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Der Israelit · 1884-11-06 · Heft 88 (6.11.1884) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 88 (6.11.1884)
Date
1884-11-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1452 Gottesdienst abgehallen: Um I Uhr Nachmittags haben sich die hiesigen t^cineindemitglieder in dein reich dckorirtcn nnd anss glänzendste belruchlelcn rempel eingesunden, um für den greisen, edlen Menschenfreund Moses Montefiore, ihre" c^rbeke nnd Dankeshymnen vor den äUgütigcn Schöpfer emporzusenden. - t^s waren der Präses der Gemeinde Herr Herinänn Friedman», der Präses der. Ghcwra-Bitt,r-Gholim, Herr Ludwig Diamantstein, die Dcmpel-Vorstehcr Herr Moritz Hädl und Herr Joses Delikat, welche alles aufs Beste arrangin halten, erschienen. (Zs bestieg der ehrwürdige Rabbiner Simon'Kopfstein — der zu diesem Zwecke aus Budapest berufen wurde — die Kanzel nnd hielt in seinem bewährten Rediiertalente die Festpredigt, in welcher er in herzergreifenden nnd markigen Worten die Grostthatcn des gefeierten Jubilars schilderte. Die gelungene Fcstyrcdigt hatte aitch nichtverfehlt, in das Her; der andächtigen Zuhörer lies cinzndringcn. VkaSgoW, im Schottland, 31. Cct. Die hiesige Gemeinde beschäftigte sich diese Woche mii Festlichkeiten zu Ghreni unseres verehrten Glaubensgenossen, Sir Moses Montefiore. — Am Sonntag Nachmittags war unsere herrliche Svnagoge gedrängt voll. Hunderte von unseren christlichen Notablen hatten sich cingcsnnden, um einem Gottesdienste dcizuwohnen, der in den hiesigen Annalen vereinzelt dasteht. Der Knabenchor geleitet voin Kapellmeister Miller im Verein mit unserm Borbeter I. Vcbtnc leisteten Vorzügliches. Herr Rabbiner (Z.P. Philipps hielt die Festrede, die in ergreifender Weise die grosten Vorzüge des edlen Greises schilderte, seine Cpferfrendigkeit, seinen Mnlh pries und mit wuchtigen Worten zur Nacheisenmg ansenerte. — Man hatte bei dieser Gelegenheit in der Vorhalle des Gottes-. Hauses zwei Büchsen ansgestcllt znm Empfang von mildthätigcn Gaben, was insofent ein glänzendes Resultat hatte, als einige hundert D Haler dadurch erzielt wurden. Die hiesige Montefiore Society die, obgleich sie erst ein Jahr alt ist, bereits 200 jüdische Mitglieder zählt, hatte schon in der vorigen Woche ihren Präsidenten Rev. (Z. P. Philipps, den Bicc-Präsidenten Herrn Stadtrath Michael Simons und das Vorstandsmitglied Herrn Adolf Schönscld zur tZntwerfung nnd Ueberreichung einer Adresse delegirt und ferner einen Ball zu (Zhrcn des Jubilars arrangirt. Das Bankett fattb am Dienstag Abend in den prachtvoll decorirten Räumen der hiesigen Qncen's Rooms statt. Der Erfolg dieses Unternehmens war ein über alle Erwartungen groster. Alle Secten und alle.erlassen unserer Mitbürger waren vertreten und hielten die Festes-Frende bis zu den frühen Morgenstunden allsrecht. Der Ball brachte unserer Armen Kasse wohl circa 500 T Haler ein- . Gelegenheiten dieser Art liefern nur den Beweis, wieviel ein Einzelner beitragen kann, den Status seines Volkes in den Angen der Welt zu heben, wenn er sich Sir Moses znm Beispiel nimmt. Wesel, 27. Ce toter. Imponirend, dem Eharacter des gefeierten edlen Menschenfreundes emsprechend, ehrwürdig war die gestrige lOOsährigc Gcburtsfeier des Sir Moses Montefiore. In der im Feiertagsgewande prangenden Synagoge wurde Abends 7 Uhr der Gottesdienst abgehalten. Nach' Abfingnng einiger Psalmen hielt der Prediger des israel. Iünglingsvercins, Herr S. Franksnrtcr, die Festpredigt, der der Text 2. Iesaias Kap. 40 Vers 27 und 28 zu Grunde gelegt war. Gr schilderte darin das sich 'aufopfernde Dasein des großen Mannes und ermahnte demselben nachzneifern und allgemeine Menschenliebe und wahre Frömmigkeit zu üben. Die gut durchgcführtc Rede übte ihre Wirkung und ihren erhebenden Gindruck auch auf die Anwesen-' den anderer Eonscssioncn. Nun wurde in feierlicher Weise die Bnndeslade geöffnet, die Gcsevrollcn hrrvorgenommcn nnd für Montefiore wie dessen verstorbenen Gemahlin ein Gebet verrichtet. Liturgie schloß diese» rheil der Feier. Gs folgte nun die Reunion im BercinSsaale. Herr Licfmann, - Vorsitzender de» Lescvereins, hatte dorr die ,restrede übernommen und begeisterte die Gesellschaft durch stylistisch hervorragende, inhaltrciche Worte, in welchem er danhak.' wie der Gestierte gerade: dadurch' s» einzig und groß dasteheals er nicht allein stets mitGeldopfer» - bereit gewesen, sonder» selbst ans I»ic Wabkstatt des Glends geeils sei'Und' mit' Crte mit' Hintansetzung seiner selbst die Roth bekämpft habe. Der Gemeindevorsteher Herr Benjamin loastirte in warm empfundenen 'Worten auf unseren Heldenkaiser. worin die Versammlung enthusiastisch rinstimmtr und stehend die Nationalbnmne sang. Unter toasten. Vortragen ernsten und launigen Inhalts nnd den herrlichen Klangen der von der 56er Kapelle ansgesührten, allgemein höchst beifällig ausgenommenen, gewählten Mufikpieeen entwickelte sich dann die ebenso erhebe,che wie patriotische Feier in schönster Weist. Der herrliche Gindruck dieses wahrhaft aus inniger Liebe znm Gestierten hervorgerufenen Festes wird den Bctheiligten in ewiger Erinnerung bleiben. Posen, Gnde Cctober. Wie sehr die Liebe und Verehrung für den ehrwürdigen Moses Montefiore in das Herz des jüdischen Volkes cingedrungen ist, offenbarte sich bei der Gelegenheit seiner Säcnlarfeicr. Fast in allen Gemeinden unsrer Provinz ist dieselbe begangen nnd das Andenken an seine aufopfernde Dhätigkeit, die er während seines langen Lebens znm Besten seiner Glaubensgenossen entfaltet, durch die Predigten der betresienden Rabbiner, sowie durch Zeitungsnotizen überall wieder ansgejrischt worden. Man darf behaupten, daß der edle Jubelgreis durch sein segensreiches Wirken sich in den Herzen der jüdischen Ratio» ein Denkmal, das thatsächlich nerv zieren»,»» ist, gesetzt hat. In hiesiger Gemeinde wurde zunächst an dem dem Geburtstage vorhergehenden Sabbat von dem Herrn Rabbiner Dr. Feilchenseld in der neuen Betschule eine Predigt gehakten, worin er ein Lebensbild des Gefeierten entwarf und ausgehend von dem Dcrtworre der Haphtara, np-na, die menschenfreundliche Dhätigkeit im Allgemeinen nnd die des Jubelgreises insbesondere beleuchtete: hieraus wurden vonbemGantor Schnittkin einige ausgcwählte Psalmen in würdiger Weise vorgetragen. Am Sonntage daraus fand in beiden Svnagoge» im Anschluß an das Mincha-Gebet eine abermalige Feier, bestehend ans Abfingnng mehrerer Psalmen nnd Recitation eines (Gebetes statt. Auch im Tempel des Brüdervereins wurde der Dag durch Predigt des Herrn Rabbiners Dr. Bloch und Gesang von einem zahlreichen Publikum gefeiert, ebenso in vielen kleinen Betlocalen der hiesigen Gemeinde. Das ro rst*»! feierte erst am Montag, im Anschluß an den Morgengottesdienst, den Ehrentag nach dem im .Israelit" mitgetheilten Programm; auch ging eine Glückwunschdepesche an den Gefeierten ab.' Möge nun der Allmächtige die zahllosen Glückwünsche, die dem ehrwürdige,r (Greise gespendet worden, erhören nnd ihm das Glück gewähren, das Lebensalter unseres Lehrers Moses in gleicher Kraft und Rüstigkeit zu erreichen. . Liverpool, 28. C.ct. Der Gottesdienst zu Ehren des greisen weltberühmte» Philamrope» Sir- Moses Montefiore ix-i-'L', nrpnfaub auch hier in beiden Synagogen am Vorabend des 8., Marcheschwan in höchst feierlicher Weise mit Ghoralgesang nnd Predigt statt, letztere die großen Dhaten und unsterblichen Verdienste des Jubilars gebührend hcrvorhcbend. Unter den Anwesenden befanden sich auch Ghriste» und ein lautes Amen folgte dem Schlüsse des von unserem Herrn Cbrr- RabbinerDr. Adler'": verfaßten Gebetes. Möge es ^em Jubilar von Gott bcschieden sein, daß er auch von sich sage,? könne nr» P- Wie Sie bereits wissen, dieses Gcbürtsfcft war ein allgemeiner Iubeltag in England.

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