Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 87 (3.11.1884)
- Date
- 1884-11-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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/ Za^rgattA. p :;”iif]:i vnh. v*:iu-'Y.:i(’V- Keila ge )« Nr. l!7 des Israelit. Leitender Artikel. Die Wslltefiore-Keier Luden verschiedenenLLuderu und Städten. - n. Mainz, den 31. October. Wreschen, 26. OK. Auch in unserer Gemeinde wurde heute Abend zur Feier des Geburtstages Sir Moses Montefiores ein feierlicher Festgottesdienst abgehalten. Nachdem die von Sr. Hochehrwürden dem Oberrabbiner Herrn Dr. Adler London zu diesem Zweck zusammeugestellten Psalmenverse von unserem Herrn Kantor Czechanowicz vorgetragen waren, bestieg unser Rabbiner Herr Dr. Cohn die Kanzel und entwarf in fast «nstündiger Rede ein kurzes Lebensbild des edlen Jubilars, in welchem er besonders die unbegrenzte Menschenliebe dieses allseitig verehrten Menschenfreundes auf der einen und seine unerschütterliche Treue zu dem Glauben seiner Bäter und zu Zion und Jeruscholojim auf der anderen Seite hervorzuheben suchte. Das von Herrn Dr. Adler verfaßte Gebet beschloß die Feier, zu der sich die Gemeinde fast vollzählig und die Lehrer mit den Schulkindern versammelt hatten. Die Feier gewann hier um so meh r cm Interesse, als mtter den Versammelten sich Biele befanden, die im Jahre 1846 5606, als Montefiore ans seiner ersten - Reise nach Rußland sich einige Stunden in Wreschen aufhielt, mit dem jetzt hundertjärigen Greise in der Gemeinde-Synagoge das Mincha-Gcbet verrichtet haben. An den Jubilar wurde nachstehendes Telegramm abgesandt: Die Synagogen-Gemeinde Wreschen erlaubt sich, Sir Moses Montesiore Baronet, den sie die Ehre hatte, im Jahre 1846 5606 auf seiner Durchreise nach Rußland als Gast in ihrer Mitte begrüßen zu dürfen, heute aus der Mitte der ihm zurren veranstalteten gottesdienstlichen Versamnckung den ergebensten Ausdruck ihrer Liebe und Verehrung zugleich mit den innigsten Glückwünschen zum Abschlüsse seines hundertsten Lebensjahres zu übersenden." Möge es dem verehrten Manne noch recht lange vergönnt sein, die Liebe und Verehrung seiner Gtaubensbrüder;u schauen, die er sich durch sein langes, segenreiches Wirken im Dienste Israels und im Dienste der ganzen Menschheit wohl verdient bat. . Fürth, 27. Ott. In allen unseren hiesigen Synagogen wurde gestern die Montefior-Feier programmgemäß unter sehr starker Betheiligung des Publikums bei feierlicher Beleuchtung und Eeremonie abgrhalten, und verdient besondere Anerkennung Rabbi Lippmanu Mastenbacher o"v<"7, der in kurzen, aber schönen und sachgcmäßm Lorten die Feier verherrlichte. Wir wünschen, daß unsere Gebete für den edlen Jehudi und Beglücker seines Volkes im Vereine. mit den *,nxn nie» ya-uo dargebrachten Wünschen Erhörung bei dem Höchsten finden möge. . . ___ _________ Hamburg, 27. Ott. Die in der großen Synagoge, Kohlhöfeu, Sonnttlg am Vorabende des 8. Marcheschwan stattgesundene Montqiorrseier war eine höchst gelungene nnd wahrhaft erhebende. Das große, schlich belenchtete, herrliche Gotteshaus war in allen seinen Räumen dicht gefüllt. Nach dem Minchahgebete wurden mehrere Psalmen abwechselnd von den beiden Obercantoren Herrn Süßkind u. Herrn Dreiblatt und dem Knabenchor in recht erhebender Weise recitirt. — Die hieraus folgende vortrefsliche Festrede unseres allverehrten Herrn Oberrabbiners Stern konnte ihre tiefe Wirkung auf die Anwesenden nicht verfehlen. In schwunghafter und begeisterter Sprache schilderte der Redner die Thaten lles großen Philantropcn und seine aufopfernde Frömmigkeit und suchte ihn. in tresslicher Weise mit unserem großen Lehrer Moscheh zu vergleichen. Die Wahl der Texte, sowie die Stylisirnng der Rede, waren meisterhaft. Das hierauf vor geöffneter heiliger Lade gesprochene Gebet für den von der ganzen gebildeten'Welt hochgefeierten 100 jährigen Jubelgreis fand gewiß den tiefsten Widerhall in den Herzen der Anwesenden. Mit dem von Vorsänger nnd Chor vorgctragencn 150. Psalm schloß die herrliche Feier; dann wurde das Maaribgeöet verrichtet. Spenden für unsere dürftigen Brüder im heiligen Lande waren reichlich geflossen. . Bobruisk (Rußland), 27. Okt.. In Ehren des hundert-. jährigen Geburtstages dcS Sir Moses Montesiore wurde hier, in der Synagoge des Herrn Ch. B. Rabinowih, der von Herrn Dr. 4k. Adler arrangirte, Gottesdienst, feierlich abgehalten. Alle Anwesenden waren tiefgerührt und mit Inbrunst sandten sie ihre Gebete zn dem Allerhöchsten, das; er noch lange den Mann erhalte, der keine Gefahr gefürchtet, den kein Hindernis; abzuschrecken vermochte und der, obwohl schon im vorgerückten Alter, doch noch.die gefahrvollen, beschwerlichsten, mit so vielen Anstrengungen verbundenen Reisen unternahm, damit er seinen " unter der Last der Knechtschaft schmachtenden Glaubensgenossen Hilfe bringe und ihre Leiden möglichst lindere. Auch in der Talmud-Thora des obengenannten Herrn wurden die Gebete in Anwesenheit aller Zöglinge verrichtet; alsdann wurde unter den Schülern Kuchen, Eier nnd Bier ausgetheilt und der erste Vorsteher brachte einen Toast auf die Gesundheit des Jubilar's aus, worauf alle Anwesenden in ein nicht endenwollendes „Hurrah" ansbrachen. Möge Gott den verehrten Jubilar noch viele, viele Jahre" in Gesundheit erhalten, damit er im 'Alter die Früchte genieße, die er in der Jugend gesät hat. Groß-Zimmern, bei Darmstadt. Auch in hiesiger Ge« ' meinde wurde die Feier des 100. Geburtstages von Sir MoseS Montesiore in erhebender Weise begangen. Samstag (m 'c) Mittag um 1 Uhr wurde unter Leitung des Herrn Lehrer Spier ein Festgottesdienst abgehalten. Nachdem die Psalmen 100 nnd 15 vom Vorsänger und Genieinde recitirt waren, wurde ein prachtvolles der Feier angemessenes Gedicht von einem Schüler recht gut zum Vortrage gebracht. Hierauf hielt Herr Lehrer Spier einen a/4 ständigen in Wort und Inhalt gleich meisterhaften Vortrag, in welchem er Sir Moses Montesiore als Mensch, Israelit und treuen *'n nay feierte. Der Vortrag machte aus alle Anwesenden sichtlichen Eindruck. Ein Gebet für den - greisen Philanthropen schloß die Feier. - —- H. Ranis, Vorstand. Jllok (Synnien), 27. Ott.' Gestatten Sie mir, geehrter Herr Redacteur, Ihnen in Bezug des 100jährigen Geburtsfrstes des Sir Moses Montesiore, welches n: nric rar hier im Tempel