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Der Israelit · 1884-11-06 · Heft 88 (6.11.1884) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 88 (6.11.1884)
Date
1884-11-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Auch die hiesige nuv n:n feierte diese« lag mit einem rwc itnb Freudenmahle. RamSgate, 29. Oktober. In Folge der Ausregtlng des gestrige« Festes ist Sir Moses etwas unpäßlich, ohne daß das Unwohlsein weiteres Bedenken errege« dürste. Den gestrigen Berichten haben wir noch eine wesentlich interessante Schilderung der Feier im hiesigen Judith-College — (vrtzn ro) — anzusügen. Das im romanischen Styl, ans einem Hügel an der Last- C!iffe erbaute (iollege, mit der sich gegenüber in der herrlichen Garten-Anlage befindlichen Synagoge und dem daneben errichteten Mausoläum, worin die irdischen Reste der seligen, edlen Gattin des Sir Moses, (Ladt, Judith Montefiore, n"x) ruhen, welches die Aufschrift: v,v> -rp£N TP2 trägt, bietet, vom User des Meeres aus betrachtet, einen höchst imposanten Anblick. — Das College wird von den talnmdisch-gelehrten Rabbinen, welche Tag und Nacht die heilige Lehre studiren, bewohnt und die denselben zn Gebote stehende bedeutende Bibliothek enthält seltene Ausgaben rabbinischer Werke und Manuscripte. In der oberen Etage des College- Gebäudes befindet sich ein großer Saal, dessen vier Wände mit Dankschristen und Adressen verschiedener Gemeinden, welche Sir Moses in früheren Jahren zutn Heilten Lohne seiner großen Thaten erhielt, behängt sind. Auch sieht man im College die interessante Fahne, welche die Geineinde von Damaskus int Jahre 1840 ihrem Befreier Sir Moses entgegentrug; dieselbe ist mit sinnreichen Inschriften verschiedener BibelVerse und reichen Goldstickereien versehen. — Der Direktor, der hochberühmte, ehrwürdige Revd. Dr. Löwe, langjähriger Freund und Reisebegleiter v. Sir Moses, welcher als Dolmetscher in den orientalischen Ländern große Dienste;nm Werke der Befreiung unserer gedrückten Brüder geleistet hatte, hielt Montag im College-Saale eine belehrende und interessante Ansprache vor einem sehr zahlreichen Auditorium. London, 31. Oktober. Nicht nur in den sämmtlichen Synagogen unserer Hauptstadt und der Provinzial-Gemeinden, sondern auch in vielen Atrdjeit und Kapellen aller Confessionen wurde am verflossenen Sotmtage für Sir Moses Gottesdienste abgehalten, wie der Iewisch Chroniele ausführlich berichtet. Ter berühmte Revd. Charles Boysey, Geistlicher der »Theislischen (Gemeinde" hielt einen Bortrag in der Langham-Halle über das bekannte Motto des Sir Moses: „Think and Tltank“ (Denke und Dank.) Wenden wir utts, sagte der Prediger, zu.unserem geliebten Buche der Psalmen, dessen Verse deutlich bekunde», daß schon unsere Alten durch ihre Ersahrung die Wahrheit und den Segen dieses sinnreichen Motto's erkannten und wahrscheinlich hat Sir Moses seine Begeisterung von dies:« süßen Sängern Israels geerbt. In der Missions-Kirche (Haverstock-Hill) wurde zum Schlüsse der Messe inbrünstig wie folgt gebetet: „Möge Sir MoseS noch lange leben, unb wenn ihn Gott heimbernfen wird, möge ihn das himmlische Licht den dunklen Pfad zwischen trrde und den höheren Regionen beleuchten. —" In Cxetcr wurde.in manchen Kirchen, nach dem von unserem verehrliche» Chief Rabbi Dr. Adler angeordneten Programme gebetet. In Cghant hielt Revd. Horrocks Chocks über den Charakter mtd der Carriere von Sir.Moses einen langen, gediegenen Bortrag. Die Worte: „Ein wahrer Israelite" An Israel ite iudeed) zum Texte wählend. Die hiesige große St. Man, White-Chaple-Kirchenverwaltung richtete eine Gratulationsadresse an Sir Moses. Verschiedene Banketts, sowohl von Richlinden (Freimaurer, Förster :c.). als auch von Glaubensgenossen, wurden zur Feier des Tages veranstallet. London, 31. Oktober. Seit Freitag, 24. Oktober bringen sämmtliche englischen Zeitungen Artikel über den Philantropen Sir Moses Montefiore anläßlich dessen 100jährigen Geburtstages; ei» Blatt sucht das andere in der würdigen Darstellung eines Lebensbildes dieses seltenen Mannes zu übertrefsen. Bereits am 24. Oktober trafen die Depeschen und Briefe, worunter namentlich die Telegramme der englischen Königin, der Meister, sowie andrer hohen Würdenträger hervorzuheden sind, für de» edlen Jubilar ein, die Zahl der Telegramme betrug ca. 1000 und Briefe 2000. Die Königin telegraphirte, Sir Moses: Mit Vergnügen gratulire ich Ihnen zu Ihrem 100jährigen Geburtstage. „Mögen Sie noch viele, viele Jahre, in Glück und Wohlergehen Ihren Geburtstag feiern." Eine streng katholische Zeitung bemüht sich, in ihrer jüngsten 'Nummer darzuthnn, wie streng religiös Sir Moses gelebt. Als derselbe nämlich noch in London wohnte, ging er jeden Sonnabend mit seiner Frau 2 Slttnden 'Wegs nach der Portugiesischen Synagoge und scheute weder Regen noch Wind. Als er als Offizier in der Armee diente, und die nn,7-Zeit war da, so verließ er aus kurze Zeit den Dienst, bis er das vorgeschriebene Mincha-Gebet verrichtet hatte. Das betr. Blatt behauptet, daß Sir Moses ans diese Weise 3 Mal des Tages gebetet habe und fügt hinzu, daß man überall seine religiösen Grundsätze befolgen kann, wen» man nur ernstlich will. 'Was möchten die Judenfeinde wie Stöcker dazu sagen, wenn sie das lesen und zwar in einem streng katholischen Blatt i Der vorige Sonntag war ein allgemeiner Feiertag. Die englischen Christen feiern bekanntlich ihren Sonntag sehr streng und besuchten auch die Synagogen anläßlich hundertjährigen Geburtstages des edlen Bäronnets. Alle hiesigen Synagogen waren überfüllt; die c;;n nebst den Chören gaben sich alle Mühe, Gediegenes zu leisten. Alle Besucher waren sichtlich ergrissen; es war ein wahrer avn wnp. In Ramsgate fand die Feier bis Mittwoch statt. 'Wir wollen mit Gott hofseu, daß der edle Sir noch viele, viele Jahre gesund und glücklich unter uns leben möge! Rev. S. Münz. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. 8. Frankfurt a. M. Die Tranerknnde, daß Herr Jsaac Kauffmann, Begründer der weltbekannten Krina I. Kauffmann, gestorben, haben Sie bereits Ihren Lesern niitgetheilt, indem Sie zugleich mit warmen Worten schilderten, was jener seltene Mann, bem Judenthum nnd der Jndenheit gewesen ist. Wie sehr dieser schlichte Mann sich aber Anerkennung auch außerhalb des jüdischen Kreises erworben hat, ist dadurch bezeugt, daß das bedeutendste politische Blatt Süddentschlands, die „Frks. Ztg." in dem lokalen Theile ihrer Spalten des Ablebens dieses Mannes Erwähnung that und hervorhob, wie

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