Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 87 (3.11.1884)
- Date
- 1884-11-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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nach der Thoraverlesimg feierlich begangen wurde, Einiges zu berichten. . . .... DaS Fest wurde durch Reeitirung einiger Psalm eröffnet. Hiernach begann Herr Rabbiner S. Korn eine schwungvolle Rede mit dem Text ipSn "r:rr3 n-o? air\ In derselben faßte er klar und treffend die mühevolle Thätigkeit des Jubilars zusammen; ferner hob er die Thätigkeit desselben für das Iudenlhum in rühinlicher Weise hervor. Die einstünvige Rebe schloß mit einem seierlichcn^Gebete für Sir Moses Montesiorc. Im Bade Kifsingen hielt Herr Districis-Rabbiner Bamberg er eine weihevolle Festrede; die Gemeinde sandte ein Beglück - Wünschntigstclegrarnm an den Jubilar. Sämmtliche Rabbiner Unterfrankens, sowie Vorstand und Curatoren der Lehrerbildungs-Anstalt zu Würzburg richteten eine Adresse an den allverehrten Sir Moses. — Aehnliches wird uns aus Bergen bei Langen (Grh. Hessen) berichtet, wo Herr Lehrer Strauß alle Herzen durch seinen Vortrag erfreute underbnute. — In 4L i t k o w o, Provinz Posen, verstand es Herr Rabbiner S. Lew in, in meisterhafter Weise die hohen Verdienste des Jubilars darzulegen. Buttenwiesen, 27. Oct. Gestern Abend, als dem Vorabend des ivOjähr. Geburtstages des großen Philantrophen Sir Moses Montesiore, wurde in hiesiger. festlich beleuchteter Synagoge idefe Frier unter zahlreicher Letheiligung der jüdischen Einwohner abgehaltcn. — Nach dem nmr-Gebet wurden Psalm 100 und 15 rezitrt und vom Cantor die Verse vver :c. rc. vorgetragen. Herr Lehrer Heilbronner bestieg sodann die Kanzel und hob in wannen Worten die Bedeutung dieses Festes hervor und schloß seinen Vortrag mit dem in Nr. 81 des „Israelit" abgedruckten Gebete. ' Die ganze Feier machte auf alle Anwesenden einen sichtlich ergreifenden Eindruck und jeder schied mit dem Wunsche im Herzen: „Möge der Allvater diesen Jubelgreis noch lange zur Zierde Israels lind der Menschheit im Allgemeinen erhalten." ZeiLnngsnachiüchten und Correspondenze». Deutschland. Berlin, 27. Oct. Sämmtliche hiesige Gemeinden (wie die Adaß-Jisrocl, die Schochare Hatob, die Synagogen in der Prinzenstraße, Lind'enstraße, Chausseestraße u. v. a.) feierten den hundertjährigen Geburtstag Montefiors ditrch Festgottesdienste, ja, selbst die Reform ge me in de glaubte die Jubelfeier unsres Glaubensgenossen festlich begehen zu müssen — allein die Hauptgemeinde hiesiger Residenzstadt machte eine traurige A n s n a h m e! Der Vorstand sandte nach Ramsgate eine kurze Adresse, in der: dein Jubilar alles Gute gewünscht wurde, Herr Dr. Frankl feierte in seiner trefflichen Sabbatrede die Verdienste des berühmten Philantropen und das war alles; keine officielle Feier, kein Festgottesdienste nichts. Die Jubelfeier Montefiores war allerdings kein Sym- 1436 phonie-Conrert, von dem dicTagesblätter berichten, wo man brilliren kann n f. w. dann war ja der Jubilar, wenn auch sonst bekannt, doch ein orthodoxer Jude! -— '—NNn, wirmeinen, der Name eines Sir Moses Montesiore wird mit goldenen Lettern in den Annalen der jüdischen Geschichte glänzen imd die Nachwelt wird ihn bewundern und verehren, auch wenn der Vorstand der Berliner Synagogengemeinde es für gut befunden hat, den Festtag offiziell zu ignoriren. . . L Hamburg, 27. Oct. Seitens des hiesigen Polizeichefs Senators F. Kunhardt ist an das Berliner Polizeipräsidium folgender in der «Post" mitgetheilter Brief gerichtet worden: «Hamburg, 14. October 1884. Der dort Schoeneberger Ufer wohnhafte, angebliche Stadtverordnete Pickenbach hat sich unterm 8. d. M. mit einem Gesuch an den Senat hierselbst gewandt, ihm zu gestatten, am 18. Oktober d. I. hier einen öffentlichen Vortrag über das Thema: «Die Gemeingefährlichkeit des. jüdischen Einflusses in nationaler, socialer und ethischer Beziehung" halten zu dürfen und ist dieses Gesuch zur Erledigung hierher abgegeben Wörden. Die Polizeibehörde erlaubt sich das königliche Polizeipräsidium ergebenst zu ersuchen, dem pp. Pickenbach gefälligst mittheilen zu lassen, daß auf Grund des Gesetzes vom 30. Juni 1851, betreffend Verhütung des Mißbrauchs des Versammlung^ und Vereknigungsrechts, auf das Gesuch nicht ekngegangen werden könne." O e st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. Wien. Der k. k. Oberste Gerichtshof in Wien hat mit der Entscheidung vom 27. März 1384, Zahl 1873 bestimmt, daß die an einem jüdischen Feiertage vorgemnmene gerichttiche Amtshandlung einem Inden gegenüber wirkungslos ist. Dieses Urtheil ist, wie die „Gerichtshalle" meldet, in denk nachfolgenden Proceffe erfloffen: In der schriftlichen Rechtssache des Hersch A. gegen die k. k. Finanzprocuratur namens desStaatsärars wurde die Tagsatzung zur Einsicht der Repliksbcilagen auf beu 12. Juni 1883 bestimmt und da der Kläger, nicht. erschien, wurden die Beilagen über Ansuchen derFinanzprocuratur mit Bescheid des k. k. Landesgerichtes iu Lemberg vom 16. Juni 1883, Z. 18217/ als' nicht vorgewkefen erkannt. In dem dagegen übey- . reichten Recurse machte Hersch Ä. geltend, daß auf. ' den 12. Juni 1883 ein jüdischer Feiertag fiel,'er daher nicht verpflichtet war, vor Gericht p . erscheinen. Das k. k. Oberlandesgerkcht in Lemberg ver-