Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 89 (10.11.1884)
- Date
- 1884-11-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449406-2449489--21116-2510687- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1461 staben oder durch die Gintheilnng mancher Satze, theils talmudische Erklärungen, theils philosophische Ansichten, anzudcnten, was aber nicht allgemein verständlich war, daher auch nicht allgemeines Verständnis; fand. Um diese Tendenz durch die hebräische und durch die arabische Etymologie dnrchzufnhrcn, finde» wir in dieser Interpretation sehr sinnreiche, zuweilen aber auch höchst originelle Ucbcrsetznngen wie folgende Stellen zeigen. Bei der Schöpfungsgeschichte übersetzt R. S.: '*?« icm, mit Ausnahme bei der Schöpfung des Menschen n77« xv Gott wollte, cs wäre idk hier hier nach R. S. nicht der Begriff von sprechen, sondern von wollen wie Exod. 2.14. nn«'uin7n 20« und Deuter. 26—17 und 18 — mi2«n. Die Allmacht Gottes vermag durch den Gedanken allein ohne diesen anszudrücken Wesentliches aus Nichts hcrvorzubringeu. Genes. 1. 4. ms '2 tihh m "i7« «7'i übersetzt R. S. n77« Q7y «0*7. Da erkannte Gott, «7'i wäre nach R. S. hier nicht der Begriff von sehen, sondern wahrnchmen oder crfcmicii, analog Jcr. 20. 12. 271 nv72 n«*i und Kohel. 1. 16. .ivrri rmn nm '27i. Man sehe mpy mio u. a. m. zur Stelle bemerken. Vers 5: n7'7 mp yn'?! ezü' ii«7 '17« «7p'i — p«7Tp7« n«pi« n77« 'Dpi tO'2 Hnb Gott nannte bk Zeit des Lichtes: (etlva Lichtzcit) und die Zeit der Finsternis; Nacht. Die Wörter C2V Dies — Heniera — Tag 2C. bezeichnen sowohl den Zeitraum vom Erscheinen der Morgeuröthe bis nach dem Sonnenuntergänge als wie die Zeit von 24 Stunden die Nacht mitgcrechnet; R. S. übersetzt hier und an andern Stellen tuv, wenn es die Zeitbestimmung vom Erscheinen der Morgeuröthe bis nach dem Sonnenuntergang ist, mit mmr, und wenn das Wort di1 ganze 24 Stunden bezeichnen soll mit cv wie im Hebräischen. Da in der griechischen Sprache der eigentliche Tag mit Helios und in der lateinischen Sprache mit Sol bezeichnet wird, ist es auffallend, daß weder in der Septuaginta noch in lat. Vulg. auf diesen Unterschied keine Rücksicht genommen, wird. Vers: 4.15. Bei L2"»ip2L' pp nn 72 übersetzt R.,'S. mmr vielfach uub V. 25 njttm O-p2^ inpx vielfach und vielfach. Das Wort yzv soll hier nach N. S. nicht als absolute Zahl 7 bedeuten, wie die meisten Exegeten, diese Zahl mit dem Geschicke Kajins und Lemechs in Einklang zu bringen suchen, sondern als unbestimmte Zahl gleich C2V2 tw Ps. 119. 164. und Sprüche Sal. 24.16. 71B' p22' '2 r^pi n. a. m. siehe ^i«^ 3111' mm. Nach 772D 'Bi' und anderen Exegeten wird vorzugsweise 7 als unbestimmte Zahl gebraucht in Rücksicht der Zeit, die aus Wochen oder sieben Tage zusammengesetzt ist. Literarischer Gericht. Saadia Al-Falj umi’s arabische P salmenn b e r s c tz u n g. Nach einer münchenen Handschrift herausgcgeben und ins Deutsche übertragen von Dr. S. H. M a r g n l i e s. Breslau. Preis 2 M. 40 Pf. Es ist eine sehr wcrthvolle und dankcnswerthe Arbeit, die uns hier vorliegt. Die Uebersetzung des berühmten Gaon ist nicht immer nur Ucbersetznng, sondern manchmal Paraphrase; so Psalm 1. B. 6: „Gott aber weiß, daß die Wege der Frommen Bestand haben." D'pnü yn '7 yiv '2 Psalm 2. V. 3.: „Indem sie sprechen: LUir wollen zerreißen ihre Bande und abwcrfcn von uns. ihre Zügel — sic wollen sagen: ihre Gebote und Verbote." Herr Tr. Margnlies verweist auf Midrasch Tehillim, wo sich eine ähnliche Auffassung findet. ,T 72' p7'ön 17« ,'«D'ni7DiD n« npnu :2’N‘7 72' p'J'BH 1*7»X lD'nisy ucd!72'72'11 Alerkwürdig ist die Uebersetzung des 4. Verses 'Ul pin2»' DTO 2V\\ „Während doch der im Himmel thronet, sie verlachen läßt, Gott sic dem Gespötte p re i sgibt." — Saadja legt hier dem Kal eine Hiphil- Bedeutung bei. Interessant ist auch die Uebersetzung, Psalm 3, V. 6: „Und ich, ob ich schlummere, schlafe oder wache: mich stützet Gott bei allem dem." — Ferner, Psalm 4, V. l: „Ein Gedicht von David, womit die Unermüdlichen in (verschiedenen) Tonweisen (Gott) zn preisen pflegten." Ferner, daselbst V. 7.- „Und die Vielen, die da sprachen von mir: Nicht wird er uns Gntesseheu lassen, sic werden (alsdann) sprechen: Wende uns zu das Licht deines Antlitzes, 0 Herr durch ihn (David)." Unsere geehrten Leser ersehen aus diesen wenigen Beispielen, welch eine Fülle von Neuem und Gutem dicseUebersctzung darbietet, die hier zum erstenMaledaS Licht der Welt erblickt, nachdem sie fast ein Jahrtausend' in denBibliotheken verborgen gelegen. Wie wupverbar schön und zutreffend ist doch die Uebersetzung und Erklärung von Psalm 6 B.6, „Denn bei dem