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Der Israelit · 1884-11-06 · Heft 88 (6.11.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 88 (6.11.1884)
Date
1884-11-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1444 sei nicht Gottesfurcht an diesem Orte." Wozu brauchte er daS Wörtchen p*r „nur" hinzuznfügeil, und was für einen Sinn gibt es hier Wenn Jemand einem Andern etwas Schlimmes zufügt, so können die dabei vorwaltenden Motive zweierlei Art sein; entweder Vergeltung für schon Vergangenes oder Vorbeugung eines zu erwartenden Uebels. Zuerst fragt der König: Was habe ich gegen Dich gesündigt, das; Du mir dieses gethan V Da Abraham darauf keine Antwort gab, so fragte der König weiter: Was hat Dich bewogen, das heißt, welchem Hebel wolltest Du dadurch vorbeugend Und darauf antwortete Abraham, daß er für sein Leben fürchtete und deßhalb Sarah als seine Schwester bezeichnet habe. Als einst von dem vom Leben scheidenden Rabbon Jochanan ben Sackai seine Schüler Abschied nahmen, empfahl er ihnen, Gott so zu fürchten wie die Menschen, da die meisten Menschen sich mehr vor dem irdischen als vor dem himmlischen Richter fürchten. — Es gibt Leute, die Gott fürchten und die Menschen, andere, die weder Gott noch Menschen fürchten, wieder andere, die nur Gott fürchten und nicht die Menschen, und wieder solche die Gott nicht fürchten, aber die Menschen. Zu dieser letzten Kategorie, so sagte Abraham, mußte ich die Leute von Gcrar zählen, da sie mich ausfragten, ob Sarah meine Frau oder meine Schwester sei; ich mußte glauben, sie fürchteten sich vor Dir, 0 König, eine Ehegattin zu rauben, deßhalb befürchtete ich, daß sie mich heimlich aus dem Wege schaffen würden, um sich dann meines Weibes zu bemächtige». „Denn ich dachte, n n r nicht Gottesfurcht (wohl aber Furcht vor dem Könige) sei an diesem Orte, und man würde ulich ermorden um meines Weibes willen." Es ist also das Wörtchen „nur" erklärt und ebenso die doppelte Frage des Königs von Gerar. Kehren wir nun zu unserem ursprünglichen Thema zurück. Auch Sarah fürchtete für das Leben ihres Sohnes. „Und Sarah sah den Sohn der Hagar DnüD »Scherz treibend." Unsere Weisen belehren uns, welcher Art die Scherze Jischmael's waren. Er nahm seinen jüngcrn Bruder mit sich anfs Feld und übte sich im Bogenschießen. Unversehens hätte dann wohl ein Pfeil den Bruder getroffen und ihn getödtet; Jischmaöl aber hätte. gesagt: Es war ja nur Scherz. (Siehe Nafchi zu I B. M. E. 21 V. 9.) deßhalb sprach Sarah zu Abraham.- Treibe hinweg diese Magd und ihren Sohn; denn es will nicht erben der Sohn dieser Magd mit meinem Sohne mit Hizchak, sondern xr will allem erbe», nachdem er leinen Bruder bei Seite geschafft. Was aber hatte Sarah auf diesen Gedanken gebracht? Sie war durch die Geschichte belehrt worden. Schon einmal hatte» zwei Bruder um die Erbschaft der Welt gestritten, Kajk» und .Hebel, die Söhne des ersten Menschenpaares. , Kajin brachte ein Opfer dem Ewigen von der Frucht des Erdbodens. Dieses Opfer bestand aus Flachssam en. (Siehe Raschi zu l. B. M., E. 4 V. 3). Und Hebel brachte, auch er ein Opfer dar, die fettesten und besten seiner Wolle tragenden Schafe. Und Gott wendete sich zu dem Opfer des Hebet; aber das Opfer des Kajin verwarf Er. Das verdroß den Kajin gar sehr, und das Ende war, daß er seineit Bruder Hebel erschlug. Sarah, die sorgende Mutter, sah jetzt wiederum die Brüder streiten um die Erbschaft der dem Abraham gewordenen Verheißungen.. im. num D'nu’Ci sie sah int Geiste den Konflikt wieder erstehen, der einst in Folge von dt«®* "WL von Wolle und Flachs — Flachs war Kajins Opfer und wolletragende Schafe brachte Hebel dar — einen so traurigen Ausgang genommen pn^ owsn icü nun*! 'iti jsni iQdrnr „sie forschte nach Wolle und Flachs", und die Erinnerung an den Bruderzwist, der von Wolle und Flachs seineit Ausgang genomtnen, war es, die sie befürchten ließ, Iifchmaäl werde seine» Bruder erschlagen, wie einst Kajin den Hebel ermordet, und deßhalb sprach sie zu Abraham: Verjage diese Magd und ihren Sohn; denn es will nicht erbe» der Sohn dieser Magd mit meinem Sohne, mit Jizchak, er will vielmehr allein erben und meinen Sohn bei Seite schaffen. . < .. Es war also die heilige Pflicht der mütterliche» Fürsorge, lvelche Sarah ztt ihrer Forderung verattlaßte, und deßhalb sprach der allwissende Gott, der die Gedanken der Menschen kennt:. „Alles, was Sarah zu Dir sagen wird — gehorche ihrer Stimme." — Und Abraham gehorchte, wenn auch mit schweren! Herzett, der in diesem Falle weiter blickendett Sarah, und ihr ist es ztt verdanken; daß der Brudermord verhütet, daß Jizchak, der gleichstrebende Sohn feine« Bakers, der Stammvater des Gottesvolkes wurde. . i.inuh.irn n^;. ' "rA ',«Tai? \ itimihr. ivmihw r;vhu M uJr 1 ••*!(* UH!; 1«! *♦'/ litJUit ckNlM

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