Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 88 (6.11.1884)
- Date
- 1884-11-06
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1454 er es verstanden, seine Firma ails kleinem Anfang zn einer weltbekannten und hochgeachteten cmporznbringen Wir können hier noch' hiuzufügcn, daß. wenn der Verstorbene mich schon seit' ungefähr 10 Jahren sich von seiner geschäftlichen. Thätigkeit zurückgezogen hat, seinem Sohne, Herrn Ignatz Kanffinann, die Fortführung des Geschäftes überlastend und selbst nur noch dem Armenwescn seine Thätigkeit widmend, er doch das größte Interesse für Alles, was der Büchermarkt an jüdischen Neuigkeiten brachte, zeigte und sich gern in den Geschäftsräumen sehen ließ, in denen sein Sohn mit junger und frischer Kraft die Thätigkeit seines Vaters als würdiger Nachfolger fortsetzt. Frankfurt a. M. Dem Bericht über die israelitische Snppenanstalt entnehmen wir, daß vom 16. November v. I. bis 28. März d. I. diese offen war und in dieser Zeit .Kinder 10,058, — hiesige Erwachsene 4884, Zöglinge 2208, — verschämte Arme 678 Portionen (letztere gegen Vergütung von 20 Pfg.) und Kranke und Wöchnerinnen im Verlauf des ganzen Jahres in ihren Wohnungen 7749 Portionen erhielten. Das überwachende Damencomitc besteht ans den Frauen Bertha Baruch, Emma Ellingcr, Jda Hackcnbruch, Adelheid Knlp, Charlotte Rosenheim, Mathilde v. Rothschild, Rccha Seligstein. Herr Justizrath Dr. Friedlebcn gewährte juristische Beihilfe. Bis I. September 1884 empfing die Anstalt an Geschenken über M. 11,000, worunter sich M. 900 als Bcihülfe zu den Umzugskosten nach der Elephantengassc 10—14 befinden. Die Anstalt eröffnet ihre dicsjähre Vertheilnng am 2. November. Banmbach, 31. Oct. Beim Durchlesen der Preußischen Lehrerzeitung finde ich einen Prüfungsbericht über eine in Hilchenbach Pr. Westfalen abgehaltcne II. Lehrerprüfung. Den Vorsitz bei dieser.Prüfung führte der Provinzial-Schnlrath Dr. Siegert. Die Gcsinnungsweise dieses hohen Herrn ist aber sofort gekennzeichnet, wenn man folgende Worte liest: Frage: „Warum .dars ein Lehrer Auerbach nicht lesen? Antwort," nach einigem. Zögern: Er hat nicht in echt christlichem Sinne geschrieben. Siegert: Nein, weil, er ein Jude ist und Jndenschriften.darf man nicht lesen (!!). .1 . 'S. ‘•.•«Vrt:- sltlf- '»‘ft- J'.’ n'.\\ 5:il; :• ‘; . ü ' ■_ -I r:— „ ' ' ■ - ■:!»;; Posen, 31. Okt. Der hier erscheinde ^vzis»- Iiik poznaiiski“ bringt einen Haarstreubeuden Bericht über eine» iir der/einige Meilen von der Grenze belegenett polnischett Stadt Radom stattgesundenen Nanbanfall. Min 23. 0, M. , crhiclt^ du dortige Einwohner Kammer (Jude) ent anonymes Schreiben, worin ihm mitgetheilt wurde, seiner Tochter-Alter (wahrscheinlich Ester) welche seit 5 Jahren an eine» gewisten Rosenzweig verheirathet ist, drohe diese» Abend eine Gefahr. Der erschreckte Vater nahm hierauf die Tochter mit ihrem Kinde, einem Säuglinge, in sein Hans auf. Um Mitternacht umzingelten Soldaten der dort statkonkrten Bakterie das Hails des Kämmers. Ein Polizeisoldat pochte an die Hallsthür und befahl fie zu öffne» unter dem Vorwände, in der Schenke brenne dem polizeilichen Verbote zuwider noch Licht. Kaum war die Thur geöffnet, so drangen der Stabskapitän Koreniew, in Polizeinnkform verkleidet, der Gehülfe des Polizeimeisters, 2 Eivilpersoneik, einige Polkzcifoldate» und eine Menge anderer Soldaten kn das Hans. Die Tochter lvnrde aufgefordcrt mit ihnen z» gehen. Auf ihre Entgegnung, sie wisse von gar nichts, wurde sie ans dem Bette gerissen und fast unbekleidet, mit ihrem Kinde an der Brust, auf de» Hof gestoßen. Ihr Vater lind ihre Stiefmutter wurde» zu Boden geworfen und geknebelt. Die Ekngedrungeneu raubten hierauf alles vorhandene Geld, Wäsche, Betten, Kleidungsstücke und .Kostbarkeiten." Hilfe von allsten koilllte llicht geleistet werden, da die benachbarten Häuser von den Soldaten gesperrt gehalten und Niemand heransgelaffen wurde. Die Nachtwächter, welche anf den Lärm herbeieikten, wllrde bedeutet, sich zu entfernen. Die Tochter mit ihrelll Kinde wllrde alsdann hinweggefnhrt, Tagsdaranf tu eine Kirche gebracht und getauft, worauf sie gezwungen lvnrde, einen Feldwebel zu heirathen. Drei Tage darauf wurde auch das Kind getauft. So weit der Bericht des „Dziennik poznansfei“. Es ist nun abznwarten, ob dieselbe sich bestätige» wird und ob irgelld etlvas geschehen, eine solche beispiellose Schandthat zu bestrafen. MirlMge Lösungen sun^oir Lin: Henriette PorgeS in Prag. (5antor Moritz Goldberz in Calmierzycc. RcligionÄ. Jacob Werner in StraSbnrg, (Wesipr>. t'chrer Ollendyris in Jüchen. Arnolb Joacknnsman nnb Isaak Jacob in. Wieliczka._ -u. »ffl t S .'•{•ff 'liUUi ji'jilijU'ij -f—-t; .. . >•.»• 1-U'k v iii-.ir;is »Ili.JW itt l&till; i. V;; >,-i ';»•;.;u*i» -> Ml'lh >•»«■!fur-5. wi;y Vi-