uebcrgabe der sogen. Martinigänse stattfand, — die hohe Ehre zu Theil, von Sr. Majestät in Privatandienz empfangen zu werden. Nachdem Se. Majestät mit jedem einzelnen Mitgliede der Deputation convcrsirt und sich nach den hies. Gemeindeverhältnisscn lebhaft erkundigt hatte, wurde dieselbe gnädigst entlassen. In der am 11. d. M. stattgehabtell Verwaltungs-Ansschußsitzung, berichtete der k. Schulinspector, daß das hohe Ministerium für Kultus und Unterricht in einer jüngst herabgelangtcn Verordnung ausgesprochen hat, daß der Schniinspcctor als Ministerialkonnniffär für die hiesige Jcschibah und Talmudschulen nur die Zeugnisse derjenigen Schüler im Sinne des vorjährigen diesbezügl. Erlasses zu unterzeichnen hat, die im Schuljahre 1883/84 in die genannte Schule, eingetrcten sind ,- da der gen. Erlaß keine rückwirkende -Kraft besitzt, Demnach können solche Vachurim, welche bis 1883/84 die Preßb. Jcschibah besuchten, zum Rabbiner ernannt werden, ohne vorher eine Prüfung über 4 Gymnasialklassen ablegen zu müssen. Budapest im November. Ihre Majestät die Königin als oberste Schntzsran des ungarischen Vereins für Krankenpflege, hat in Anerkennung hervorragender Verdienste um. den Verein n. A. auch der Frau. Carl Svüb gcb. Rosa Ringer, Gattin des Rcichstagsabgeordnetcn Earl Sv üb ein mit der Unterschrift der Königin versehenes Eyrendiplom verleihen. Frau SvLb ist die erste jüdische Dame, welcher eine solche Auszeichnung znthcil wurde. — Se. Majestät der König hat für die israelitische Gemeinde in Ajak (Ungarn) zum Dane eines Bethanses 100 fl. gespendet. Den zum Gcneralconsul der Vereinigten Staaten von Columbia in Wien ernannten ocsterrcichischen Staatsbürger David Heinrich Pollak wurde das a. h. Exequatur crtheilt. — Der kgl. ung. Minister dcS Innern genehmigte die Statuten des Israelitisch-orthodoxen wechselseitigen Krankenpflege-Vereins zu Eperies. Baron Moriz Hirsch de Gereuth hat zu Gunsten der Stcfansfclder Ackerbau- und Gartnerbildungs- Anstalt des Budapestcr I. Kindcrasyls eine Stiftung von 1000 fl. gemacht. — Hier starb der Bibliothekar des nng. Abgeordnetenhauses Armin Basso im Alter von 43 Jahren, welcher als Jude auf dem isr. Gottesacker beerdigt wurde. Bei seiner Leichenfeier waren vorwiegend christliche Sommitätcn anwesend. Die Chewra-Kadischa besorgte das Begräbnis; nach der I. Elasse blos ehrenhalber, ohne jedes Entgelt. — Bei der letzten Ziehung der Wiener Communaltose fiel der Haupttreffer per 200,000 fl. dem hiesigen Bürger Em. I. Weiß zu.*) Derselbe hat nun der Welt ein nachahmnngswerthcs Beispiel echt jüdischer Pietät gegeben. Dessen Vater, der gewesene Großhändler, Hausbesitzer und Vorsteher der hiesigen Jsraclitengcmeindc, der noch im besten Andenken stehende M. A. Weiß, hatte im letzten Jahre seines thätigen und opferwilligen Lebens das Unglück, sein Vermögen zn verlieren und mußte sich der in Ehre ergraute Mann, mit 72°/0 arrangircn. Nun hat Herr Em. I. Weiß sämmtlichen Gläubigern seines seligen Vaters nicht nur die restlichen 28°/0 sondern sogar die anfgelaufencn 40,'y Zinsen baar bezahlt, was ihm 40,000 fl. kostete. Dem wackern Sohne rufen wir ein Eljen! zu, den Antisemiten aber sagen wir: „gehet hin und thnet dergleichen«!! D. H. 8. R u m ä n i e n. Das Besitzrecht der Fremden in Rumänien erfährt durch folgenden merkwürdigen Fall, welchen die „Times" .veröffentlicht, eine Illustration. Der *) Wir haben darüber bereits in voriger Nummer kurz berichtet, -7- Red.

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