Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 88 (6.11.1884)
- Date
- 1884-11-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. M 88. Genirak - Argan für das orthodoXe Mdenihüm. V" ■ Herausgegeben von Br.- Lehmkrm in Mainz^ ..».V ,;...'! Donnerstag, den 6. November SS4S'(18$4)«,,.\;;.. t;;p*‘ Bezugsbedingungen und Inhaltsverzeichnis besinder» sich am Schluffe deS Hauptbla'tteS. *' . Leitende Ärtiikeli. ' Zur Oamschalh Wajerä. * .1‘ . Mainz, den 3. November. Wir lesen indem in der Überschrift genannten Wochenabschnitte, daß unsere froinme Stammmutter Sarah von ihrem Gatten Abraham verlangte, daß er den Sohn der Nebenfrau vertreibe, und zwar — wie 'aus"dem Wortlaut' der heiligen Schrift hervorzugehen scheint — ans dem Grunde, damit das Erbtheit des eigenen Sohnes nicht durch den Sohn der Nebenbuhlerin geschmählcrt werde. Nichtjüdischc und in neuerer Zeit leider auch jüdische Schriftsteller haben.dcßhalb das Andenken unserer frommen, edlen Stammmutter nicht wenig geschmäht. Und doch. sehen wir, daß der allgerechte Gott der Ansicht Sarah's zustimmt und ihrem Gatten befiehlt, ihrem Verlangen nachzukommen. „Alles, was Sarah zu Dir sagen wird —, gehorche ihrer Stimme!" Eine größere Autorität ist wohl noch nie einem Ehcwcibe, und zwar vom allmächtigen Gotte, verliehen worden. Es kann also das, was Sarah verlangt hat> nur gut und recht gewesen fein, und daß dem so" ist, wollen wir an der Hand eines im 'ersten Augenblick räthselhaften Ausspruches unserer Weisen darzulegeu versuchen. : . Im Midrasch wird die' wunderherrliche Schilderung des Biederweibes in den Sprüchen Salonio's' auf unsere Mutter Sarah gedeutet^ Da heißt cs zu C, 31,A 13: ' im:v 'yxyw''? pnu' pu dwdi im nam ‘ 'ui 7U2 nai nxrn nmn-hK-eru-noNm. „Sie forscht nach Wolle und Alachs — zwischen Jizchak und Jischmaäl, wie es heißt: Und sie sprach zu Abraham : Vertreibe diese Magd und ihren Sohn/' . .. V .'' ' ' Wir brauchen wohl nicht erst darauf aufmerksam zu machen, wie räthselhaft dieser Ausspntch erscheint und daß er der Erklärung bedarf. Um zu dieser Erklärung zu gelangen, wollen wir zuvor die jedem denkenden Leser der heiligen Schrift auffallenden Schwierigkeiten einer andern Stelle in diesem Wochenabschnitte zu erörtern und zu heben versuchen. Im 20. Capitel des ersten Buches Moses wird uns erzählt, daß Abraham sich in Gerar aufhielt. Als er dort ankani, fragte man ihn, ob die Frau in seiner Begleitung seine Gattin oder seine Schwester sei. (Naschi nach Baba Kama 32). Und Abraham sprach: Sie ist meine Schwester. Da schickte Abimelcch, der König von Gerar, und ließ sie holen. Aber Gott erschien ihm im Traume der Nacht und befahl ihm, die Gattin dem Gatten znrückzugcben. Und Abimelcch ließ den Abraham rufen und sprach zu ihm: WaS hast Dü uns gethan, und was habe ich gegen Dich gesündigt, daß h Du über mich und mein Reich eine große Versündignng hast bringen wollen? Thaten, die nicht geschehen sollten, hast Du mit mir gethan, (B. 9)., Und cs sprach Abimelcch zu Abraham: Was hat Dich bewogen, daß Du gethan hast , diese Sache?- (V. IO). Und Abraham sprach: Denn ich dachte, nur nicht Gottesfurcht sei an diesem Orte nutz man würde mich mnbringen wegen meiner Frau ßßrM,.; . ■ -K,,-v^a hw Es ist hierbei zu erörtern, warum Abitnelech - zweimal sprach und fragte, ehe Abraham ihm'-antwortete; ferner ist in der Antwort Abrahams das., Wörtchen i?-», „nur" nicht verständlich. Abraham hätte ja antworten können: „Denn ich dachte, es