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Der Israelit · 1884-11-06 · Heft 88 (6.11.1884) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 88 (6.11.1884)
Date
1884-11-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1447 wollen wir gleich bemerken, im vergangenen Jahre die Ausgaben nicht gedeckt haben. Es sei also dieser Verein fernerhin dem Wohlwollen unserer edlen Glaubensgenosse» in Frankfurt empfohlen; nach auswärts aber möge der Verein als Beispiel dastehen, wie jüdisches Gcmilnth Chescd geübt wird. Daß die Herstellung der Speisen den strengsten Anforderungen des Kaschrnt entspricht, wollen wir als das Wichtigste, das ganz besonders Ursache hat nns zn erfreuen, noch zum Schluß erwähnen. 8. Frankfurt a. M. Ein wichtiges literarisches Unternehmen bereitet eben die hiesige Firma I. Kan ff mann vor. Die nachgelassenen Werke R. Salomo» Plcßners ym sollen dem Drucke übergeben werden. Wir sind sicher, daß diese Nachricht in allen den Kreisen Freude erregen wird, die Sinn und Verständnis; für die jüdische Literatur haben. Es hieße Enlen nach Athen tragen, wollte man erst jetzt auseinander setzen, was Pleßner in der jüdischen Literatur geleistet hat, daß jede Zeile, die er geschrieben, volles Zeugniß ablcgt für die tiefe und umfangreiche Gelehrsamkeit, für die Begeisterung und Liebe für das Jndenthum und für alles Hohe und Edle dieses herrlichen Mannes, der trotz des hohen Lebenaltcrs, das er erreicht, nns immer noch zn früh entrissen wurde. Nicht nur ein Werk der Pietät ist es, es durch Unterstützung des bnchhändlerischen Unternehmens zu ermöglichen, daß die geistigen Schatze, die er der Welt hkntcrlassen, ans dem Dunkel, in dem sie bisher geruht, ans Licht hcrvortrcten und zum Gemeingut unserer Brüder werden: es ist vielmehr eine Wöhlthat, die wir nns selbst erweisen, wenn wir zur Förderung des Unternehmens beitragen, wir setzen nns in den Stand eines geistigen Genusses theilhaftig zu werden, der wahrhaft erhebend sein wird, denn von Pleßner können wir nur Gediegenes und Großartiges erwarten. Die erste Serie wird dem Prospect nach aus 5 Lieferungen, Reden über die 5 Bücher Mosis, bestehen und für die zweite Serie werden 5 Lieferungen Gelegenheitsreden vorbereitet. Wir brauchen wohl nicht erst zu bemerken, daß Plcßner'fche Reden nichts mit den gewöhnlichen Predigten gemein haben, in denen sich allgemeine Betrachtungen mit großem Wortschwall breit machen, wohin auch hier und da einmal sich ein Bibelvers oder ein Midrasch verirrt. Plcßners Reden bilden eine Sammlung reicher Midrascherklärungen und die Annierkungen dazu eine Fülle ans den entlegensten Enden der reichen MidraschUteratur gehäuften Materials, das nicht selten dem forschenden' Gelehrten zu Gute kommt. Worauf wir aber ans dem Nachlaß Pleßners noch hoffen dürfen, wenn wir nns den Anfragen dieses literarischen Unternehmens, das einen bedeutenden Aufwand an Geld kostet, geneigt zeigen, das besagt folgende Stelle ans dem Prospekt:' „Es harren der Veröffentlichung ein „Eonnnentar zu den Psalmen" nebst einer hochbcdentenden, besonders ausführlichen „Einleitung in die Psalmen," Eommeutar und Uebersetzuug zu „Rahum," Eommeutar zu den „Sprüchen" (hebr.), Eommcntar des nY?Dnn 7no, der d'evö'i mrvOD, kritische Bemerkungen zn Mischna,.n"77 vno, Sifrö, Mechilta, Sirach,;n nm nirtf nsrn und pn? p, außerdem zahlreiche Heftchen, enthaltend mm wn über '722. nru« ,nro ,mpo Dirnen 7m ferner: Fünf Bücher (hebr. und deutsch) Poesien, enthaltend Gelegenheitsgedichte, Oden, Grabschriften n. s. w." Nach diesem dürfen wir in der That ans Außergewöhnliches gefaßt sein, es ist nur zn bedauern, daß voraussichtlich es noch eine lange Zeit dauern wird, bis diese Schätze in die Hände des Publikums gelangen. Doch hätten wir vielleicht einen Vorschlag, der das Publikum in kürzerer Zeit in den Besitz dieser Werke setzen könnte. Wie wäre es, wenn der Omni) 'mpn-Verein, der jetzt wieder seine Auferstehung feiert, diese Werke für den Abdruck zn erwerben suchte, namentlich den Eommeutar zu den cm'Di rnrrOD ,nV?on, die kritischen Bemerkungen zn Nn7'2üi noo n"tt'ö, wie auch min Wim?. Wollen wir also hoffen, daß die Bcthciligung an Pleßncr's geistigem Nachlaß eine rege und lebhafte werde. Ebenso wünschen wir auch dem onsrnj 'L'pv-Verein rege Thcilnahme, die er sich wohl auch erwerben wird, wenn er stets zeigt, daß er nur Gediegenes und Gutes dem Publikum bietet. Oben haben wir ja schon ans Manches hingenüesen, was dem Verein gewiß viele Freunde zufnhreu dürfte und wollen wir auch hoffen, daß der nenbelebte Verein nicht vergessen wird, die Verbindlichkeiten des alten Vereines einznlösen, wir rechnen dazu die Fortsetzung des prim ino, des no« und des d'nticni D’wn m Heldenbergen. Am 4. Chcschwan verschied unerwartet und urplötzlich auf seinem Morgeuspaziergange an einem Schlaganfalte, der nicht allein in seiner engeren Heimath, sondern weit über deren Weichbild hinaus bekannte, hochgeachtete und werthgeschätzte?mi2 — pv'22 '27 73nn 72 JD'J *7 7217»! oder Herr Nisan Schott von Bnrgräfenrode, einer kleinen jüdischen Gemeinde der Wetterau. - Wenn je eine Trauerbotschaft allgemeine Theilnahme und Bestürzung hervorrief, so war es die

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