Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 90 (13.11.1884)
- Date
- 1884-11-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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p} OipQ -pN.rYp tm . „Ist in Deines Vaters Haus Raum für - uns. zu übernachten?" Die weisen Erklärer des heiligen Schriftwortes belehren uns, daß in dem Worte ]&> nicht mir das Obdach, sondern auch das Verlangen nach Speise und Trank mitinbegriffen sei. (Vergleiche m’inn Wir können also die Frage Elieser's sö übersetzen: Können wir in Deinem Elternhause essen, trinken und übernachten? Und da gibt ihm das junge Mädchen eine überraschende Antwort, die zugleich eine Zurechtweisung enthält: Du fragst, sagt sie deni Sinne nach, ob bei uns für Dich und die Männer, die Dich begleiten, Speise und Trank und Obdach zu findend Nicht angemessen ist diese Frage: Zuerst solltest Du Dich erkundigen, ob bei uns genügend für die Deiner Obhut anvertrauten Thiere Sorge getragen werden kann; und auf die Frage, wie Du sie hättest stellen sollen, antworte ich Dir: \f>V öipo aa uoy m.K'iöDo cm pn em „Auch Stroh, auch Futter ist viel bei uns, auch Raum zum Uebernachten, das heißt, auch Speise und Trank und.Obdach für Dich und Deine Leute." Und als der Knecht sie so reden hörte np'i tmO innü"i „da verneigte sich der Mann und sandte zu Gott sein Dankgebet empor." Jetzt erst wußte er mit Lestimmtheit, daß Gott seinen Weg hatte gelingen lassen, daß er für seinen Herrn eine Frau gefunden die gegen Menschen und Thiere so gesinnt war, wie es im Hanse Abrahams stets Sitte gewesen. Unsere geehrten Leser ersehen ans obiger Darstellung, welch tiefer Sinn in jedem einzelnen Worte der heiligen Schrift liegt, daß kein Wort zu viel darin gesagt wird, daß selbst die Stellung der einzelnen Worte, wenn wir sie genau beachte» und betrachten, uns herrliche Lehren offenbart. So prüfte der Abgesandte Abrahams die künftige Herrin des Hauses. Nicht fragte er nach der Höhe der Mitgift und nach anderen Dingen, , die in der Gegenwart nur zu häufig das Bestimmende bei der Schließung - eines Ehebundes sind. Ihm war es nur darum zu thun, die Gesinnung, den Charakter der künftigen Gattin seines Herrn zu erforschen, und als er sie wohlgesinnt fand nicht nur gegen Menschen^ sondern auch gegen die hilflosen, der Obhut der Menschen anvertrauten Thiere, da sandte er zu Gott sein heißes Dankgebet empor, daß Gott nicht entzogen habe seine Liebe und Treue dem Abraham, da Gott ihn geführt auf den rechten Weg.. - v Aeußerungen hervorragender, nichtjüdischer Zeitgenosse» über die sogenannte Jndenfrage. I. Mainz, 11. Noveinber. v Ein Herr I. Singer kn Wien hat ins vorigen Jahre eine Broschüre herausgegeben unter dem Titel: „Sollen die Juden Christen werden?" und hat dieselbe vielen hervorragenden, mchtjüdifchen Zeitgenossen zugesandt. In Folge dessen ist Herrn S. eine Reihe von Schreiben zugegangen,, die er zu einem Buche gesammelt und neuerdings herausgegeben hat. Wir müssen gestehen, daß das Vorgehen des Herrn Singer nicht unsere Zustimmung hat. Da aber die Briefe einmal vorliegen, so ist es Pflicht der jüdischen Publicistik davon Notiz zu nehmen und sie einer Besprechung zn unterziehen. Schon gleich in dem zweiten Briefe, in dem des Professors E. du Bois-Reymond zu Berlin finden wir eine Bestätigung nuferer Ansicht. Derselbe schreibt: „Jewcniger davon (vom Antisemitismus) gesprochen wird, um so eher verschwinden solche abgeschmackte Verirrungen der Heerde der Geistesarmen, wie Antisemitismus, Antivivisection, Wollbekleidung, Vegetarianismus, Spiritismus, u. dgl. m. von der Bkldfläche — freilich immer nur, um andernThorheiten Platz zu machen, oder in anderer Form wieder aufzutauchen." Herr Professor Ludwig NoirL zu Mainz schreibt:. . .' :: „Angesichts der unser Jahrhundert schändenden Antisemitenbcwegung habe ich oft gezaudert, wenn ich für humane Zwecke Beitrage rammelte, die stets opferwillige Wohlthätigkeit — diese Tugend ist die herrlichste Frucht des Judenthums — meiner jüdischen Freunde auf's Nene anzngehen. War auch ihr Blick getrübt durch Trauer und schweren Nnmuth, war auch die Bitterkeit ob der unerhörte» Kränkung auf ihren Lippen — nie, nie haben sie ihre Hand verschlossen, me die Gabe geschmälert, nie uns es entgelten lassen, was wir ihnen angethÜN."'; . ' : »;^ t : Herr Professor 'Johannes Scherr in Zürich hat sich durch keitten Roman „PorkeleS Und Porkelessa," wohl nicht ganz mit' Unrecht, k»' dm Ruf eines' Antisemiten gebracht. Wiewohl Herr Scherr in seinem. Schreiben'die antisemitischen Ausschreitungen als verwerflich und beklagenswertst bezeichnet, meint er doch, daß die Juden dtrran schuld