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Der Israelit · 1884-11-17 · Heft 91 (17.11.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 91 (17.11.1884)
Date
1884-11-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1492 Jizchak so gesprochen; war es nicht gleichgiltig, ob ihm die Speisen geschmeckt hatten oder nicht? Wenn wir die Worte der heiligen Schrift genau beachten, so werden wir für alle die von uns aufgeworfenen Fragen, eine genügende Erklärung finden. Als Jizchak seinen Sohn Esaw zu sich rief, sagte er nicht G22N1» Tit»2 tfcjjco '7 nerjn. „Bereite mir schmackhafte Speisen, wie ich sie liebe, er sagte vielmehr Ten» wie ich (sie) geliebt habe, einst, in meiner Jugend, da ich noch feinfühlend den Wohlgeschmack der Speisen zu unterscheiden vermocht, '7 nimm und bringe mir, n72»i, und wenn ich sie dann mit Wohlgefallen zu genießen im Stande sein werde, dann soll mir das ein Zeichen sein, das; Gott mit mir übereinstimmt, daß ich Dir die Segnungen spende vor meinem Tode. — Und Riwkah, die verständige Hausfrau, wußte ja, daß ihr hochbetagter Gatte nicht mehr Freude empfand an wohlschmeckenden Speisen, und bemerkte sofort, das; Jizchak sich ein Zeichen gemacht, durch das er sich der Zustimmung Gottes versichern wollte, und deßhalb fügte sie die Worte hinzu 'i ':o7, vor dem Ewigen. das heißt ■>t 7y G'iwL' iwn. „Mit seinem Einverständnisse, daß er mir zustimmen wird." Sie aber, die weise Mutter, wußte auch, daß nicht Esaw würdig war des Segens, sondern Jakob; deßhalb verhieß sie mit Zuversicht, daß sie Speisen bereiten werde, wie Jizchak sie liebte (C. 27. V. 9. u. 14.). Da aber erzählt wird, wie Esaw die Speisen bereitete (V. 31.), da suchen wir vergebens den Zusatz 2U’K2 2n», „wie Jizchak sie liebte;" denn bei diesen Speisen gab Gott seine Zustimmung nicht und hätte dem hochbetagten Greise in Bezug auf sie dem Feingcschmack der Jugend nicht wieder verliehen. Als nun Jizchak erfuhr, daß nicht Esaw ihm die wohlschmeckenden Speisen gebracht habe, sondern Jakob, da sprach er 7r»i, „und ich aß mit Wohlgefallen von Allem" 7ro in 'ncyi? Giz)ll7 ich fand jeden Wohlgeschmack darin, den zu finden ich mir als Zeichen vorausbestimmt hatte „und deßhalb segnete ich ihn," weil das Zeichen, das ich mir gemacht, cingetroffen und ich dadurch der göttlichen Zustimmung versichert wurde; und daher ''rp -,122 D2 soll Jakob auch gesegnet bleiben. Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 13. November. In der ehemaligen Brandmühlgasse wurden auf einem Bauplatze bei -■ - .. ... .... Bloßlegung der alten Umwallnngsmaner wiederum alte Grabsteine mit hebräischer Inschrift ausgcsunden. Der eine stammt aus dem Jahre 1284, ist also genau 600 Jahre alt; der andere — sehr gut erhalten nnd sorgfältig bearbeitet — ist vom 14. Kislcw 5179 (November I4l9) datirt; von dem dritten sind nur Bruchstücke da mit einzelnen Buchstaben , deren Zusammenhang nicht erkennbar ist. Berlin, 14. Nov. Herr Stöcker hat in der Mittwochsversammlung auf Tivoli erklärt, die Fortschrittspresse habe sich von den sozialdemokratischen Führern Briefe besorgt, und an diese Aeußerung hat er ehrenrührige Schlußfolgerungen geknüpft. Da er specicll auch die „Bossische Zeitung" erwähnt hatte, so erklärt nunmehr Herr Stephan-, der Chefrcdacteur derselben, Herrn Stöckers Aeußerung für eine Unwahrheit und fährt dann weiter fort: Diese Unwahrheit hatte Herr Stöcker, der evangelische Geistliche, der „Hofprediger Sr. Majestät des Kaisers", die dreiste Stirn den Leuten in derselben Rede ins Gesicht zu sagen, in welcher er weiter erklärte: „Fragen Sie nicht die Judenpresse, sondern meine Freunde, nnd wenn diese sagen, daß sie je ein nnlanteres, unwahres Wort aus meinem Munde gehört haben, dann will ich gern zurücktreten." Nlln, die Freunde des Herrn Stöcker habe» gestern eilt unlauteres, unwahres Wort aus dem Munde des Herrn Stöcker gehört, nnd ich erkläre so lange, als Herr Stöcker nicht den Beweis der Wahrheit für seine Worte bekgebracht hat, daß Herr Stöcker niemals mehr die Kanzel besteigen kann, ohne mit dem Makel der Unwahrheit behaftet zn sein, und daß Jedermann aus seiner Gemeinde das Recht hat, mit Fingern auf ihn zu weisen und zn sagen: er hat doch die Unwahrheit gesagt. Sich von diesem Makel zu reinigen, gibt es nur ein Mittel; das ist der ordentliche Richter. Ich erwarte von Herrn Stöcker, daß er diesen Weg befchreitet. _ Herr Stöcker hat auf eine Anfrage, weshalb er Herrn Singer nicht verklage, erwidert, er habe zn Klagen weder Zeit noch Geld. Ich erkläre, daß ich bereit bin, fämmtlkche Kosten zu tragen, die Herrn Stöcker ans einer Klage gegen mich, um die Wahrheit seines Dikttnns zu erweisen, erwachsen können.' ' : : Berlin, 13. November 1884. Friedrich Stephan-.

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