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Der Israelit · 1884-11-13 · Heft 90 (13.11.1884) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 90 (13.11.1884)
Date
1884-11-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1480 ualitäten nnd Konfessionen, der Volksstämme und Racen herbeizuführen, schnurstracks entgegen sind.:;• ii - II . y. y : : Prag, 6. November. Eine Anzahl' angesehener Männer hier haben den nachstehenden A::sn:f erlassen: „Der in letzter Zeit in's Leben gerufene Verein „Altmänu erclnb in Prag" hat den Zweck, die Interessen des Judenthums zu wahren und zn fördern und für die Erhaltung der - traditionellen Einrichtungen cinznstehcn. Dieser Zweck, den sich der Verein gestellt, erscheint geboten angesichts der Gefahren, die dem Jüdenthnm sowohl von Außen, als auch von den eigenen Anhängern drohen. Auf der einen Seite offene Feindschaft, auf der anderen Indolenz, Jndifferentismus, Uneinigkeit und Zwist. ■ „Dieser Zersetznugsproccß, der sich vor unseren Augen mit unglaublicher Raschheit vollzieht, führt nothwendig zum Verfalle. Pestartig greift das Uebel um sich nnd wenn nicht rasch und thatkräftig eingegriffen wird, gehen uns jene herrlichen Institutionen des Judenthnms, die ans wahre, echte Menschenliebe gegründet, trost- und segenspendend wirkten und schafften, gänzlich verloren, jene Institutionen, welche bcu Stolz des jüdischen Volkes bildeten und zur Nachahmung bei anderen Völkern angeregt haben. „Da heißt es denn Zusammenhalten, sich in Einigkeit verbinden, um das Jüdenthnm und seine humanen Institutionen, das sicherste, untrüglichste Bollwerk gegen die inhumanen Angriffe der Feinde des Judenthnms zu erhalten, in ihrem echt jüdischen, traditionell gewordenen milden Geiste zn pflegen, mit einen: Worte, das ererbte Panier wahrer jüdischer Humanität hoch zu halten über die anstürmenden Wogen einer inhumanen Zeitströmnng. „Deshalb wurde der Verein gegründet, deshalb sein Ziel „Wahrung und Förderung der Interessen des Judenthnms im konservativen Sinne." Das Judenthum soll nicht durch, reaktionäre Bestrebungen seinem Berufe das Licht der Wahrheit nnd Wissenschaft zu verbreiten, untreu werden, es fall nicht durch scheinbare Reformen um sein eigenthümliches, traditionelles Gepräge gebracht, es soll erhalten werden in seiner wahren echten Gestalt,: mit seinen herlichen Humanitären, wohlthätig wirkenden Einrichtungen. ' ' i . : . . „Wer noch Sinn und Herz sür's wahre echte Judenthun: sich bewahrt hat, wird« gewiß diesen Bestrebungen seine Unterftütznng nichts versagen, und nur an solche wendet sich der Vdrein mit dem Ersuchen um fördernde bethätigende Theilnahme.: Lemberg. Die „Wiener isr^ Allianz" hat sich in Betreff der armen jüd. Jugend Galiziens zu einer.That aufgcrafst, welche alle Anerkennung verdient. Sie hat aus Antrag des Dr. Cmil Bick derBernstem'schm Stiftung dahier, welche, die Ausgabe, hat. Mische Knaben unentgeltlich zu Handwerkern heranzubikden, eine Subvention von jährlich 2500 fl. bewilligt, damit 25 neue Zöglinge znm Handwerke erzogen werden können. ... > . Pesth. Der Sohn des verstorbenen M. A. Weiß, welcher jüngst den Haupttreffer der Wiener Eommnnalloose gewonnen, hat sämmtliche Gläubiger seines vor zehn Jahren insolvent gewordenen Vaters im Betrage von über 40,000 fl., trotz eines stattgehabten Ausgleiches mit denselben, vollständig befriedigt. Im antisemitischen „Figerlenschen" erscheint seit längerer Zeit eine Rubrik unter dem Titel „jüdische Züge". Wir sind begierig, oh dieses Blatt auch diesen „jüdischen Zug" des Herrn E. I. Weiß veröffentlichen wird. , \ r- Ii •. - .. ‘ ( E n g l a ii d. Vamsgate, t November. Der seines künstlerische:: Schreibtalents halber beriihmte "DiD, Herr Elias Buninwnitz aus Wilna, hatte seit einer Reihenfolge von 36 Jahren alljährig eine min *i0D für Sir Moses geschrieben, welche der hiesigen Synagoge übergeben wurde..- ' In diesem Jahre'überbrachte Herr Bnnimonitz seine überaus herrlich geschriebene min n'ÖQ selbst nnd überreichte gleichzeitig seinem greisen' Gönner Sir Moses eine hebräische Adresse der Wilnaer Gemeinde, welche der Rev. Dr. L owe '"r in's Englische übersetzte. Sir Moses war durch den Besuch des würdigen Schreibknnstlers hocherfreut, drückte seine Hand sreundschastlichst, besichtigte die mm 10D genau und ließ sich die Verse imt ■pia» vorlesen, wobei er seine Augen zum Him- :nel erhob nnd sichtlich gerührt war. Herr Buninkonitz verweilte hier einige Tage und wohnte km Judith-College, woselbst ihn: Seitens der ehrw. Herrn Rabbiner die gastft'cundschaftlichste Aufnahme gewährt wurde. - Glasgow, l. November. In voriger Woche (23.: Oct.) wurdein der hiesigen. Andrews-Halle das . Musikwerk betitelt „Azariah," dessen Eomponist, der rühmlichst:bekannte Revd. Mr. Haß-in London (erster Eantordcp Ducke's-Place-Synagoge).ist. ansgeführt. -3000- Personenfüllten:: die? Halle, und das Auditorium warvon dem Kunstgenuß höchst begeistert.. -ri-vr,~i:-iy,* nu-:

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