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Der Israelit · 1884-11-10 · Heft 89 (10.11.1884) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 89 (10.11.1884)
Date
1884-11-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1462 Tode ist kein Lob für deine Gnade, und kein Preisen ist bei denen, die auf dem Wege der Strafe in die Grube fahren." — Erläuternd fügt Saadja hinzu: der Sinn der Worte ist folgender: Wenn dn (Gott) den Ungehorsamen vernichtest, wie er es verdient,, wo bleibt dann das Lob und wo die Gnade? Vielmehr ist Verzeihung und Vergebung der Weg der Gnade und des Lobes." Das vorliegende Heft enthält die ersten 20 Psalmen. Wir scheu der Herausgabe der übrigen Theilc schnlichst entgegen. Zeitttngsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Altona, 5. Nov. Gegenüber der traurigen Nachricht vom schnellen Ableben des zrvn trän TT yz 'yt" nt?D 'd die Ihr Herr Correspondent aus Frankfurt a. M. in Nr. 86 des Israelit mitthcilte, bin ich heute in der angenehmen Lage von dessen Bruder (Er-nr-, Tiarf? cns'i) hicr^ p:r, 'i 'nn u*d n rrn nachstehende Mittheitnng zu machen. Am verflossenen Sabbat waren cs 25 Jahre, seitdem derselbe als Lmv' in hiesiger Gemeinde installirt worden. In gerechter Würdigung der Gewissenhaftigkeit, mit welcher der Mummte seines wichtigen Amtes stets gewaltet, so das; derselbe durch die langjährige Praxis ein nn£‘D LAnr geworden, wurde er vom löbl. Gemcindcvorstand mit einer ansehnlichen Summe Geldes beschenkt. Auch wurde ihm eilt sehr werthvoltcs Ehrengeschenk Seitens seiner Amtscollegcu und der Schlachter 2c. re. überreicht. Wegen der D'in’wr-, 'ep seines sel. Bruders mußte von den beabsichtigten Familicnfestlichkeiteu Abstand genommen werden. Möge ihn der nY?ßanfernere Kraft und feine tüchtige ntrjnn recht lange behalten lassen: im\ un mret? *npo 12 □''ip'i -p'D' D'tnö! Auch hier wurde, die Montcfiore-Feier in höchst würdiger Weise gefeiert. Es wäre, wollte ich auch nur einen kurzen Thcil der wohldurchdachten von unsrem beliebten Oberrabbiner Dr. Lob v,j gehaltenen Festrede hier wicdcrgeben, Aumaßmlg von mir, jedoch kann ich nachstehende vortreffliche Uevcrsetzung p"ii?2 des Wahlspruches- Sir Montefiores: /tdiulc null Thank!“ Me unser Oberrabbiner bei Erklärutig des 100. Psalm: w^'ünd'niD im Wyrtspicle „rmm rm$?n" übersetzt, anzuführen'' nicht unterlassen. Auch unser Obercantor Herr N a t h a n s 0 h n mit . seiner schonen - Tenorstimme und aut geschultem Ehor trug znrHcbung der Feier viel bei. .fr;.:*:-,? -,y}' Oestert.-Ungar. Monarchie.. Wien, 7. November. Der Ncichstagsabgeordncte Herr Dr. Bloch gibt eine indische Zeitung heraus, die den Namen: „Oest erreichet che Wochenschrift" führt. Dieselbe will zunächst die Rechte der Israeliten in socialer nnd politischer Beziehung wahren nnd beit Antisemitismus kn Oesterreich bckärnpfen. Sowohl in politischer wie in religiöser Beziehung huldigt die neue Zeitschrift der c 0 nservativen Richtung. Lemberg, Der galizische Landesausschuß hat für die jüdischen Schulen in Brody einen Betrag von 6600 fl. votirt. Pefth. Eine Verfügung des Directors des Obergynmasiums erregt in jüdischen Kreisen zu Neutra begreifliche große Aufregung. Der- Director hat nämlich angeordnet, daß die jüdischen Schüler bei Strafe sofortiger Ausweisung gezwungen werden sotten, am Sabbat zu schreiben. Die Schritte, welche der Vorsteher der israelitischen Enktusgemeinde sofort zur Aufhebung dieser draconischen Maßregel that, blieben erfolglos; der Director hielt seine Verfügung aufrecht mit der unsinnigen Begxündung, daß „das Schulgesetz wohl von Feiertagen, aber nicht von Samstagen spricht". Die Cnltnsgemeinde wird sich selbstverständlich bei dieser willkürlichen Gesetzesanslcgung nicht beruhigen, sondern beim Unterrichtsminister Beschwerde erheben, der, wie sicher zu erwarten ist, die Verfügung, durch welche die jüdischen Schüler zur Uebertretung'der Satzungen ihrer Relgion gezwungen werden sollen, annulliren wird. (Oesterr. Wchschr.) In Lewa (Ungarn) ist eine Frau Namens M. Deutsch gestorben. Dieselbe ist vor zehn Jahren zum Ehristenthum übergetretcn und hat dann einen Christen geheirathct. Vor vier Jahren ließ sie sich von ihrem Manne scheiden und trat laut einem behördlich beglaubigtenZeugniß inWie» zu ihrem angestammten Glauben zurück. Nach ihrem jetzt erfolgten Tode stritten sich der katholische Geistliche nnd der Rabbiner um das Recht, sie zu begrabe». Der Bürgermeister entschied diesen Rechtsstreit, indem er auf Grund des letzten Gkaubenswechsels das Begräbniß auf dein jüdischen Friedhose anordnete.

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