Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 90 (13.11.1884)
- Date
- 1884-11-13
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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SSY. Jahrgang. ,,;rj,. *•:! *: CCUUlMtÜf- | tzrrz.: ih&rju £&<S :n/jyi .i'.ü.k'.".!':t*ü Leitende Artikel. Zl e ö e r D r z i e h ü n g. ••!::: . >- Don ' - Dr' H. Sänger. Hl. Als die Stämme Rvubeu und Gad für sich das Ostjordanland von Mofcheh erbaten und dasselbe unter der Bedingung zugesagt erhielten, erst an der Eroberung des heiligen Landes Theil zu nehmen, da sprachen sie ir»»1? niry:;82 nnu 13DE7 onyi. „Wir wollen erst Schafhürden für unsere Heerden machen und Städte für nufere Kinder bauen" Moscheh aber sprach.: rvrrui crc-E7 nny or-7 1:2 2282127. „Bauet erst Städte für Elwe Kinder und dann Hürden für Eure Schafe." Die Liebe zum Besitzthnm läßt sie erst Bedacht nehmen auf dessen Sicherung und die Gefahr für die .Kinder ganz dabei übersehen. Ilnd doch sorgen die Eltern der Kinder wegen ihr ganzes Leben hindurch und suchen ihnen zu lieb sich Vermögen zu erwerben. Das ist wohl natürlich, ist nicht nur vernünftig, sondern auch eine Pflicht der Eltern. Aber bei Erwerbung und Sicherung des Vermögens, darf nicht das Kind vernachlässigt oder gar außer Augen gelassen werden. Das Ringen nach Vermögen darf uns nicht derart in Anspruch nehmen, daß wir keine Zeit finden, unseren Kindern die nothwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Was nützt es, wenn wir Tag und Nacht uns keine Mühe verdrießen lassen, unausgesetzt fleißig und thätig sind, um einst die Kinder so zu stellen, daß sie sorgenfrei, nach menschlicher Berechnung, leben können, die Kinder aber sich selbst überlassen sind, alle Unarten und Untugenden sich angewöhnen und schließlich die mit so viel Mühe und Aufopferung für sie gesammelten Aeichthüuier vergeuden, Schimpf und Schande aufsich und auf die Eltern ladend.. ... Zu Allem werden die K mder ängehälten, was schön und nützlich und..nothwendig..sein, soll.M.ihre., künftige Stellung, aber auch viel Überflüssiges müssen dieselben lernen aus purer Modesuchi, ob die Kinder Talent dazu haben oder nicht, ob es für den künftigcii Berns paßt oder nicht, und viel Zeit-wird damit verschwendet, die viel besser verwerthet werden konnte. Eine vielseitige Bildung wird ja heute verlangt, aber da heißt es wohl. mit sich zu Rathe gehen, ob auch jedes Kind dazu befähigt, ob man nicht eine weise Beschränkung sollte walten lassend Was nützlich und nothwendig ist, darunter'versteht man wiederum nur, was draußen im Leben nach dem gewöhnlichen Sinn nothwendig ist. Daß sie aber draußen im Leben auch eines inneren Gehaltes, eines inneren Haltes und einer inneren Stütze bedürfen, das haben wir schon angedeutet. Daß. unsere heutige Bildung rcsp. Erziehung Schuld ist an jenen entsetzlichen Ausschreitungen oder vielmehr Folgen eines verfehlten Lebens, die damit enden,- daß so Viele die Hand an sich selbst legen, nachdemsie durch eigene Schuld, durch Leichtsinn und Gewissenlosigkeit und weil man im Leben nicht an die höhere Verantwortung geglaubt, bis zur Verzweiflung getrieben, das ist heute eine auch von bisher der Religion fremden Kreisen offen, cingestandene Sache. Es sind die Folgen einer rein materialistischen Erziehungswcise. Wahrlich, das sollte mau doch heute einsehen, daß die religiöse Erziehung, die Kenntnis; unserer Religion und göttlichen Gesetze und deren Beobachtung nicht gar so werth- und bedeutungslos sind, daß sie aus dem Erziehnngsplane ganz verdrängt werden dürfte. Wir wollen bei dieser Gelegenheit einen schon oft gerügten Umstand erwähnen. Man wird cs uns hoffentlich nicht verübeln, da die neuesten Erfahrungen wohl alle jü-- dischen Kreise belehrt haben dürften, daß man damit auf falschem Wege ist und sich keineswegs die" Achtung und die — Gleichstellung er — bettelt.'. Wir meinen jenes Mitfciern der nichtjüdischen reli-' giösen Eeremonicn, das ostentativ zur Schau getragene Zugeständnis; an eine andere Religion; was Alles in nichtjüdischen Kreisen ganz anders und nach seinem wahren Wcrthc benrtheilt wird. *) Gewöhnt/ Ihr Eltern, auch wenn Ihr Euerer Religion kalt- und fremd gegenübersteht, Eure Kinder doch lieber, *) Wir erinnern an den Hohn nnd Spott, den vor einigen , Mähren ein reicher jüdischer zeausmann in Wien für seinen riler". nen mit zahlreichen Gasflammen geschmückten, doppelt im ilir- . t cn Weihnachtsbanm davon trng. „Tie Inden, hieji cs, machen unsere gemüthvoUcn (ccreniouien zur (nivricaliir!" — Red.